Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

5Feb/12Off

Film: Sex on the Beach

Geschrieben von Teo

Ein grässlicher deutscher Trailer, miese Synchro und mangelhafte Vorbereitung des deutschen Kinozuschauers sind normalerweise keine guten Startbedingungen für einen Film. Doch Sex on the Beach macht mehr richtig, als man auf den ersten Blick denken könnte und ist mehr als ein einfacher American Pie-Klon.

Die vier Freunde Will (Simon Bird), Simon (Joe Thomas), Neil (Blake Harrison) und Jay (James Buckley) haben ihre Schullaufbahn abgeschlossen und sind auf dem Sprung ins richtige Leben. Leider starten die Jungs mit einigen Schicksalsschlägen. Simon wird von seiner Freundin Carli (Emily Head) verlassen, Wills Vater (Anthony Head) hat ohne ihn (im Kreise von 100-200 engen Freunden) seine Haushälterin geheiratet und Jays Grossvater stirbt. Um den Kopf frei zu bekommen schlägt Neil vor, dass sie gemeinsam Urlaub auf Kreta machen sollten. Während Will schon Ausflüge zu antiken Ruinen plant, haben die anderen drei eher Alkohol und Frauen im Kopf. Auf der Party-Insel angekommen, starten die Jungs genau so, wie sie in England aufgehört haben: Katastrophal. Das gebuchte Hotel ist eine miese Absteige und der einzige, der sexuelle Erfahrungen macht, ist Neil, weil er eine etwa 50 Jahre alte Touristin mit auf's Zimmer nimmt. Dann taucht auf der Insel auch noch Simons Ex-Freundin Carli auf.

Ich prophezeie dem Film in Deutschland ziemlich miese Quoten. In Großbritannien ist er im August 2011 gestartet und wurde schnell zum erfolgreichsten Film seit 10 Jahren. Er hat sogar Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück übertrumpft. Wieso sollte es so einen großen Unterschied zwischen dem Erfolg des Films in GB und in DE geben? Weil die Zuschauer in Deutschland die Hintergründe des Films nicht kennen. Der Trailer lässt vermuten, es handle sich um einen dieser üblichen Sauf- und Party-Filme mit Teenies. Ein stink langweiliges, x-mal gesehenes Setting also. In Großbritannien ist das anders. Dort lief von 2008 bis 2010 die TV-Serie The Inbetweeners. Die Charaktere wurden innerhalb von 3 Staffeln vorgestellt, erlebten allerhand miteinander und der Kinobesucher weiß in der Regel, worauf er sich einlässt, wenn er sich diesen Streifen anguckt. Hier ist das nicht so, weil die Serie nie in Deutschland lief.

Was The Inbetweeners bzw. Sex on the Beach besser macht als z.B. American Pie, ist zum einen der abgründig schwarze, britische Humor, aber vor allem die Tragik der einzelnen Figuren, die immer im Hintergrund mitschwingt. Sie reiten sich selbst in den Misthaufen hinein und merken es nicht. Manchmal merken einige sogar, dass sie auf dem falschen Kurs sind, schaffen es aber nicht mehr die Kurve zu kriegen. Der Film allein kann aber nicht alle Informationen liefern, die man benötigt um ihn in Gänze zu verstehen.

Für alle, die die Serie nicht kennen, wird Sex on the Beach vermutlich eine Enttäuschung werden. Für Fans von The Inbetweeners ist er ein schöner Abschluss der vorangegangenen 3 Staffeln und kann als Bonbon verstanden werden.