Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

20Jan/12Off

Film: Kooky (Kuky se vrací)

Geschrieben von Teo

Alles redet über die großen Animationsfilme aus dem Land mit den 3 Buchstaben, aber niemand kennt Kooky. Dieser sehr liebevoll gemachte Kinderfilm aus der Tschechischen Republik stammt aus der gleichen Feder wie Samorost und Machinarium und das sieht man auch.

Kooky ist der rote Stoff-Bär von Ondra, einem asthmatischen Jungen, der eigentlich schon zu alt für Kuscheltiere ist. Zumindest findet das seine Mutter und zwingt Ondra seinen nicht waschbaren Teddy zu entsorgen. Er versucht ihn zwar aus dem Müll zu retten, aber das misslingt augenscheinlich (oder findet nie statt, je nachdem). Als Ondra am nächsten Abend einschlafen soll, wünscht er sich, dass Kooky lebendig wird und zu ihm zurückkehrt. Das klappt natürlich und Kooky macht sich auf, um von der Müllkippe zu flüchten. Verfolgt von den Wächtern des Mülls, rettet er sich in den angrenzenden Wald, wo er bei dem Wächter der kleinen Waldgötter, Captain von Hergot, Unterschlupf findet. Der wird allerdings vom fiesen Nightshade bedrängt sein Amt niederzulegen und nutzt Kookys Ankunft für seine Zwecke.

Der rote Faden, der sich durch beinahe alles zieht, was Amanita Design auf die Beine stellt, ist die Optik. So fühlt man sich auch im Wald des Captains sehr stark an Samorost und dessen Nachfolger erinnert. Die Kombination von Real Action und Animation ist großartig umgesetzt. Ich bin mir sicher es wurden sehr viele Tricks eingesetzt um Größenverhältnisse und eigentlich unmögliche Bewegungsabläufe so hinzubekommen, wie man sie in diesem Film sieht, aber ich konnte sie im einzelnen nicht identifizieren. Das Ganze wirkt bis auf wenige Ausnahmen sehr stimmig, detailverliebt und lebendig. Man hat es sogar geschafft den Wilhelm Scream an einer Stelle einzubauen, an der man ihn so gar nicht erwarten würde. Jedes Stöckchen im Wald wirkt wie platziert, aber gehört doch irgendwie natürlich in diese Umgebung. Das Gesamtbild wirkt einfach sehr liebevoll und verdient sich damit eine Würdigung.

Die Story ist in groben Zügen bereits aus Toy Story 3 bekannt, bietet aber sehr viele Kleinigkeiten, die dann doch etwas Besonderes aus dem Film machen. Das Spiel mit Realität und der Fantasie eines kleinen Jungen wird vielleicht etwas zu früh aufgelöst, aber funktioniert trotzdem über weite Strecken sehr gut. Ich würde sagen diesen Part bekommt Kooky deutlich besser und ansehnlicher hin, als z.B. Wo die wilden Kerle wohnen. Das Schönste ist aber, dass man auf den typischen Kitsch verzichtet hat. Das Ende kommt ausserdem mit der ein oder anderen Überraschung um die Ecke. Ein paar Probleme hatte ich allerdings mit der stellenweise recht abgehackten Erzählweise, gerade gen Ende. Für die erwachseneren Zuschauer wird es manchmal sogar philosophisch. Eine Zeile aus dem Film, die mir nicht aus dem Kopf will, ist z.B. "Ever seen gods helping anyone? They only look after themselves." Mit solchen Tiefen kommt der Film ganz unvermittelt um die Ecke, macht das aber so beschwingt und locker, dass es die lockere Stimmung des Films praktisch nie runterzieht.

Kooky basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch, das Regisseur Jan Svěrák (gewann bereits einen Oscar mit Kolya) und Jakub Dvorský geschrieben und illustriert haben. Der Film wurde 2011 auf der Berlinale zum ersten mal in der englischen Fassung präsentiert. Eine deutsche Synchronisation gibt es leider nicht, obwohl die fehlenden Lippenbewegungen diese eigentlich vereinfachen sollten. Bis vor ein paar Tagen konnte man Kooky lediglich als DVD und Blu-ray im eBay-Shop des Regisseurs erwerben. Umgerechnet würde das etwa 20€ kosten. Seit dem 15.01. gibt es den Film aber auch zum Ausleihen und kaufen in SD und HD bei iTunes zu einem wesentlich erschwinglicheren Preis. Auch das Buch (immerhin 150 Seiten) kann dort in englischer Fassung erworben werden, aber es gibt auch eine kaufbare PDF im Shop von Amanita.

Für Kinder ohne umfassende Englisch- oder Tschechisch-Kenntnisse ist der Film leider eher nichts, aber wer mit diesen Sprachen klarkommt, der sollte wirklich mal einen Blick riskieren. Nach dem Trailer fiel mir der Klick zur Reduzierung meines iTunes-Guthabens nicht mehr besonders schwer. Wieder einmal ein Film mit der passenden Portion Wahnsinn und Fantasie, so wie ich es mag. Ein paar kleinere Mankos gibt es natürlich, aber der Charme dieses Filmchens macht die locker wieder wet.


11Nov/10Off

Zwei Jahre Mac-Nutzer

Geschrieben von Teo

Es ist wieder soweit: Erneut gibt es ein kleines Zwischenfazit zu meinem Umstieg von Windows auf Mac OS. Vor einem Jahr gab es das zuletzt.

Anlass ist nicht nur, dass ich mein MacBook nun 2 Jahre besitze, sondern auch, dass es ein paar kleine Neuigkeiten gibt. Zunächst mal treibe ich mich seltener in Apple-Foren rum. Mein Interesse an Neuerscheinungen ist im vergangenen Jahr stetig gesunken. Mir reicht es jetzt, die groben technischen Umrisse eines neuen Geräts oder neuer Software zu kennen, ich muss mich nicht mehr an Diskussionen beteiligen oder Details in Erfahrung bringen. Oftmals sind die neuen Produkte auch ziemlich uninteressant für mich. Ich hatte beispielsweise überlegt mir das neue iLife '11 anzuschaffen. Aktuell nutze ich die '08er-Version, die auf meinem Gerät vorinstalliert war. Bei genauerem überlegen habe ich aber beschlossen, dass mir die großen Neuerungen recht wenig nützen. 49€ waren mir am Ende zu viel für diesen kleinen Nutzen. Ich bin gespannt, wie sich das neue iWork in diesem Preis-Leistungs-Vergleich schlagen wird. Hier setze ich derzeit auf das aktuelle iWork '09 und nutze es doch fast jeden Tag. Sollte die '11er-Version eklatante Neuerungen mitbringen, wäre der Kauf eine Überlegung wert. Neue Apple-Hardware interessiert mich im Augenblick so gut wie gar nicht mehr. Das vor Kurzem präsentierte MacBook Air sieht zwar ganz knorke aus, liegt aber definitiv ausserhalb meiner Preisklasse. Leistungstechnisch ist mein 2 Jahre altes MacBook immer noch ohne Probleme alltagstauglich, wozu auch die Aufrüstung von RAM und Festplatte beigetragen hat. Demnächst werde ich mir wohl doch mal eine Maus anschaffen, da Minecraft mit Trackpad einfach grausig ist. Ich liebäugle da mit der Logitech V470.

Dem Akku geht es mittlerweile etwas schlechter, als bei meinem letzten Artikel dieser Art. Die maximale Kapazität liegt jetzt nach 326 Ladezyklen bei etwa 3930 mAh. Das entspricht 95% der Ursprungskapazität. In irgendeinem Apple-Support-Dokument, das ich nun nicht mehr finden kann, habe ich mal gelesen, dass der Akku, der in meinem Modell verbaut ist, bei 300 Ladezyklen noch bei mindestens 80% Kapazität sein solle. Da bin ich also noch locker im Rahmen und scheine meinen Akku entweder ordentlich gepflegt oder Glück zu haben. Eine Neuanschaffung des Akkus ist frühestens nach dem Winter geplant. Sollte sich die Kapazität aber nicht rapide verschlechtern, wird es wohl noch wesentlich länger dauern. Auch andere Teile des MacBooks leiden unter Verschleiß. Die Tasten sind noch etwas stumpfer geworden, als im letzten Jahr. Ausserdem habe ich Depp eine kleine Kerbe seitlich in den Deckel getrieben - und zwar mit der Apple Alu-Tastatur meiner Freundin. Gut, dass ich es selbst war. Ich habe vor ein paar Wochen auch einen Pixelfehler entdeckt. Bisher habe ich noch keine Anstalten gemacht ihn per Software zu reparieren oder ihn bei Apple Care zu monieren. Es ist definitiv nur ein einzelner Pixel ausgefallen, der sich relativ nah am Bildschirmrand befindet und wird daher ohnehin nicht als Grund zum Austausch des Displays akzeptiert werden. Ein Jahr haben die Flüssigkristalle nun noch Zeit auch an anderen Stellen auszufallen, sonst ist die Garantie endgültig abgelaufen und ich muss wohl weiter mit dem toten Pünktchen leben.

Mehr Sorgen bereitet mir derzeit die Geschäftspolitik von Apple. Demnächst erscheint ein App-Store nach dem Vorbild von iPhone und iPod Touch für den Mac. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Wenn Entwickler sich dazu entscheiden statt eines eigenen, ungeregelten Vertriebs ihrer Software, in den App-Store zu gehen und dort vermutlich den gleichen Restriktionen, wie im mobilen Pendant unterlegen sind, sowie Apple ein Stück von ihrem Kuchen abzugeben, ist das ihre Sache. Sollte es allerdings irgendwann soweit kommen, dass man Software nur noch über diesen Store auf seinen Computer bekommt, werde ich mir ziemlich schnell eine schöne Linux-Distribution suchen und/oder bei meiner veralteten Software bleiben. Ich vermute, dass sich die Tendenzen bereits beim nächsten großen Release von Mac OS X zeigen werden. Die Version 10.7 wurde bereits angekündigt und mit dem Namen Lion versehen. In meinen Augen sollte Apple allerdings erstmal an vorhandenem Schrauben. iTunes befindet sich in Version 10, wurde aber immer noch nicht fit für 64 bit gemacht und wird mit immer mehr Funktionen überladen. Zuletzt kam ein, für mich absolut sinnloses, Social-Media-Musik-Netzwerk namens Ping hinzu.

Abgesehen von diesen kleineren Zukunftsängsten bin ich aber immer noch glücklich mit dem MacBook. Die bereits früher beschriebenen, positiven Seiten des Geräts sind natürlich geblieben. Es funktioniert einfach und tut das, was es soll.


15Feb/10Off

Spielereien auf dem Schreibtisch mit GeekTool

Geschrieben von Teo

Mein aktueller Schreibtisch wurde gerade bei aptgetupdate.de vorgestellt und in den Kommentaren fragte man nach den Scripts, die ich für die GeekTool-Anzeigen verwendet habe. GeekTool (und die Alternative NerdTool) ist ein kleines Programm, dass sich in den Systemeinstellungen von Mac OS X einnistet und per Script gesteuert werden kann. Damit lassen sich dann fast beliebig ausschweifende Anzeigen auf dem Desktop realisieren. Hauptsächlich wird das Tool wohl für Systemmonitoring verwendet. Es lassen sich aber auch die aktuellen Titel aus iTunes oder schlicht dir Uhrzeit anzeigen.

Bei mir sieht das derzeit so aus:

Notes: 6

Angezeigt werden Datum, Monat, Wochentag und Uhrzeit, die 3 CPU-lastigsten Prozesse, Uptime und aktuelle Upload-Download-Raten. Ausserdem zeigt mir GeekTool den aktuellen iTunes-Titel inklusive Interpret und Album an.

Wenn ich die Systemeinstellung von GeekTool aufrufe sieht das Ganze etwas anders aus. Das Programm zeigt mir dann alle positionierten Scripts genau an. Einige Anzeigen sind etwas komplizierter zu realisieren, weshalb ich mal im Detail darauf eingehe.

Datum, Wochentag, Monat

Hierzu reicht eigentlich ein einziges Script. Um die einzelnen Elemente aber in verschiedenen Größen und Formatierungen anzeigen zu können, muss man 3 daraus machen:

Datum: date '+%d.'
Wochentag: date '+%A'
Monat: date '+%B'

Uptime

Dieses Script ist etwas länger, weil die englischen Ausdrücke durch deutsche ersetzt und Komata eingefügt werden.

uptime | awk '{sub(/[0-9]|user\,|users\,|load/, "", $6); sub(/mins,| min,/, " min", $6); sub(",", " min", $5); sub(":", " Std, ", $5); sub(/mins,|min,/, " min", $4); ; sub(" Std, ", " Std, ", $4); sub(/days,/, " Tage, ", $4); sub(/day,/, " Tag, ", $4); sub(/days,/, " Tage, ", $4); sub(":", " Std, ", $3); sub(",", " min", $3); print $3 $4 $5 $6 " eingeschaltet"}'

Uhrzeit

Dies ist wieder eine Abfrage der Variable "date" und kann daher theoretisch auch mit dem Datum zusammen angezeigt werden.

date +%H:%M

Prozesse

Dieses Script ist wieder etwas länger, da bestimmte Daten gefiltert werden müssen. In diesem Fall werden 3 Prozesse inklusive der prozentualen CPU-Auslastung angezeigt. Wenn man den Wert "if (FNR <= 4 &&" z.B. auf 5 setzt, werden 4 Prozesse angezeigt usw.

ps -arcx -o %cpu,command | awk ' { if (FNR <= 4 && $1 != "%CPU" && $1 != "0.0") { printf("%5.1f%% ",$1); for (i = 2; i <= NF; i++) { printf("%s ", $i); } printf("\n"); } }'

Internetverkehr

Ab hier wird es dann kompliziert. Für die Ermittlung von Up- und Download-Raten muss man auf ein relativ langes Script zurückgreifen. Dieses hier stammt von Chris Helming und wurde von mir leicht angepasst.

#!/bin/sh
# created by chris helming.
# chris dot helming at gmail

# get the current number of bytes in and bytes out
myvar1=`netstat -ib | grep -e "en1" -m 1 | awk '{print $7}'` # bytes in
myvar3=`netstat -ib | grep -e "en1" -m 1 | awk '{print $10}'` # bytes out

#wait one second
sleep 1

# get the number of bytes in and out one second later
myvar2=`netstat -ib | grep -e "en1" -m 1 | awk '{print $7}'` # bytes in again
myvar4=`netstat -ib | grep -e "en1" -m 1 | awk '{print $10}'` # bytes out again

# find the difference between bytes in and out during that one second
subin=$(($myvar2 - $myvar1))
subout=$(($myvar4 - $myvar3))

# convert bytes to kilobytes
kbin=`echo "scale=2; $subin/1024;" | bc`
kbout=`echo "scale=2; $subout/1024;" | bc`

# print the results
echo "D: $kbin Kb/s"
echo "U: $kbout Kb/s"

iTunes-Anzeigen

Die Anzeige der Informationen aus iTunes funktioniert bei mir im Augenblick über 3 externe Scripts, die von GeekTool aufgerufen werden. Aus irgendeinem Grund wollte das nur funktionieren, wenn ich diese Scripts in einem direkten Unterverzeichnis (in diesem Fall namens GeekToolScripts) der Festplatte verstecke. Die Scripts lassen sich einfach erstellen, indem man ein TextEdit-Dokument erstellt, das Script hinein kopiert und als .scpt mit entsprechendem Namen speichert.

Externes Script für den Interpreten (artistname.scpt):

if application "iTunes" is running then
tell application "iTunes"
if player state is playing then
set artistname to artist of current track
set output to artistname
else
set output to " "
end if
end tell
else
set output to " "
end if

Angabe in GeekTool:

osascript GeekToolScripts/artistname.scpt

Externes Script für den Albumnamen (albumname.scpt):

if application "iTunes" is running then
tell application "iTunes"
if player state is playing then
set albumname to album of current track
set output to albumname
end if
end tell
end if

Angabe in GeekTool:

osascript GeekToolScripts/albumname.scpt

Externes Script für den Song-Titel (songname.scpt):

if application "iTunes" is running then
tell application "iTunes"
if player state is playing then
set songname to name of current track
set output to songname
end if
end tell
end if

Angabe in GeekTool:

osascript GeekToolScripts/songname.scpt

Schließlich lässt sich das Ganze noch optisch nach Lust und Laune anpassen. Ich habe die Anzeigen in verschiedenen Größen an sinnvollen Stellen geparkt. Bei mir ist die Schrift weiss, leicht transparent und schattiert. Durch den Schatten sind die Anzeigen auch auf recht hellen Hintergrundbildern zu lesen und ich muss nicht ständig etwas an der Schriftfarbe ändern. Beachtet bitte auch, den Wert, den ihr für die Aktualisierung der Scripts angebt. Muss der Wochentag wirklich alle 3 Sekunden ausgelesen werden? Hier gilt es zwischen Nutzen und Systemlast von GeekTool abzuwägen.

Natürlich habe ich mir diese Scripts nicht aus den Fingern gesogen und die Möglichkeiten von GeekTool enden höchstens mit der Fantasie und dem Platz auf dem Bildschirm des Anwenders. Neben Scripts kann die Software auch Bilder und Dateien laden. Wo ich die Scripts im Einzelnen her habe, weiss ich nicht mehr, aber gute Quellen sind z.B. das MacLife-Forum, wo man auch qualifizierte Hilfe bei Problemen bekommen kann, oder codingstube.de, wo ich auf die ersten Codeschnippsel gestoßen bin, mit denen ich gespielt habe.

Nutzt ihr GeekTool und wenn ja, für was? Kennt ihr Alternativen für Windows und Linux? Was würdet ihr noch gerne anzeigen lassen?