Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

27Jan/10Off

Musik kostenlos und legal hören mit Spotify

Geschrieben von Teo

Raubkopien zehren angeblich an den Einnahmen der Musikindustrie. Sie schwächelt und stirbt einen enorm langsamen Tod seit Einführung erschwinglicher Blanko-Musik-Kassetten in den 60ern. Das Internet hat alles dann noch viel schlimmer gemacht. Die Musikkonzerne überdenken deshalb ihre Geschäftsmodelle. Wo die einen jedoch einen gehörigen Teil ihrer Einnahmen nun aus Abmahnungen für Rechteverletzer generieren, versuchen die anderen tatsächliche Innovation zu schaffen.

Schwedische Entwickler haben in den skandinavischen Ländern, Spanien, Frankreich und Großbritannien ihren Dienst Spotify etabliert. Ähnlich wie bei der Radio-Funktion von last.fm lässt sich damit Musik auf den eigenen Rechner streamen. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich gezielt nach Interpreten, Alben oder einzelnen Songs suchen lässt.

Zu einem Titel wird, wie es sich gehört, auch immer ein passendes Cover angezeigt. Man kann in Songs umherspringen, wie es einem gefällt und Dinge wie Shuffle und Repeat gehören ebenfalls zu den Standardfunktionen. Ausserdem lassen sich Playlists erstellen, die an andere Spotify-Nutzer weitergegeben werden können.

Wer gerade keine Lust auf einen bestimmten Song hat, kann das eingebaute Radio von Spotify nutzen. Dort legt der Nutzer ein oder mehrere Genres, sowie die Jahrzehnte fest, aus denen er Musik genießen will. Auch in diesem Modus lässt sich in Liedern vor und zurück spulen oder schnell mal ein Lied überspringen. Bei vielen Titeln ist es ausserdem bereits möglich ihn direkt aus Spotify heraus als MP3-Datei zu kaufen.

Ein kostenloses Programm um Musik kostenlos hören zu können ist zu schön um wahr zu sein? Stimmt. Ganz kostenlos ist Spotify nicht, denn für Nutzer der "Free-Version" wird optische und akustische Werbung eingeblendet. Gerade die Werbeunterbrechungen der Musik können schon recht störend sein, zumal sie meist für britische Angebote sind. Mit dem Kauf eines Premium-Accounts ist dies jedoch umgehbar. Ein zweiter Knackpunkt ist, dass Spotify in Deutschland noch gar nicht verfügbar ist. Wer die Seite des Dienstes aus deutschen IP-Landen besucht, wird vertröstet. Weiterhin benötigt man normalerweise eine Einladung um einen Account erstellen zu können.

Natürlich berichte ich nicht von einem solchen Programm, ohne es selbst getestet zu haben. Mit diversen Basteleien lassen sich IP-Grenzen und Einladungszwang nämlich wunderbar umgehen. Eine Zusammenfassung zu den Möglichkeiten, die Spotify auch im Bezug auf Plug-Ins bietet, findet ihr bei aptgetupdate.de. Für den kleinen IP-Trick empfehle ich diese Website. Ich selbst bin übrigens über eine Einladung durch den Chusmaniac zu Spotify gekommen, den ich hier ehrenhalber nochmal erwähnen möchte.

Ich hoffe inständig, dass das volle Spotify-Programm demnächst auch ganz ohne Fummelei in Deutschland verfügbar sein wird. Soweit ich das überblicken kann, ist die Nutzung genannter Tricks legal und die Tatsache, dass sich Deutsche Künstler wie Herbert Grönemeyer, Pur oder Silbermond unter den verfügbaren Songs finden, legt die Vermutung nahe, dass man auch auf deutsche Kundschaft wert legt.


8Mai/09Off

MyVideo mit Filmangebot

Geschrieben von Teo

Nachdem YouTube in den USA nun Filme und Shows in voller Länge anbietet, ist hierzulande MyVideo nachgezogen. Das Angebot umfasst dort derzeit 61 Videos, die MyVideo in die Kategorie "Filme" gepackt hat. Tatsächlich finden sich dort aber neben Klassikern wie "Lost in Space" oder "Schulmädchen-Report" auch die zwei alten Anime-Serien "Saber Rider an the Star Sherriffs" und "Voltron - Verteidiger des Universums". Hier wurden 10 bzw. 9 Episoden mit einer Länge von rund 25 Minuten zum Streamen freigegeben. Bei den restlichen 42 Videos scheint es sich tatsächlich um Filme im engeren Sinne zu handeln. Hier sind die Highlights wohl "American History X", "Dawn of the Dead" und der erste Teil der "Blade"-Reihe.

Werbeblocker müssen draußen bleibenWo YouTube deutschen Internetnutzern derzeit nur englischsprachige Videos auf Umwegen (sprich Proxy, TOR, o.ä.) ermöglicht, liefert MyVideo eine Auswahl an deutschsprachigen Filmen. Finanziert wird das ganze offensichtlich durch Werbung. Hat man einen Ad-Blocker wie Adblock Plus aktiviert, meldet sich das eingebettete Flash und verweigert einem den Zugang zum gewünschten Video. Noch nerviger sind aber die Werbeeinblendungen während der Filme. Alle 10 Minuten wird ein etwa 30 sekündiger Spot eines Werbepartners gezeigt. Da dies automatisch durch die Software, anhand der Abspieldauer geschieht, kann das auch schon mal eine spannende Kampfszene oder einen gefühlvoll gesprochenen Satz unterbrechen. Die Qualität der Videos selbst ist für einen Onlinestream ganz passabel. Auf vielen illegalen Streamingseiten bekommt man wohl weitaus öfter ein schlechteres Bild geliefert, hab ich mir sagen lassen.

Jugendschutz nur bis 22 UhrPersönlich empfinde ich als weiteres Manko, dass Videos mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren nur zwischen 22:00 und 6:00 gestreamt werden. Wer also seinen Mitschülern während der Schulzeit den Alltag in den 1970er Jahren näher bringen möchte, in dem er ihnen "Schulmädchen-Report 13" zeigt, wird enttäuscht werden. Natürlich habe ich an dieser Stelle Verständnis für den Jugendschutz, bezweifle aber, dass alle unter 16 jährigen bereits um 22:00 im Bett sind.

Insgesamt finde ich das neue Filmangebot von MyVideo einen Schritt in die richtige Richtung. Sobald andere Video-Plattformen in diesem Sektor einsteigen und eine Konkurrenzsituation entsteht, wird sich sicherlich noch das Eine oder Andere verbessern und das Filmangebot vergrößern. Die Werbeeinblendungen sind zwar oft unpassend und reißen einen aus dem Filmgeschehen, sind aber zu verschmerzen, wenn man dafür legal komplette Filme in ausreichender Qualität anschauen kann.

UPDATE (22:40):

Die Sperre für User mit Ad-Blockern scheint entfernt worden zu sein. Bei meinen Tests funktionierten die Videos nun anstandslos, obwohl Adblock Plus aktiviert war.