Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

14Apr/10Off

Pro Musik – Kontra DSDS [UPDATE]

Geschrieben von Teo

Deutschland sucht den Superstar wohl einfach an den falschen Orten. Der Typ will bei den ganzen Castings einfach nicht auftauchen und doch versuchen es die Fernsehsender jedes Jahr aufs Neue. Tausende Stimmchen pilgern dann vor einen Tisch, hinter dem meist 3 mehr oder weniger bekannte Nasen sitzen und trällern was die Tonleiter hergibt. Beim ersten mal - ich geb's zu - fand ich das Konzept ganz interessant. Die Superstars, die da vom Fließband kommen, sind allerdings alle nach mindestens einem Jahr wieder verschwunden. Eintagsfliegen über den Scheisshaufen der Plattenbosse.

Das muss doch nicht sein. Es ist ja schlimm genug, dass sich immer noch Leute zu den Vorsingen trauen, nur um sich später im Fernsehen selbst bei ihrer medialen Hinrichtung zuschauen zu können. Schlimmer ist eigentlich nur noch, dass der Kram, der da als Musik verkauft, aber keinen Deut besser als Cherry, Cherry Lady ist, von genügend tauben Nüssen gekauft wird. Das ist am Ende das entscheidende Problem bei der Bekämpfung dieser Retorten-Kunst-Seuche, denn solange es Geld bringt, wird es weiter Casting-Shows mit berufsmäßigen Epileptikern, die Satzzeichen in Künstlernamen cool finden und mittelmäßigen Gitarristen in der Jury geben.

Erst neulich musste ich mit Erschrecken feststellen, dass sogar der KiKa eine eigene Mini-lass-dich-im-Fernsehen-verarschen-Show auf die Beine gestellt hat. Jetzt fixt der öffentlich-rechtliche Rundfunk Kinder also schon ohne Werbeunterbrechungen mit dem Seifenblasen-Traum vom Star-Sein ohne Arbeit und Talent an.

Um dieser kunstfeindlichen Entwicklung mal etwas Einhalt zu gebieten, hat man in England über eine virale Kampagne im Netz gezielt ein Lied von Rage Against the Machine auf den ersten Platz der Charts gekauft, als die erste Single eines dortigen Casting-Lotto-Gewinners erschien. Das Gleiche hat eine deutsche Musik-Community nun auch vor.

Hierzulande strebt man an, die Charts mit dem Song Tribute von Tenacious D Stairway to Heaven von Led Zeppelin zu stürmen, um so zu verhindern, dass der Gewinner der aktuellen DSDS-Staffel seinen Fuß in den Musik-Olymp setzen kann. Als absoluter Fan von Tenacious D kann ich die Songwahl nur begrüßen, zumal sie innerhalb der Community von www.ringrocker.com demokratisch stattfand. Die Symbolwirkung des Tracks ist schon am Namen zu erkennen. Natürlich hätte man auch zu einem Lied wie Metallicas Nothing Else Matters greifen können, dass ohnehin häufiger am Ende der Top 100 herumkrebst. Denkbar wären auch Titel heimischer Größen wie von den Scorpions, den Ärzten oder den Beatsteaks gewesen, aber Jack Black und Kyle Gas sind sicher auch für jede Promotion dankbar.

Um die Aktion zu unterstützen kauft zwischen dem 23.04 und 29.04. die Single Tribute von Tenacious D Stairway to Heaven von Led Zeppelin. Die wird in vielen Plattenläden nicht zu finden sein, aber im Netz kann man ja mittlerweile sehr schön einzelne Songs einkaufen.

Weitere Informationen habe ich in einer kleinen Linkliste zusammengestellt:

Ausserdem sollte man die Aktion auch ausserhalb des Internets bekannt machen. Dazu habe ich ein paar Plakätchen zusammengefrickelt, die ihr gern auch kleben dürft. Unten seht ihr die PDF-Dateien, die locker auf DIN-A4-Papier gedruckt werden können. Ja, die sind nur ganz simpel aus Pages-Vorlagen erstellt, aber um sie an schwarze Bretter zu heften oder mal im Zug zu vergessen, sollten sie reichen.

Wenn ihr bessere Schöpfungen habt, immer her damit.

Räumt ihr der Aktion eine Chance auf Erfolg ein? Werdet ihr mitmachen?

UPDATE (15.04.):

Anscheinend will Sony den gewünschten Song nicht in den Charts anmelden. Ihr könnt also so viel Tribute kaufen, wie ihr wollt, er wird statistisch nicht erfasst werden. Weiss der Henker, wieso Sony da so stur ist, wäre ja kostenlose Werbung gewesen. Allerdings finde ich es auch etwas unvorteilhaft, dass die Organisatoren der Aktion das nicht vorher geklärt haben. Stattdessen soll jetzt der Song Stairway to Heaven von Led Zeppelin gepusht werden. Umso besser, den habe ich noch nicht.


29Jan/10Off

Mein Lieblingsfilm: Kings of Rock – Tenacious D

Geschrieben von Teo

Das ist er nun, mein Lieblingsfilm. Für manche Leser ist es vielleicht überraschend, dass es sich um einen Musikfilm und nicht um Die Simpsons - Der Film handelt. Nein, es ist Kings of Rock - Tenacious D mit Kyle Gass und Jack Black. Das männlichste Film-Musical der letzten Jahre. Es handelt sich hier keinesfalls um den besten Film, den ich je gesehen habe, aber um einen, der mir immer wieder richtig viel Spaß bereitet. Die folgende Rezension ist deshalb auch absolut subjektiv.

Die Geschichte des Films dreht sich um JB, der aus seinem christlichen Elternhaus ausbricht um Rockstar zu werden. Ein Poster von Ronnie James Dio teilt ihm mit, er würde in Hollywood einen ebenso begnadeten Musiker finden und mit ihm die beste Band der Welt gründen. Als er nach zahlreichen Fehlversuchen in Hollywood L.A. landet, trifft JB am Muscle Beach auf KG, der dort Gitarre spielt und zunächst sehr abweisend ist. JB macht allerdings insgeheim durch sein Gesangstalent Eindruck auf ihn. In der folgenden Nacht wird der einsam auf einer Parkbank schlafende JB von einer Gang heimgesucht. KG beobachtet das Spiel und behauptet hinterher ihn gerettet zu haben. Aus Mitleid und Einsamkeit nimmt KG Jables mit in seine Wohnung. Er behauptet eine große Nummer im Showgeschäft zu sein und beginnt damit JB zu trainieren. Mithilfe des Gig-Simulators, Fernseh-Fernbedienungs-Wettkampf und Ständer-Stützen wird Jables auf das Leben eines Rockstar vorbereitet. Als klar wird, dass Kage gar keine Kontakte zur Branche hat und vom Geld seiner Eltern lebt, die ihm jetzt den Hahn zudrehen, geraten die beiden in Streit. Da KG von den letzten Ersparnissen nicht die Miete, sondern eine Gitarre für JB bezahlt hat, raufen sie sich wieder zusammen und wollen durch einen Bandwettbewerb ihre Finanzen aufbessern. Weil sie dort abstinken versuchen sie das Geheimnis großer Rockstars zu ergründen und stoßen dabei auf das Plektron des Schicksals.

Für mich hat dieser Film alles, was man zum Spaßhaben braucht: Gute Musik mit teils sehr kranken texten, albern-pubertärer Humor, das epische vom Kampf Gut gegen Böse und unzählige Anspielungen auf andere Bands, Filme und Fernsehserien. Die Gastauftritte von Meat Loaf, Dio und Dave Grohl verpassen dem Streifen dann noch den letzten Schliff. Man merkt den Gesangseinlagen und den Texten die Liebe von Jack Black und Kyle Gas zum Rock'n'Roll an. Ihre selbstgeschriebenen Lieder, die häufig Zitate bekannter Rocksongs enthalten oder aber ziemlich skurrile Themen behandeln, nehmen dabei immer wieder die alten Klassiker auf's Korn. Das setzt sich in den Dialogen des Films fort. Zitiert werden Clockwork Orange, Matrix oder Star Wars. Nicht umsonst spielt ein Teil des Films im Rock and Roll-History Museum. Tenacious D wollen mit Kings of Rock ihren Vorbildern, den großen Rockern, huldigen.

Auch in School of Rock findet man diese Liebkosungen. Und auch, wenn der kommerzielle Erfolg dieses Films in Deutschland größer und die Produktion etwas professioneller war, ist Kings of Rock mein Favorit. Der Film hat Herz und ist durch die ständige Selbstironie authentisch.

(Wenn ihr in einem bekannten Videoportal nach einem deutschen Trailer zum Film sucht, lasst euch nicht von der Synchronstimme von Kyle Gass oder dem deutschen Gesang von Jack Black abschrecken. Im Film werden alle Songs in der englischen Originalfassung wiedergegeben und Kages Stimme ist wesentlich besser, als im Trailer.)

Wie bei jeder neueren Filmkritik auf Teo-Net auch hier die

Links zum Film