Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

13Jun/09Off

Terminator: Die Erlösung

Geschrieben von Teo

"I'll be back!" war das Versprechen, welches uns Arni damals gab. Mittlerweile ist er zum 4. Mal aufgetaucht und bringt einige seiner Freunde mit.

"Terminator: Die Erlösung" spielt im Jahre 2018. Das s.g. jüngste Gericht, ein Atomschlag des Maschinennetzwerks "Skynet", hat einen großen Teil der Menschen im Jahre 2004 (am Ende des 3. Terminator-Teils) ausgelöscht. Die letzten Reste der Menschheit organisieren sich im Widerstand. John Connor (Christian Bale) gilt als eine Art Messias und führt eine Gruppe Aufständischer an. Alle Splittergruppen im globalen Widerstand sind über ein Oberkommando verbunden, welches sich bedeckt hält um von Skynet nicht entdeckt zu werden. Zu dieser Zeit erwacht Marcus Wright (Sam Worthington) wieder zum Leben, der 2003 eigentlich wegen mehrfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Dieser trifft auf den 15 Jahre alten Kyle Reese (Anton Yelchin), der später John Connors Vater werden wird, wenn dieser ihn in der Zeit zurück schickt um seine Mutter zu beschützen (zum weiteren Verständnis der Zeitreise-Logik empfehle ich die Lektüre von "Das Restaurant am Ende des Universums". Speziell den Teil, in dem Zaphod Beeblebrox erklärt, wie ein Unfall mit einem geplatzten Kondom und einer Zeitmaschine dazu führte, dass er sein eigener Ur-Ur-Ur-Großvater ist). Als eine Abschussliste von Skynet zu den Widerständlern durchsickert und Kyle an erster Stelle aufgeführt wird, beschließt Connor seinen Vater zu suchen.

Schon aus meiner recht unvollständigen Inhaltsangabe geht hervor, dass der Plot recht vielschichtig ist. Die verschiedenen Handlungsstränge kreuzen sich immer mal wieder und geben am Ende zusammen ein großes Ganzes. Es geht nicht nur um die Geschichte des Widerstandes gegen die Maschinen, sondern auch um die persönlichen Schicksale von Marcus, Kyle und Connor, die jeweils miteinander verflochten sind. Ehrlich gesagt hatte ich so viel Tiefe nicht erwartet. Auch durch das Feindbild in diesem Teil hebt sich "Terminator: Salvation" stark von den vorherigen ab: Diesmal ist nicht ein einzelner Terminator hinter den Helden her, sondern an jeder Ecke lauert ein Harvester, Hunterkiller oder eine humanoide Killermaschine. Der Kampf wird offen geführt. Skynet muss seine Androiden nicht mehr mit menschlichem Aussehen tarnen, wie es in der Vergangenheit nötig war. Dennoch gibt es auch solche Modelle wieder, wie mehrfach gezeigt wird. Den Plot empfand ich als relativ intelligent für einen Actionfilm. Natürlich kommen auch Kampfszenen und Verfolgungsjagden nicht zu kurz. Selten wirkt die Action sinnlos, da sie recht gut in der Story untergebracht wird. Bis zum Schluss bleiben bestimmte Fragen offen, was zur Spannung beiträgt. Einige Fehler sind natürlich auch in diesem Film zu finden. So entfernt sich Marcus einen Computerchip, der angeblich mit seinem Gehirn verbunden ist, mit bloßen Händen, ohne dabei besonders tief unter die Kopfhaut vorzudringen. Auch die Landschaften kennt man bereits aus zig anderen Filmen mit post-apokalyptischer Szenerie. Ich hätte gerne mal etwas anderes als Wüsten und zerbombte Städte gesehen.

Insgesamt war "Terminator: Die Erlösung" ganz solide und weniger trashig als ich vermutet hatte. Abgesehen von der Zeitreise-Thematik, die durch die älteren Filme vorgegeben ist, könnte man sagen, dass er der Matrix-Trilogie ähnelt, wenn man ihr die ganzen metaphysischen Sperenzchen abzieht. Insofern finde ich den neuen Terminator sogar etwas ehrlicher, weil er nicht versucht die Action mit tiefgründigem Schnickschnack aufzupumpen. Man darf keine großartigen Erkenntnisse erwarten, aber für ein paar Stunden gemütliches Popcorn-Essen ist er durchaus zu haben.