Das ganze Internet
Geschrieben von TeoMit den sozialen Netzwerken kommen auch soziale Unarten immer mehr in Mode. Eine davon bekomme ich in letzter Zeit immer häufiger zu spüren: Facebook-Links. Bei Twitter oder in Blogs werden immer häufiger irgendwelche Facebook-Seiten verlinkt, die nur für Mitglieder zugänglich sind. Darunter fallen z.B. besondere Gruppen o.ä.
Wie vielen Lesern hier bekannt sein dürfte, besitze ich keinen Facebook-Account und kann mit diesen Links dementsprechend nichts anfangen. Das ist eigentlich sehr schade. Natürlich nerven solche Links auch, wenn sie zu anderen Services führen, für die man sich anmelden muss. Solange der Inhalt nicht direkt mit dem Netzwerk zu tun hat oder dort eine ganz spezielle Funktion hat, verstehe ich diese Verfahrensweise auch nicht wirklich. Wieso beschränkt man eine Information oder ein Angebot auf eine, wenn auch recht große Gruppe von Internetnutzern? Es wäre doch viel sinnvoller die Information für alle zugänglich zu machen und von dort aus mit Facebook zu verknüpfen.
Richtig schizophren wird es dann, wenn solche Links von Nutzern kommen, die sich in der Vergangenheit bereits für Netzneutralität ausgesprochen haben. Auch wenn hier keine Datenpakete bevorzugt werden, so wird doch eine bestimmte Benutzergruppe einer anderen gegenüber bevorteilt.
Natürlich könnte man jetzt sagen: "Erstell dir doch einfach einen Facebook-Account", aber darauf habe ich einfach keine Lust. Die Gründe dafür sind vielfältig und gehören woanders hin. Ich würde mir wünschen, dass mancher nun ins Grübeln kommt und nachvollziehen kann, wieso ich die Verbreitung solcher Links unklug finde.
Digitale Unsitten
Geschrieben von TeoDas Internet-Zeitalter hat begonnen! Es hat uns viele neue Kommunikationswege eröffnet. Diese gilt es aber auch kompetent zu beherrschen und in gewissem Umfang auch respektvoll einzusetzen. Leider schaffen das nicht alle Nutzer immer.
Wenn ich E-Mails bekomme, die offensichtlich an mehrere Empfänger gerichtet sind, ist das kein Problem für mich. Zum Problem wird es aber, wenn der Versender keinen Gebrauch von der s.g. Blindkopie gemacht hat. Dann nämlich kann jeder, der die Mail erhalten hat, alle anderen Adressen ebenfalls lesen. Das ist datenschutztechnisch ein absolutes Unding. Wenn soetwas dann noch im institutionellen Rahmen, wie z.B. bei Mails von Uni-Dozenten auftritt, könnte ich mich jedes mal stundenlang aufregen. Ich schreibe dem Versender mittlerweile eine Mail zurück und weise ihn auf die Blindkopie hin. Oft wissen sie nichtmal, dass diese Funktion existiert. Das ist ärgerlich und bestärkt mich in der Meinung, dass Medienkompetenz viel zu wenig gefördert wird. Wir reden hier immerhin nicht von irgendeinem exotischen, neuen Social-Network, sondern von der ältesten und wahrscheinlich immer noch elementarsten Kommunikationsform im Netz. Und wir reden hier auch nicht von irgendwelchen Präpubertären, sondern von durchaus gebildeten Menschen.
Abseits der technischen Unsitten, gibt es aber auch solche, die jeder halbwegs höfflichkeitsbegabte Mensch vermeiden kann. Ab und an schreiben mich z.B. Personen per ICQ oder in anderen Chats direkt an. "Hallo!", "Hi" oder "Hey." liest man da meist. Vielleicht wird noch mein Name eingefügt. Ich antworte darauf natürlich auch. Meist sind es Leute, die ich schon länger kenne, manchmal aber auch nur flüchtige Bekanntschaften. Was mich daran ärgert ist, dass es damit dann oft schon gegessen ist. Auf meine Erwiderung der Begrüßung erfolgt dann keine Reaktion mehr. Kein Gespräch kommt zu Stande. Selten ist das Höchste der der Gefühle dann noch ein "Wie geht's?". Ich frage mich dann immer, was das denn soll. Wenn man keine Zeit, Lust oder konkreten Anlass für ein Antexten hat, wieso tut man es dann überhaupt? Ein wenig Smalltalk würde häufig doch schon reichen. Ein einfaches "Hi!" ist einfach nur sinnlos und zeitraubend.
Ähnliches gilt für Mails oder andere Nachrichten, die sich mit dem Bewerben von Produkten beschäftigen. "Hey, möchtest du nicht einen iPod gewinnen?" Ich bin dann immer versucht zu antworten "Nein, danke. Möchtest du nicht meine Mail-Adresse aus deinem Adressbuch löschen?" Genauso großes Interesse hatte ich an Freundschaftsanfragen von Wildfremden, als ich noch Accounts beim IdiotenVZ und dem Gesichtsbuch besaß.
Auch wenn das hier alles weitestgehend anonym und unpersönlich ist, sollte man doch ein paar Umgangsformen wahren, oder?

