Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

1Mrz/12Off

Ein Programm sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Geschrieben von Teo

Ich bin im Augenblick auf der Suche. Ich suche 2 Programme, die mir meine Wünsche in Sachen RSS und Twitter besser erfüllen, als meine bisherigen Clients dafür. Was ich möchte ist eigentlich gar nichts Exotisches und doch scheint es so, als könnte keine aktuelle Mac-Software meine Nachfrage befriedigen. Zunächst zum Twitter-Client, bei dem ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, bald eine Lösung zu finden:

Der Client sollte sich designtechnisch an den offiziellen Twitter-Client annähern. Ich schätze dessen kompakte, aber nicht überladene Optik. Ich hätte auch weiterhin gerne einen Client mit nur einem Fenster. Die Verwaltung mehrere Accounts sollte in diesem einem Fenster möglich sein. Gleichzeitig sollte mir der Client aber alle wichtigen Features bieten, die den Weg teilweise noch nicht in den (mies gepflegten) offiziellen Twitterclient gefunden haben: Timeline Streaming und alle Anzeigen unabhängig von der Twitter-Website sind hier meine Hauptpunkte. Es ist mir einfach unbegreiflich, wieso mich der offizielle Client zum Begutachten anderer Leute Follower wieder auf Twitter.com schickt, statt das direkt im Client anzuzeigen. Weiterhin sollte er TweetMarker und Twitters eigenen Bilderupload unterstützen, Bilder direkt in der Timeline einbinden, diverse Filter mitbringen und in Verhalten (z.B. im Zusammenhang mit Growl) und Optik konfigurierbar sein. Für so einen Client würde ich sogar ein paar Euro auf den Tisch legen. Die Software, die wohl am ehesten an diese Anforderungen heran kommt, scheint aktuell Osfoora zu sein. Daran stören mich aber viele Kleinigkeiten, wie die breite Seitenleiste, die Nutzung mehrerer Fenster und das fehlende Streaming. Ich warte also darauf, dass die Entwickler hier nachliefern, in diesem Fall würde ich den Client kaufen.

Kommen wir zu meinem anderen, wohl etwas schwerer zu befriedigenden Bedürfnis: Ein neuer RSS-Reader. Aktuell benutze ich das Open Source-Programm Vienna. Das ist funktional und lässt sich ganz gut bedienen, aber auch schrecklich langsam und eine Weiterentwicklung ist quasi nicht vorhanden. Alternativen dazu wären vielleicht noch NetNewsWire oder Newsfire. Ich habe mir da vor einigen Jahren mal ein breiteres Bild gemacht. So richtig vom Hocker haut mich von diesen Readern aber keiner. Ich bin sogar schon so weit, dass ich mir Lösungen mit Google Reader Backend anschaue, obwohl das für mich eigentlich keinen Sinn macht. Caffeinated und Cappuccino habe ich da bereits getestet. Beide scheinen eher etwas für Leute mit einigen wenigen RSS-Abos zu sein und laufen instabil. Cappuccino lässt sich nichtmal mit der Tastatur bedienen. Meine Anforderungen im einzelnen: Ich suche einen RSS-Reader als Standalone-Lösung oder von mir aus auch mit Google Reader-Integration. Er soll die Feeds möglichst flott und in frei konfigurierbaren Intervallen aktualisieren. Er soll Growl unterstützen und dort nicht jeden Artikel einzeln, sondern lediglich eine zusammenfassende Nachricht ausgeben (z.B. wie bei Vienna lediglich die Anzahl neuer Artikel). Feeds und Ordner sollten genauso wie Tags unterstützt werden und frei sortierbar sein. Ob man nun das Reeder-typische 3-Spalten-Layout oder eine eher an Mail.app angelehnte Raumaufteilung nutzen möchte, sollte die Software dem Nutzer überlassen. Der Lion-Vollbildmodus sollte integriert sein und sich merken, in welchem Zustand ich das Programm beendet habe. Das Ganze sollte natürlich so wenig Prozessorlast und RAM-Aufkommen wie möglich erzeugen und optisch halbwegs ansprechend sein, sich bei seinem Design grundsätzlich aber an die Mac OS X-Standards halten. Als kleines i-Tüpfelchen könnte sich der Reader sogar per Alfred durchsuchen lassen. In diesem Fall scheint Reeder schon recht nah an das zu kommen, was ich mir vorstelle, aber die Rezensionen im App Store und die dortige Feature-Liste deuten an, dass mancher Wunsch auch damit unerfüllt bleiben wird und da es keine Testversion gibt, werde ich vorerst keine 8€ dafür auf den Tisch legen.

Ich wollte diese Wünsche einfach mal ausformulieren und vielleicht landet dieser Blogeintrag ja auf dem Tisch eines Programmierers, der nach Feature-Wünschen für seinen nächsten eierlegenden wollmilch- und schinkenspendenden Twitter- bzw. RSS-Client Ausschau hält. Unter Umständen hat auch einer meine 3 Leser noch einen Software-Tipp für mich.


9Mrz/09Off

Feedreader im Test

Geschrieben von Teo

Auf der Suche nach einem guten RSS-Feedreader für Mac OS X bin ich bei Apfeltalk über einen etwa ein Jahr alten Beitrag gestolpert, der mich spontan dazu anregte selbst mal einen aktuellen Vergleich durchzuführen. Neben sechs kostenlosen Reader-Applikationen landeten so auch drei Browser und Apple Mail auf meinem Untersuchungstisch. Online-Dienste wie Netvibes, habe ich von vornherein ausgeschlossen, da hier keine Möglichkeit des Offlinebetriebs vorhanden ist, und mir lokale Reader zuverlässiger erscheinen. Eine tabellarische Übersicht meiner Ergebnisse findet ihr in dieser PDF-Datei: Teo-Net Feedreadervergleich 2009

Getestet habe ich alle Programme "nackt", also ohne Add-Ons oder Plugins unter Mac OS X 10.5.6 auf einem MacBook 5.1 mit 2,0 GHz und 2GB RAM. Beginnen möchte ich mit dem, was jeder Apple-Computer ohnehin an Bord hat.

Integrierte Readerfunktionen

Die RSS-Funktion von Mail

Mail

Das E-Mail-Programm von Apple läuft ohnehin bei vielen Nutzern im Hintergrund und eignet sich allein deshalb schon für das Aktualisieren abonnierter Feeds. Es zeichnet sich vor allem durch eine gute Präsentation der Beiträge aus. Wenn die Einstellung "Im Posteingang anzeigen" gewählt wird, ist es auch möglich die Anzahl neuer Feedeinträge im Dock-Icon anzeigen zu lassen. Sehr positiv empfinde ich auch, dass angezeigt wird, ob und wann ein Artikel zuletzt aktualisiert worden ist. Leider ist der Funktionsumfang auf die elementarsten Dinge beschränkt. Ohne Workarround sind keine intelligenten Ordner möglich und eine Benachrichtigung über neue Feedeinträge per Growl o.ä. gibt es nicht. Weiterhin ist kein Im- oder Export von OPML-Dateien vorgesehen. Lediglich die Feeds aus Safari können, neben händisch hinzugefügten, übernommen werden. Auch ein integrierter Browser ist nicht vorhanden. An kleinen Details bemerkt man, dass die RSS-Funktion erst nachträglich hinzugefügt worden ist. So steht z.B. in der Kopfzeile des Programms "RSS (28 E-Mails, 26 ungelesen)", obwohl man keine E-Mails, sondern Feeds betrachtet. Mail ist für kleinere Mengen von Feeds durchaus zu gebrauchen und bietet für einen integrierten Feedreader durchaus einen angemessenen Funktionsumfang. Wer jedoch sehr viele Feeds zu verwalten hat, wird hier schnell an seine Grenzen stoßen.

Die RSS-Funktion von SafariSafari

Die RSS-Funktion des Apple-Browsers bietet im Vergleich zu anderen integrierten Readern die beste Umgebung. Zwar sind Ordner nur bedingt sinnvoll nutzbar und eine OPML-Unterstützung gibt es auch hier nicht, dafür helfen zahlreiche Einstellungs- und Sortiermöglichkeiten dabei seine Lieblingsfeeds zu verfolgen. So ist die Länge angezeigter Artikelteile quasi stufenlos verstellbar, die Suche funktioniert ad-hoc und alle Einstellungen sind bequem über eine Seitenleiste erreichbar. Leider lässt sich die Anzeigenaufteilung in keiner Weise verändern und ist somit recht unflexibel. Weiterhin kann man, wie auch in Mail, bei einer großen Anzahl von Feeds schnell den Überblick verlieren. Auch Safari bietet keine Möglichkeit einer Benachrichtigung über neue Feedeinträge. Erst vor einiger Zeit tauchte außerdem eine gravierende Sicherheitslücke in der RSS-Funktion von Safari auf, welche aber mittlerweile repariert sein soll.

RSS in FirefoxFirefox

Die RSS-Funktionen, die Mozillas Firefox von Haus aus mitbringt, sind leider nicht wirklich funktional. Feeds lassen sich lediglich als "Dynamische Lesezeichen" abspeichern. Sie müssen von Hand auf neue Einträge untersucht werden, welche sich dann ausschließlich als Website anzeigen lassen. Eine Anzeige als CSS fehlt völlig. Mehr bietet der Firefox nicht, weshalb sein Funktionsumfang in meinem Test die schlechteste Note erhalten hat. Wer mehr als eine einstellige Anzahl von Feeds regelmäßig überprüfen möchte kommt mit dem Firefox nicht weit. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die gute Erweiterbarkeit des Browsers viele der Mängel beheben kann. Da an dieser Stelle ohne Add-Ons getestet worden ist, wird dieser Umstand in den Testergebnissen aber nicht weiter beachtet.

Der RSS-Reader von OperaOpera

Der letzte Testkandidat im Bereich der integrierten Reader heißt Opera. Die RSS-Funktion wurde hier in den Opera-Mail-Klienten integriert. Dadurch ist die Navigation durch die Feeds der in "Mail" sehr ähnlich. Trotzdem wirkt die Anzeige unaufgeräumt. Opera bietet als einziger Browser mit RSS-Funktion auch einen OPML-Import und Benachrichtigungen an, welche durch anklickbare Überschriften sehr nützlich sind. Die Anzahl neuer Einträge wird allerdings nicht im Dock-Icon angezeigt. Durch die Integration in den E-Mail-Klienten kommt es allerdings oft zu sehr seltsamen Erscheinungen. Der Menüpunkt "Antworten" z.B. ist bei Feeds wohl gänzlich überflüssig. Ein weiteres Manko ist, dass sich Opera recht schlecht in Mac OS X einfügt. Wer den Browser ohnehin benutzt, könnte mit der eingebauten RSS-Funktion seine Bedürfnisse decken. Insgesamt liegt Opera in der Bewertung irgendwo zwischen Mail und Firefox.

Reine Readerprogramme

Kommen wir nun zu Programmen, die als reine Feedreader gedacht sind. Ich habe ausschließlich kostenlose Applikationen getestet, die mir halbwegs vernünftig erschienen. Neben den sechs hier aufgeführten habe ich mir die Reader Futter, Ensemble2 und MiNews angeschaut, diese sind aber entweder veraltet oder im Funktionsumfang extrem eingeschränkt, weshalb sie es nicht in die Wertung geschafft haben.

Die Feedanzeige in ViennaVienna

Der OpenSource Feedreader Vienna hat die Messlatte gleich zu Beginn des Tests recht hoch angelegt. Intelligente Ordner, sinnvolle Benachrichtigungen und 15 vorinstallierte CSS-Styles für die Feedanzeige, sind nur drei positive Aspekte. Der integrierte Browser ist sehr leistungsfähig und Vienna ist sparsam im Umgang mit Ressourcen. Die Anzahl neuer Feedeinträge lässt sich nicht nur im Dock, sondern auch in der Menüleiste anzeigen. Besonders schön ist auch, dass Vienna in 18 Sprachen erhältlich und damit der einzige getestete Feedreader in deutscher Sprache ist. Der Im- und Export von OPML-Dateien ist mühelos inklusive Ordner möglich und macht den Umstieg von oder auf Vienna sehr einfach. Einzig die Suchfunktion enttäuscht etwas. Der Funktionsumfang ist sehr angemessen und sogar erweiterbar. Zusammen mit NetNewsWire ist Vienna der Sieger dieses Tests gewesen.

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Die Feedanzeige in ShrookShrook

Es kann an mir liegen, aber Shrook finde ich extrem unübersichtlich. Dies ist eigentlich sehr schade, denn ansonsten bietet Shrook wirklich viel. Ein Changelog zeigt beispielsweise Änderungen an Feedeinträgen an und markiert diese. Eine Statusanzeige informiert über Aktivitäten des Programms und hält den Nutzer auf dem Laufenden. Feedeinträge lassen sich wahlweise in CSS oder als Website darstellen. Der integrierte Browser ist dabei leider nicht sehr leistungsstark und ermöglicht z.B. keine Tabs. Wird ein Feed hinzugefügt, der umgeleitet wird, meldet Shrook dies und fragt, ob stattdessen die neue Adresse übernommen werden soll. Der Reader unterstützt außerdem Desktop-Blogging-Software und die Synchronisation mit einem Webdienst, sowie die automatische Synchronisation von Anhängen mit einem iPod oder iPhone. Insgesamt konnte Shrook aufgrund des unübersichtlichen Interfaces nicht ganz überzeugen.

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Der Feedreader NewsFireNewsFire

Der Feedreader der Inquisitor-Macher, NewsFire, bietet vor allem etwas für das Auge. Die Feeds werden untereinander anhand einstellbarer Kriterien geordnet. Wählt man beispielsweise die Einstellung "Sort by Number of New Items" und die Anzahl der ungelesenen Einträge eines Feeds sinkt, so wird der entsprechende Feed mit einer ästhetischen Animation an eine neue Stelle in der Liste verschoben. NewsFire ist dabei der einzige Reader, der, neben Mail und Safari, die Integration in Spotlight funktional auf die Reihe bekommt. Leider verfügt der Reader über keinen integrierten Browser und die Anpassung der Fensteraufteilung an persönliche Bedürfnisse ist nicht möglich. Auch der OPML-Im- und Export macht Probleme und lässt die Ordner außen vor. Dies macht den Umstieg mit vielen Feeds recht aufwendig. Der ehemals kostenpflichtige Reader ist für die Nutzung mit einer moderaten Anzahl von Feeds durchaus zu gebrauchen und bietet eine Menge Eyecandy, aber leider für meinen Geschmack einen zu geringen Funktionsumfang.

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Eine mögliche Feeddarstellung in NetNewsWireNetNewsWire

Über NetNewsWire gibt es nicht allzu viel Negatives zu berichten. Das Programm bietet viele Einstellungsmöglichkeiten, was die Anzeige der Feeds angeht. Ein Browser mit ausreichendem Funktionsumfang ist integriert und ermöglicht das Betrachten von Feedeinträgen in ihrer natürlichen Umgebung. Der Reader kann mit dem Dienst NewsGator synchronisiert werden und ermöglicht die Zusammenarbeit mit Desktop-Bloging-Software. Als einziger getesteter Reader werden außerdem Statistiken mitgeliefert. Der Im- und Export von Feeds via OPML-Dateien funktioniert problemlos. Lediglich zwei Mankos lassen NetNewsWire hinter Vienna zurückstehen: Zum einen der enorme Speicherhunger, der etwa um den Faktor fünf höher ist, als bei Vienna, sowie die miserablen Benachrichtigungen, die jeden einzelnen Eintrag wiedergeben und einem ziemlich schnell den ganzen Bildschirm mit Growl-Fenstern zukleistern können.

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Die Feedanzeige in endoendo

Die Oberfläche von endo wirkt leicht verspielt. So stellen sich auch einige Einstellungsmöglichkeiten dar, wie z.B. die Anpassung der Farbe in der Titelleiste. Genauso lassen sich auch die Farben der Feeds ändern, so dass man die Übersichtlichkeit bei moderater Feedanzahl leicht verbessern kann. Die Erreichbarkeit der Einstellungen ist teilweise sehr einfach und teilweise sehr diffus. Endo ist für die Zusammenarbeit mit dem Desktop-Bloging-Programm ecto vom gleichen Hersteller ausgelegt. Die Aktualisierungsintervalle, sind in Schritten von fünf Minuten ohne Obergrenze für jeden Feed einzeln definierbar. Fast alle anderen Reader bieten nur die Möglichkeit aus festen Vorgaben zu wählen. Leider besitzt endo keinen integrierten Browser. Standardfunktionen sind vorhanden, leider sind aber viele Einstellungen für weitergehende Features ziemlich versteckt. Auch der Hadwarehunger von endo schreckt eher ab.

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Feedansicht unter RSSOwlRSSOwl

Die RSS-Eule ist ein OpenSource-Projekt, welches nicht nur für Mac OS X, sondern auch für Windows und Linux erhältlich ist. Die Java-Applikation ist leider kein Augenschmaus und sehr schlecht in die Oberfläche von Mac OS X integriert. Die Übersicht über abonnierte Feeds ist passabel und bietet alles, was man braucht. Die Einstellungsmöglichkeiten sind leider etwas verteilt und mac-untypisch, was die Steuerung etwas erschwert. Durch diesen Umstand war es mir bisher auch nicht möglich den enormen Funktionsumfang gänzlich zu erfassen. Freunde von Tastenkürzeln, werden an RSSOwl ihre Freude haben, denn diese sind frei definierbar, genauso, wie die Aktualisierungsintervalle. Es wird ein eigenes Benachrichtigungssystem mitgeliefert, welches sehr informativ daher kommt. Wer mit mehreren Betriebssystemen hantiert und wen die krude Optik nicht stört, der wird mit RSSOwl sicher zufrieden sein. Auf wen das allerdings nicht zutrifft, der sollte lieber zu einer der Alternativen greifen.

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