Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

25Mai/11Off

Also du willst einen eigenen Minecraft-Server eröffnen

Geschrieben von Teo

Unglaublich wie viele Kiddies sich da draußen tummeln, die unbedingt einen eigenen Minecraft-Server bestellen müssen, ohne sich im Vorhinein auch nur über Grundlegendes informiert zu haben. Die Foren meines Hosters Nitrado sprechen Bände. Auch bei den beliebten Server-Mods Bukkit und Canary, sowie im offiziellen Minecraft-Forum geht es - gehäuft nach Minecraft-Updates - heiss her. Diese kleine Anleitung möchte ich so allgemein und verständlich wie möglich halten, um ein paar grundlegende Dinge zu klären, die man als Betreiber eines Minecraft-Servers beachten muss.

Schritt 1: Will ich das wirklich
Diese Frage klingt banal, aber man sollte vor der Investition von Geld und Zeit klären, ob man wirklich Lust auf einen eigenen Server hat. Am Anfang klingt alles ziemlich rosig, aber es gehört dauerhaft Arbeit und Zeit in einen Server gesteckt, damit er läuft. Minecraft befindet sich noch in der Beta, also Testphase. Solange das Spiel noch nicht fertig ist, wird es immer wieder Updates geben, die das Spiel verbessern und erweitern. Die Kehrseite ist, dass meist auch eine neue Server-Version erscheint und die alte inkompatible mit der neuen Spiel-Version wird. Für den eigenen Server bedeutet dass, man muss die Server-Software updaten, was je nach installierten Mods und Plugins durchaus anstrengend werden kann. Informiere dich also im Vorfeld über das Arbeitsaufkommen und frage dich, ob du das wirklich leisten willst und kannst. Oft fehlt den Nutzern offenbar auch Wissen, das man sich natürlich aneignen kann. Viele Tutorials oder Erklärungen in den Mod-Foren sind allerdings in englischer Sprache. Man kann natürlich versuchen sich durchzuwurschteln, ohne wirklich Englisch zu verstehen oder man nimmt es zum Anlass diese Sprache endlich mal zu lernen, wenn man sie nicht kann, aber ohne kommt man auf keinen Fall aus. Wenn man weiss, dass man dazu neigt schnell aufzugeben, sollte man besser die Finger vom eigenen Minecraft-Server lassen.

Schritt 2: Hoster
Zunächst muss man sich einen Platz für seinen Server suchen. Zur Wahl stehen prinzipiell 2 Möglichkeiten: 1. Selber hosten und 2. Professionell hosten lassen. Vorteil der 1. Möglichkeit ist, dass es in der Regel ziemlich kostenfrei ist, wenn man den Server auf dem eigenen Rechner betreibt. Strom und DSL muss man natürlich streng genommen hinzurechnen und auch ein dauerhafter Betrieb wird nicht immer möglich sein. Wenn man nicht gerade einen leistungsstarken Computer nur als Minecraft-Server in Betrieb haben will, ist diese Variante allerdings eher schwer mit der Praxis vereinbar, zumindest, wenn man mit mehr als 2-4 Spielern gleichzeitig bauen möchte. Daher empfehle ich für etwas Dauerhaftes die Möglichkeit einen professionellen Hoster zu nutzen. Hier muss natürlich ein gewisses Entgelt geleistet werden. Wie viel das ist variiert vor allem anhand der Eckpunkte Anbieter und Slotzahl. Die Slotzahl bestimmt, wie viele Spieler gleichzeitig auf einem Server eingelogt sein können. Zeitversetzt können unendlich viele Spieler den Server nutzen, aber eben nicht gleichzeitig online sein. Für die Hoster besteht hier offenbar der größte Aufwand in einer angemessenen Verteilung des Arbeitsspeichers auf den Servern. Welchen Anbieter man sich hier letztlich aussucht, hängt wiederum von ganz anderen Faktoren ab. Offensichtliche Unterschiede gibt es im Preis, aber natürlich auch in der Leistung. Oftmals hat man keinen FTP-Zugriff auf seinen Server oder aber Zusatzfeatures wie automatische Backups. Was man davon braucht und was man gewillt ist auszugeben, muss man am Ende selbst wissen. Da sich die Lage auf dem Markt schnell ändern kann, ist für solche Abwägungen an dieser Stelle kein Platz. Einen Zweitserver zuhause zu betreiben bietet sich allerdings zu Testzwecken an.

Schritt 3: Mods
Minecraft-Server sind als Vanilla, also unmodifizierte Software-Variante, wenig sinnvoll. Es gibt zwar mittlerweile die Möglichkeit per Whitelist den Zugriff zu beschränken und Ops festzulegen, aber die Einstellungsmöglichkeiten und Flexibilität des Servers ist doch deutlich eingeschränkt. Die meisten Server nutzen daher Mods. Derzeit sind die vernünftigsten Möglichkeiten offenbar Bukkit und Canary. Beide Mods sind lediglich Grundgerüste und bieten Plugin-Programmierern eine Schnittstelle an. Die Entscheidung für die Servermod ist daher ziemlich grundlegend und entscheidet darüber, welche Plugins man nutzen kann und welche nicht. Beide Mods sind quasi evolutionär aus hMod hervorgegangen, dessen Entwicklung eingestellt wurde. Die verbliebenen Entwickler sind nun teilweise auch bei den neuen Projekten zu finden. Beide Server-Mods befinden sich noch in der Entwicklung. Bukkit erscheint vielen Server-Admins offenbar als kompliziert, was ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann. Bukkit wird von Mojang, den Minecraft-Entwicklern, allerdings gefördert, indem sie vorab Informationen über Updates erhalten oder mal gemeinsam einen Heben gehen. Canary scheint hingegen Vorteile im Bereich von Updates zu bieten, da auch alte Plugin-Versionen unterstützt und nicht zwingend geupdatet werden müssen. In meinen Augen hat Bukkit langfristig mehr Relevanz, da es eine größere Nutzer- und Entwicklerzahl gibt. Dadurch gibt es ausserdem mehr Plugins und eine größere Wahrscheinlichkeit, dass - sollte die Weiterentwicklung mal auf Messers Schneide stehen, so wie damals bei hMod - sich neue Entwickler finden, die das Projekt fortführen. Dies ist aber nur meine Meinung.

Schritt 4: Plugins
Welche Plugins man nutzen möchte ist Geschmacksache. Manche eignen sich hervorragend für die eine Server-Art, für eine andere wiederum gar nicht. Ich versuche allgemeine Richtungen aufzuzeigen, die einem die Möglichkeit geben einen Überblick über die Fülle an Plugins - unabhängig vom gewählten Servermod - zu gewinnen. Welche Plugins man also einsetzen will, bestimmt der Servertyp, den man aufsetzen möchte. Die Kriterien dafür sind 1. Anzahl der Spieler, 2. Öffentlich oder Privat, 3. RP oder Freebuild. Die Anzahl der maximalen Spieler, die gleichzeitig online sein können, macht schon eine Menge von sich abhängig. Es ist einfach schwieriger 20 oder 30 Spieler zu "kontrollieren" als 4 oder 6. Ein großes Problem vieler Server ist Griefing. Spieler gehen dabei online um anderen die Arbeit zu zerstören. Die Vergabe individueller Rechte kann daher bei größeren Spielerzahlen sehr sinnvoll sein. Sind ohnehin nur 2-3 Spieler regelmäßig auf dem Server, kann man sich diese Arbeit sparen und einfach beide in eine Whitelist eintragen. Bei vielen Spielern sollte man daher auf Permission-Plugins setzen, bei denen entweder server- bzw. map-weit oder aber für einzelne Bereiche Rechte vergeben werden können. Dabei gibt es zahllose Möglichkeiten neben den Baurechten, z.B. auch die Nutzung von TNT, Feuer und Plugins zu regulieren. So ein Rechte-Plugin sollte eines der ersten sein, das man sich anschafft, wenn man es für sinnvoll erachtet. Ob ein Server privat oder öffentlich genutzt wird, spielt hier stark mit hinein. Auch ein öffentlicher Server sollte niemals jedem Spieler volle Baurechte gewähren. Jemand, der den Server zum ersten mal betritt und merkt, dass er volle Rechte besitzt, wird eventuell schnell damit beginnen eure Bauwerke auseinander zu nehmen. Richtet z.B. ein Plugin ein, dass jedem Spieler die Möglichkeit gibt, andere aus einer Parzelle auszuschließen. Legt Bereiche fest, in denen auch Gäste bauen dürfen, um zu sehen, ob ihr den Spieler behalten wollt, oder ob er nur zum Zerstören gekommen ist. Lernt eure Nutzer kennen. Bei privaten Server gestaltet sich das Ganze etwas einfacher. Am leichtesten ist es, eine Whitelist anzulegen, auf der alle Spieler stehen, die den Server betreten dürfen. Wer nicht auf der Liste steht, bekommt beim Login gleich eine Absage erteilt. Auf unserem Privat-Server haben Gäste zwar Zutritt, können aber weder bauen, noch Feuer und TNT einsetzen. So können wir anderen unsere Bauwerke live zeigen, ohne sie zu gefährden. Ob man einen RP-, also Rollenspiel-, oder Freebuild-, also freien Server aufbaut ist eine etwas nachrangige, aber nicht unwichtige Frage. Man sollte klar festlegen, ob jeder wild durch die Gegend bauen darf, oder ob Gebäude lieber gut zusammenpassen sollen. Verschiedene Plugins können die jeweilige Entscheidung unterstützen. Wer auf Mittelalter steht, kann z.B. einen Chatfilter installieren, der moderne Wörter anhand einer Blacklist herausfiltert. Sehr beliebt sind auch Mods, die Teleportation durch Tore oder mit selbstgebauten Fahrzeugen ermöglichen. Die Vielfalt ist unendlich. Selbiges gilt natürlich für Freebuild-Server. Hier kann man den Freiheitsgedanken durch fliegende Teppiche oder unendlichen Itemvorrat stärken. Hier entscheiden eigentlich nur die eigenen Vorlieben über die Begrenzung der Möglichkeiten.

Schritt 5: Updates
Ziemlich schnell wir dem frisch gebackenen Server-Admin auffallen, dass es so etwas wie Updates gibt. Nicht nur, wenn Minecraft selbst ein größeres Update bekommt, sondern auch, wenn die Servermods oder deren Plugins Fortschritte machen, gibt es neue Software. Alles ist eben im Fluss, wenn Plugins für Testversionen von Mods für die Testversion eines Spiels geschrieben werden. Bei Bukkit gibt es die s.g. Recommended Builds. Stabile Versionen der Bukkit-Mod, die den Admins ans Herz gelegt werden. Diese besitzen eine Build-Nummer, die im Thread eines Plugins ebenfalls auftaucht. Möchte man also ein Plugin installieren, sollte man zunächst nachsehen, ob die Build-Nummer der benötigten Bukkit-Version mit der auf dem eigenen Server übereinstimmt. Ist die Nummer beim Plugin höher als die eigene, sollte man Bukkit updaten. Ist sie niedriger, sollte man in Erfahrung bringen, ob das Plugin aufwärtskompatibel ist. Mit Blick auf Canary werdet ihr dann einen großen Unterschied feststellen, denn wo sich Bukkit bei Versionsnummern knapp unter 1000 verliert, gibt es bei Canary aktuell Build 6. Das ist für Anfänger natürlich sehr viel übersichtlicher. Auch scheinen hier, wie gesagt, Plugins eher kompatibel zu Vorgänger-Versionen zu sein, als bei Bukkit und bedürfen daher weniger Wartung. Prinzipiell gilt, dass man eine gewisse Wartezeit einzuplanen hat, wenn Mojang ein neues Update für Minecraft raushaut. Die Mod-Entwickler müssen sich auf die Änderungen im Client und der Server-Software einstellen und dies in Code umsetzen. Dies dauert zwischen 1 Stunde und 2 Wochen. Anschließend müssen die Plugin-Programmierer auf die Änderungen in der API des Mods reagieren, was von 10 Minuten bis niemals dauern kann. Bei vielen Plugins ist es daher wichtig den Überblick zu behalten und die Software möglichst immer auf den neuesten Stand zu bringen.

Fazit
Nur wenn man sich diesen Aufgaben gewachsen sieht, sollte man sich einen eigenen Minecraft-Server anschaffen. Man kann eine Menge Geld, Zeit und Aufwand sparen, wenn man sich klar macht, was es bedeutet einen Server zu betreiben. Ganz abgesehen davon, dass dies hier nur die technischen Seiten beleuchtet und das Management der Spieler auch ganz schön anstrengend sein kann.


24Mrz/11Off

So spiele ich gerade Minecraft

Geschrieben von Teo

Ich schreibe schon wieder über Minecraft. Das Thema ist eben ergiebig. Diesmal möchte ich ein wenig davon zeigen, wie ich derzeit so spiele. Darunter fallen für mich z.B. Mods und Einstellungen, aber auch was man so baut.

Lange habe ich Minecraft vanilla, also ohne Mods oder Texturepacks gespielt. Seit etwa 2 Wochen setze ich aber auf die Texturen von Minecraft 4 Kids. Der Name dieses Pakets klingt natürlich etwas komisch, aber ich mag die sehr spezielle Optik, die sich von vielen anderen Texturepacks unterscheidet. In meinen Augen passt Cellshading wie die Faust auf's Auge zu Minecraft. Das Glas sieht mit meinem aktuellen Shader noch nicht ganz so prächtig aus und es gibt in diesem Paket auch noch kein animiertes, stehendes Wasser, aber sobald der Shader, der speziell für dieses Texturepack entwickelt wird, fertig ist, wird das ganze ziemlich gut aussehen. Das Wasser soll sich dann mal so bewegen.

Ansonsten setze ich eigentlich keine Clientmods ein. Eine Zeitlang nutzte ich mal Zan's Minimap, aber die läuft mit der Minecraft Beta 1.3 nicht mehr und ich bevorzuge zur Orientierung jetzt DynMap, ein serverseitiges Plugin für Bukkit. Wie bereits angedeutet, spiele ich meistens auf unserem Multiplayer-Server mit 4 Freunden und Familienmitgliedern. Dort ist Bukkit mit einigen Plugins im Einsatz. Die Bandbreite geht hier von Standard-Kram, wie Essentials, Permissions oder iChat über schöne Spielereien, wie MultiVerse, Stargate oder MinecartMania, bis hin zu recht speziellen Dingen, wie ControllerBlock oder Lightsensor. Gerade mit MultiVerse und dem ControllerBlock haben wir eine Menge Spaß. Auf unserem Server laufen derzeit 3 Karten, die man mittels eines großen Portals im Tempel (s. Gebäude im Zentrum des obigen Bildes) erreichen kann. Neben unserer befriedeten, normalen Welt haben wir also auch einen Nether und eine Welt mit fiesen Mobs. Durch den ControllerBlock lassen sich recht einfach Geheimtüren, Zugbrücken oder ein- und ausschaltbare Sichtfenster im Mobspawner realisieren. Mit etwas Fantasie ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten.

Dieses Plugin ermöglichte mir auch den Bau einer meiner fiesesten Kreationen innerhalb eines Hindernisparcours, der noch unvollendet ist. Ihr seht den Abschnitt auf dem Bild oben. Die einzelnen Blöcke in Blickrichtung schalten sich dank einer Uhrwerksschaltung und einigen Controller-Blöcken ein und aus. Wenn man auf die andere Seite kommen will, muss man also den richtigen Zeitpunkt abwarten. Stirbt man hier doch mal, was beim Namen Pyramide des Todes schon irgendwie impliziert wird, kann man sich mithilfe versteckt platzierter Namen von Warps zumindest wieder kurz vor den Todesort zurückbeamen. Weitere Abschnitte sind ein Labyrinth mit beweglichen Wänden, ein Soundblock-Rätsel oder auch ein klassisches "Drück den Schalter und lauf so schnell du kannst zur Tür"-Dings mit Soul Sand. In der Parallelwelt habe ich vor Kurzem eine einfache Mob-Falle fertiggestellt, die aber nicht weiter besonders ist. Im Portalnetzwerk heisst der Ort Newgate, nach dem berühmten britischen Gefängnis. Unser Glanzstück ist immer noch der riesige unterirdische Dom, den ich schon bei YouTube oder im offiziellen Minecraft-Forum kurz vorgestellt habe. Hiramas arbeitet allerdings gerade an einer fliegenden Insel mit Star Trek-Maschinenraum und allem Zip und Zap, der dem Konkurrenz machen könnte. Ein Bild davon seht ihr hier drunter.

Ich selbst habe derzeit ausser der Todesfalle kein konkretes Projekt. Dafür fallen mir aber ständig neue Ideen für Rätsel ein, die man dort verwirklichen könnte. Mein gestiegenes Interesse an Redstone trägt hierzu gehörig bei. Da gibt es so viele Möglichkeiten, auch wenn man bei recht einfachen Schaltungen bleibt. Ein einfaches AND-Gate hinter einem T-Flip-Flop kann dafür sorgen, dass man eine Tür von der Druckplatte im Innern einer Kammer nur schließen, aber nicht wieder öffnen kann. Das ist so wunderbar. Wunderbar wird sicher auch das neue Haustier, an dem Mojang gerade arbeitet. Der Hund bzw. Wolf schüttelt sich so schön, wenn er aus dem Wasser kommt. Davon werde ich hoffentlich immer einen in der Nähe haben.

Wer uns live beim Spielen zusehen will, kann sich unsere DynMap anschauen. Damit kann man auch den Chat des Servers nutzen. Wer ganz brav ist, darf auch gerne selbst mal vorbeischauen, solange Plätze frei sind.


17Feb/11Off

Minecraft Multiplayer ist viel mehr besser als wie Singleplayer (mit Verlosung)

Geschrieben von Teo

Über das Klötzchenaufbauspiel Minecraft habe ich ja nun schon im Oktober geschrieben. Ich spiele immer noch und freue mich, wie gut die Entwicklung des Spiels vorankommt. Mittlerweile ist das Spiel im Beta-Stadium und wird immer besser. Seit Dezember bin ich auch nicht mehr alleine unterwegs. Mit ein paar Familienmitgliedern und Freunden basteln wir jetzt gemeinsam an einer besseren Block-Welt. Als mir früher Leute erzählten wie viel besser doch der Multiplayer-Modus sei, wollte ich ihnen oft nicht recht glauben. Immerhin gab es damals noch einige schwierige Bugs und weniger Funktionen als im Singleplayer-Modus. Seit dem Halloween-Update Ende Oktober hat sich aber eine Menge getan. Man kann nun auch im Survival Multiplayer (SMP) ohne Probleme Minecart fahren und Schwerter verursachen tatsächlich Schaden. Nagut, kleinere Dinge sind immer noch etwas wackelig, wie z.B. das Stehen auf Zäunen, aber daran wird genauso gearbeitet, wie am Nether.

Jedenfalls macht der SMP tatsächlich einfach mehr Spaß, als allein durch die Gegend zu irren. Fast jedes mal wenn man sich einloggt, haben andere Spieler wieder irgendeine Kleinigkeit hinterlassen, die man entdecken kann. Transportsysteme und andere Bauwerke, die für einen Spieler alleine kaum Sinn machen, haben hier schon eher einen tatsächlichen Nutzen. Ich baue derzeit z.B. an einem Hindernisparcours und habe ein Versteck, das niemand ausser mir kennt. Im Singleplayer wäre das natürlich auch möglich, aber vor wem sollte man sich schon verstecken? Creeper sind zwar explosiv, aber Truhen können sie immer noch nicht öffnen. Projekte dürfen auch gern mal eine Nummer größer sein, man hat sie ja nicht mehr allein zu stemmen. In unserem Fall ist so ein Großbauprojekt der Halbkugel-Dom, den ich im Singleplayer begonnen hatte und der nun im Zentrum unserer Multiplayer-Map steht. Ich habe unsere Welt mal grob abgefilmt:

Bevor man aber zum Mehrspieler-Minecraft kommt, steht die leidige Suche nach einer geeigneten Server-Lösung. Wer schon einen eigenen Webserver mit freien Kapazitäten rumstehen hat, darf sich natürlich freuen. Auch ordentliche Heim-PCs können schon eine gut spielbare Welt zur Verfügung stellen. Die nötige Software zum Einrichten des Servers stellt Mojang allen Minecraftspielern kostenlos bereit. Wir hatten leider weder einen geeigneten Webserver, noch Lust einen Rechner 24 Stunden am Tag nur mit Minecraft zu beschäftigen. Es blieb also für unser Vorhaben nur ein professioneller Hoster für Spieleserver. Nach einer recht kurzen Suche stieß ich dabei auf Nitrado.net.

Die bieten ein Prepaid-Hosting an, bei dem man unabhängig von Banküberweisungen, Lastschriften oder per Post verschickten Verträgen mieten kann. Man lädt ein Guthaben per Paysafecard, Handy, PayPal oder einer anderen Zahlungsmethode auf seinen Account und kann dann damit einen Server konfigurieren. Es lässt sich also genau kontrollieren, was man für den Server ausgibt. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass mich vor allem die Preisliste von Nitrado überzeugt hat. Zum Testen mieteten wir uns also erstmal für 30 Tage einen Server an, auch wenn die enorme Investition von 3€ für 5 Personen sicher einen Kraftakt darstellt. Anfangs gab es ein paar Laggs, aber die Server werden derzeit, wie dem Support-Forum zu entnehmen ist, erheblich aufgerüstet. Demnächst werden wohl auch alle Minecraft-Server von den Counterstrike und Battlefield Servern getrennt werden, weil so viele Spieler hier ihre Block-Welten hosten wollen. Auf den Servern sind ausserdem wahlweise eine alte hMod-Version, eine inoffizielle hMod-Version oder Bukkit vorinstalliert, sodass man sich damit auch nicht mehr rumschlagen muss. Plugins kann man nach belieben selbst installieren. Automatische Backups gibt es täglich neben manuell erstellbaren. Die Foren werden, vor allem in Anbetracht der Flut an Minecraft- und Foren-Noobs, sehr gut moderiert und es besteht die Möglichkeit die ein oder andere Extrawurst zu wünschen. Nach Ablauf unserer Testphase haben wir unseren Server direkt mal auf ein Jahr verlängert. Kurz: Wir sind rundum zufrieden mit dem Angebot.

Marcel aus dem Nitrado-Team, mit dem ich einen sehr netten Mail-Wechsel hatte, konnte mir für diesen Artikel einen kleinen Gewinnspiel-Preis organisieren. Ihr könnt also für 30 Tage einen Minecraft-Server mit 10 Slots bei Nitrado.net gewinnen. Wie immer gibt es hier kein Los-System oder Tweet-Zwang. Schreibt einfach einen Kommentar, in dem ihr einen Screenshot, ein Video oder etwas anderes verlinkt, das eure bisher größte, beeindruckendste oder interessanteste Minecraft-Kreation zeigt. Ihr könntet z.B. auf dem eigenen Blog ausführlich über euer Werk schreiben und den Link zu eurem Eintrag hier in die Kommentare setzen. Nehmt bitte auf keinen Fall fremdes Material. Der Gewinner wird ausgelost, wobei die Qualität eures Bauwerks ohnehin nicht berücksichtigt wird. Kreatives ist ja immer Geschmacksache. Mich interessiert einfach, was andere Spieler so für Ideen haben. Einsendeschluss ist der 10.03.2011 um 23:59. Es gilt das übliche Rechtsblabla und denkt an eine gültige Mail-Adresse (nur die Adresse des Gewinners wird an Nitrado weitergegeben).


26Dez/10Off

2010er Zurückguckartikel (Teil 2/2)

Geschrieben von Teo

Weiter geht's mit dem jahreszurückgucken.

FAIL des Jahres
Auf diesen Titel gibt es zahlreiche Anwärter. Ich habe mich für das Deepwater Horizon-Fiasko entschieden. BP hat hier vorgemacht, wie man nicht mit Krisen umgeht. Schlimm genug, dass Tausende Seevögel verendet sind und das gesamte Ökosystem des Golfs im Arsch ist. Mit einer Menge Geld hat sich BP erstmal wieder freigekauft und bohrt fleissig weiter. Ich frage mich, ob man alle Ölförderunternehmen bezüglich ihrer Sicherheitsstandards überprüft hat, bevor man ihnen neue Claims in der Nordsee zugeteilt hat.
Knapp verfehlt haben den Titel die Loveparade mit ihrer offenkundig hirnlosen Planung und den fahrlässig agierenden Behörden, sowie die S21-Schlichtung, die aus einem teuren Großbauprojekt ein noch teureres Großbauprojetkt gemacht hat.

Spiel des Jahres
Uh, das wird schwierig. Zwei ziemlich verschiedene Titel stehen hier zur Wahl. Beides Indie-Games mit denen ich viel Zeit verbracht habe. Torchlight tritt gegen Minecraft an. Aufgrund des Langzeitpotentials bekommt Minecraft wohl den Pokal. Das waren wohl die besten 10€, die ich in letzter Zeit für Entertainment ausgegeben habe.

Nervigster Politiker des Jahres
Ich dachte erst, hier müsste auf jeden Fall Karl-Theodor zu Guttenberg stehen, aber dann kam mir noch Thomas de Maizière in den Sinn. Beide sind im vergangenen Jahr immer wieder medial aufgefallen. Der eine will offenbar als Kriegsminister in die Geschichte eingehen, dessen Frau Pädophile bei einem TV-Sender jagt, der gern mal 15-Jährige Bikini-Trägerinnen im Vorabendprogramm zeigt, und der andere verkackt einen angeblichen Beweis für die Zuverlässigkeit von Nacktscannern und ePerso nach dem anderen. Hier gebe ich Guttenberg allerdings den Vorzug, weil er seiner Medienkampagne mit einer JBK-Sondersendung aus Afghanistan die realsatirische Krone aufgesetzt hat.

Film des Jahres
Das wird wohl Kick-Ass gewesen sein. Der Film macht einfach nur Spaß und lässt sowohl das Nerd- wie auch das Action-Fan-Herz höher schlagen. Auch beim mehrmaligen Schauen wird er nicht langweilig, was ebenfalls für seine Güte spricht.
Ein weiterer Film, der mir im Gedächtnis geblieben ist, war Inception. So ein harter Brocken war selbst The Sixth Sense nicht, aber das Kino hat so einen Film mal wieder gebraucht. Scott Pilgrim habe ich leider immer noch nicht gesehen und kann den deshalb nicht in den Vergleich einbeziehen.

Am dämlichstener Fernseh-Unfug des Jahres
Hier kann man sich natürlich über viel Idioten-TV aufregen. Schlimmer finde ich aber noch, wenn das Nicht-Idioten-TV verschwindet. Der WDR hat vor kurzem bekannt gegeben, dass es keine neuen Folgen von Was liest du? geben wird. In dieser Sendung mit Jürgen von der Lippe, habe ich schon zu meiner Schulzeit grandiose Autoren wie Christopher Moore oder Robert Gernhardt entdeckt. Was liest du? war eine super Möglichkeit interessante und lustige Bücher zu finden. Das Schlimmste ist, dass der WDR nirgends richtig erläutert wieso die Sendung abgesetzt wurde. Jürgen von der Lippe war in der Abschlusssendung deutlich angenervt von dieser Entscheidung, weshalb es wohl nicht an ihm liegen kann. Bei Fragen und Kommentaren zu dieser Angelegenheit also bitte Mail an fernsehen@wdr.de.

Blog des Jahres
Gibt's nicht. Es gibt natürlich Blogs, die ich in diesem Jahr besonders häufig angesurft und bei denen ich mir besonders viele Artikel markiert habe, aber ein einzelnes Blog des Jahres 2010 habe ich nicht ausmachen können. Gerade nach der Sommerpause habe ich zwar alle Blogs im Reader behalten und weitere hinzugefügt, aber das Lesen beschränkt sich auf die wirklich interessanten Artikel. Meine Zeit und Lust reicht derzeit einfach nicht, um wirklich jeden langweiligen Artikel zu lesen, den mir mein Feed-Reader ausspuckt. Ich möchte dennoch ein paar Blogs hier verlinken, die aus der Masse herausragen (und die ich vielleicht noch nicht (so oft) verlinkt habe): Na, wie war's in der Schule, Real Life, Reizzentrum und Pantoffelpunk

Hund des Jahres


1Okt/10Off

Pädagogisch wertvolle Holz-Bauklötze und Zombies

Geschrieben von Teo

Wer hat als Kind nicht mit Bauklötzen gespielt und sich seine eigenen kleinen Reiche erschaffen? Stein auf Stein wuchsen Häuser oder phallische Bauwerke in die Höhe. Jetzt lässt sich dieses Gefühl der kreativen Allmacht erneut erleben - in 8bit-Grafik!

Manch aufmerksamer Leser anderer Blogs wird nun schon wissen, dass dieser Artikel das Spiel Minecraft thematisiert. Genau wie die wohl berühmtesten Bauklötze mit den Noppen, kommt Minecraft aus Skandinavien. Entwickler Markus Persson lebt in Schweden und hat früher kleinere Flash-Games für eine große Spiele-Seite gebastelt. Mitte 2009 begann er dann die Entwicklung an Minecraft. Derzeit befindet sich das Spiel noch im Entwicklungsstatus, trotzdem kann die Alpha-Version bereits käuflich, zum halben Preis der späteren Vollversion, erworben werden. Nachdem das Spiel im Juli auf einem großen englischsprachigen Blog erwähnt wurde, schießen die Verkaufszahlen in die Höhe und so kam das Klötzchenspiel wohl auch auf meinen Bildschirm.

Bei Minecraft geht es um buddeln, bauen, basteln und böse Buben boxen. Bewaffnet mit 2 Beinen und einer Hand wird der Spieler in die Welt der Mega(großen)pixel gestellt. Sorglos kann der Quadratschädel von Spielfigur über die Wiesen der zufallsgenerierten Landschaft tollen - bis die Nacht hereinbricht. Dann wird das Idyll von Skelett-Bogenschützen, Zombies und Selbstmord-Bomben-Aliens beherrscht. In jeder dunklen Ecke können sie auf den Spieler lauern. Um zu überleben muss er graben! Eine kleine Höhle, erleuchtet von fahlem Fackelschein ist seine einzige Chance die erste Nacht zu überstehen. Mit der Zeit treibt er die Stollen immer tiefer in den Berg und stößt dort auf seltene Metalle, Lava und Höhlen voller Monster.

Neben diesem Survival-Mode gibt es ausserdem den Classic-Modus. Dort hat man keine Rohstoff-Begrenzungen, keine Monster und kein Inventar, ausserdem ist er kostenlos spielbar. Im Classic-Modus gibt es bereits die Möglichkeit sich mit mehreren Spielern auf einem Server zu treffen. Auch die Alpha hat dieses Feature, allerdings muss man zunächst die IP eines Servers eingeben, auf dem gespielt werden soll. Später soll die Classic-Variante als Creative-Mode in der Vollversion landen. Ausserdem ist ein Adventure-Mode geplant, in dem man keine Klötzchen platzieren kann.

Es ist jetzt gerade mal 3 Tage her, dass ich bei aptgetupdateDE von Minecraft gelesen habe, trotzdem bin ich von dem Spielkonzept bereits absolut überzeugt. Das einfache Spielprinzip, kombiniert mit einer riesigen Welt, sorgt für große Spannungsmomente und kreative Exzesse. Der Indie-Entwickler macht viele Dinge richtig, die manch Großer komplett versaut. Trotz der steinzeitlich wirkenden Pixelgrafik ist das Spiel nämlich hochmodern mit dem Internet verbunden. So werden Updates automatisch eingespielt und Spielstände ins Netz übertragen. Damit wird die Möglichkeit eröffnet das Spiel von jedem Ort aus, über die Website zu starten und dort mit den alten Spielständen weiterzumachen. Wenn man wieder am eigenen Rechner sitzt, sind die neuen Errungenschaften des Online-Ausflugs bereits angekommen. Selbstverständlich funktioniert das Spiel auch ohne Internetverbindung. Das Spiel ist in Java programmiert und läuft daher auf so ziemlich allen Betriebssystemen, die das unterstützen.

Für schlappe 9,95€ kann man sich mit der Minecraft-Alpha vergnügen. Die fertige Version soll das Doppelte kosten, allerdings nur für diejenigen, die nicht bereits die Alpha gekauft haben. Geplant ist offenbar auch, nach stagnieren der Verkäufe, eine Open Source-Variante zu veröffentlichen. Mir raubt Minecraft seit Tagen die Zeit. Die 8bit-Grafik ist extrem niedlich (besonders die schielenden Schweine und Schafe!) und ist eigentlich genau das Richtige für ein Spiel, bei dem man riesige 3D-Pixel hin und her schiebt.

Beim Einstieg ins Spiel haben mir übrigens diese Video-Tutorials von Pwngy geholfen und auch die Minepedia hilft einem beim Einstieg. Auf den Videos sieht man dann auch gleich was einen erwartet. Was man mit der Creative-Variante alles anstellen kann, zeigen viele Verrückte ebenfalls bei YouTube. Von Super Mario über die Weltkugel, bis hin zu einem 1:1-Modell der Enterprise ist fast alles dabei.