Warum Frauen die besseren Action-Helden sind
Geschrieben von TeoOb Charlies Engel, Alice aus Resident Evil oder Nikkita, sie gehören alle zur seltenen Spezies der Action-Heldin. Es gibt nicht viele von ihnen und doch glaube ich zu wissen, dass sie die besseren und glaubwürdigeren Film-Helden sind. Angefangen haben die Überlegungen zu diesem Artikel mit der ersten Action-Heldin im Film überhaupt: Lieutenant Ellen Ripley.
Als Protagonistin der Alien-Filme war sie die erste, die eine ernst zu nehmende Action-Heldin darstellte. Im Jahr 1979 kam der erste Alien-Teil in die Kinos und wenn man sich die damalige männliche Konkurrenz im Genre ansieht, wird schnell klar, gegen wen Sigourney Weaver da um Kinokarten kämpfen musste. Da wären z.B. Christopher Reeve als Superman ein Jahr zuvor, Clint Eastwood in Flucht von Alcatraz im gleichen Jahr oder die Action-Klassiker Terminator und natürlich diverse Teile von James Bond. Sie alle stinken nicht im Geringsten gegen die Dame mit dem Flammenwerfer an.
Frauen haben einen entscheidenden Vorteil, den sie ihrem Stereotyp zu verdanken haben: Sie dürfen Angst zeigen. Männer sind in Action-Filmen oft "hart wie Kruppstahl". Im Falle von Arnold Schwarzenegger ist das sogar zumindest für die Terminator-Streifen wortwörtlich zu verstehen. Emotionen sind in dieser Art von Schieß-Verfolgungsjagd-Explosions-Filmen selten vorgesehen. Wenn jemand sie zeigt, ist die Person meist ein passives Opfer, handelt kopflos oder stirbt demnächst. Bei Ellen Ripley waren sie entscheidend für die Wirkung von Alien.
Ihr Gesichtsausdruck, ihre Angst machten die ganze Szenerie noch dramatischer. Die Emotionen im Gesicht von Sigourney Weaver machen es dem Zuschauer möglich sich besser einzufühlen. Das lässt sich sogar anhand der Theorie der Spiegelneuronen wissenschaftlich erklären. Wir fürchten uns also selbst vor dem Alien, wenn wir Ripley ansehen. Wenn wir in das Gesicht des Terminators blicken, fühlen wir höchstens Gleichgültigkeit. Coolnes ist eben kein besonders mitreissendes Gefühl. Das Entscheidende ist, dass Frauen gleichermaßen emotional und besonnen wirken können. Ripley verliert nie den Kopf, sondern geht trotz ihrer Angst besonnen und strategisch vor.
Besonders schade finde ich es da um Heldinnen, die ihr Potential verspielen. Wo die Kälte der Braut aus Kill Bill durch ihre Vergangenheit und ihre Motive noch zumindest nachvollziehbar ist, tun andere Frauen oft nur so, als seien sie eben solche. Eines dieser Beispiele habe ich hier schon genannt: Alice aus Resident Evil. Sie besitzt genau die Attribute, die man bei einem männlichen Helden erwarten würde: Sie kann schießen und ist übermenschlich stark, weint nie und hat keine Angst vor Zombies. Hätte man einen "Alex" aus der Figur gemacht, wäre das nur bezüglich der Oberweiten-Quote ins Gewicht gefallen. Ähnlich sieht es bei Lara Croft aus Tomb Raider aus. Auch sie bleibt kaum durch andere weibliche Attribute, als die beiden großen unterm Kinn in Erinnerung. Selbst Figuren aus tendenziell noch weniger tief gehenden Filmen, wie Selene aus der Underworld-Reihe, wirken da weiblicher.
Ich würde mir mal wieder einen Film mit einem weiblichen Action-Helden wünschen, der zupacken, schießen und Sprüche klopfen kann, ohne dabei seine Weiblichkeit zu verlieren. Reine Oberweite reicht dazu einfach nicht aus. Heldinnen, wie Trinity aus Matrix oder eben jene legendäre erste mit dem Namen Ripley, brauchen wir unbedingt, solange Männer in Actionfilmen nicht weinen dürfen, ohne gleich als Weichei abgestempelt zu werden. Davon abgesehen gibt es ohnehin zu wenige weibliche Protagonisten in Action-Filmen.
Das sticht sofort ins Auge, wenn man sich eine Liste mit Action-Helden in der englischen Wikipedia ansieht. Auffällig ist nicht nur das zahlenmäßige Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Helden, sondern auch die Qualität und der Stellenwert der Figuren für den jeweiligen Film. In Star Wars geht es nunmal hauptsächlich um Luke, da kann Leia noch so viele Laser-Kanonen in die Hand nehmen. Sarah Connor macht in Terminator zwar eine gute Figur, aber Arni ist immer noch der Dreh- und Angelpunkt der ersten 3 Filme. Bei den Männern finden sich wesentlich häufiger Einzelgänger wie Rocky oder John McClane von Stirb Langsam. Kaum ein Action-Film setzt sich dagegen adäquat mit einer weiblichen Hauptfigur auseinander.
Möglicherweise liegt das an der Zielgruppe, die meist männlich sein wird, aber im 21. Jahrhundert sollte es doch auch Frauen geben, die auf gut gemachte Action stehen, oder? Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man sich auch als Mann mit einer Frau identifizieren kann und umgekehrt. Vielleicht sollte den Studios mal jemand sagen, in welcher Zeit wir leben.
Film: Die Legende von Aang
Geschrieben von TeoDie Legende von Aang basiert auf dem Anime Avatar - Der Herr der Elemente. Ich habe die Serie vor einigen Jahren im O-Ton geschaut. Eine Folge nach der anderen. Ich war begeistert. Weniger begeistert bin ich nun leider vom Realfilm, der sich in die mittlerweile lange Reihe der Misserfolge des M. Night Shyamalan einreihen darf.
Der Film spielt in einer Welt mit ehemals 4 Nationen, deren Angehörige teilweise die Fähigkeit besitzen Elemente zu kontrollieren. Nach diesen Elementen sind die Nationen aufgeteilt. Die Feuernation, eigentlich ein eher kleines Inselreich, hat den Luftnomaden, den verbündeten Wasserstämmen und dem Erdkönigreich den Krieg erklärt. Dieser wütet nun schon 100 Jahre. Die beiden Geschwister Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) vom südlichen Wasserstamm entdecken auf der Jagd eine Sphäre im Eis. Als sie darauf einschlagen, öffnet sie sich und entlässt einen Lichtstrahl in den Himmel. In der Kugel befinden sich ein Junge mit seltsamen Tätowierungen und ein sechsbeiniges Bison. Wie sich herausstellt, ist der Junge namens Aang (Noah Ringer) ein Luftbändiger. Das ist erstaunlich, weil die Feuernation gleich nach Ausbruch des Krieges alle Luftbändiger hat töten lassen. Aus ihrem Volk sollte der nächste Avatar stammen, ein Bändiger, der alle 4 Elemente beherrscht und für deren Gleichgewicht sorgen sollte. Für die Feuernation und ihre Anstrengungen zur Weltherrschaft, wäre ein starker Avatar also ein großes Problem. Der Lichtstrahl aus Aangs Sphäre wurde unterdessen auch von Zuko (Dev Patel), dem Prinzen der Feuernation gesehen, der im Exil nach dem Avatar sucht, um seine Ehre zurück zu gewinnen. Mit seinem Kriegsschiff taucht er kurz darauf im Dorf des Wasserstammes auf. Aang ergibt sich, um die Dörfler zu schützen. Sokka und Katara folgen dem Schiff daraufhin, um Aang zu retten.
Dem Anime folgend, werden in diesem Film die Ereignisse des ersten Buchs, wie die Staffeln der Serie heissen, erzählt. Insgesamt gibt es 3 Bücher, die nach den Elementen Wasser, Erde und Feuer benannt sind. Ausser der Geschichte ist leider nicht viel vom Anime übrig geblieben. Beginnen wir bei der bereits viel kritisierten Besetzung. Alle Mitglieder der kriegstreibenden Feuernation sind von arabisch-ostasiatischem Aussehen. Davon ist im Anime nichts zu sehen, dort haben alle mehr oder weniger die gleiche Hautfarbe. Ich hatte die Feuernation ausserdem immer wegen ihrer geographischen Lage und Beschaffenheit mit Japan verglichen. Aber OK, das ist noch künstlerische Freiheit. Das Erdkönigreich ist mit chinesisch anmutenden Menschen gut getroffen, da hat er kostüm- und frisurentechnisch genau den richtigen Ton getroffen. Was mich wirklich am Cast stört, ist die Inkonsequenz, mit der die Charaktere besetzt wurden. Sokka und Katara sind eindeutig europäischer Herkunft, ihr gesamter Stamm allerdings, erinnert eher an Inuit. Ich schätze so etwas kommt dabei raus, wenn Hauptfiguren und Statisten getrennt gecastet werden. Ich vermute hier keinen Rassismus, immerhin ist Shayamalan selbst Inder, aber filmisch lässt diese Besetzung auf Unachtsamkeit oder sogar Ignoranz schließen. Dem Vorwurf, der Anime sei asiatisch und die Figuren hätten daher auch asiatisch auszusehen, kann ich allerdings entgegen halten, dass Avatar - Der Herr der Elemente von Amerikanern stammt. Dahingegen darf die deutsche Synchronisation getrost als schlecht bezeichnet werden. Allein schon Zukos Stimme will so gar nicht zur Optik des kindlichen Schauspielers passen.
Optisch fallen auch die immer sauberen Kostüme auf, die immer genau die gleichen Farbtöne haben. Hier zeigt sich wohl ein besonderes Problem, wenn man versucht etwas Gezeichnetes in die reale Welt zu holen. Im Anime funktionieren die gedeckten, planen Farben. Etwas Schmutz wird mit wenigen Strichen angedeutet. In einem Realfilm wirkt das leider künstlich und wenig Glaubhaft. Gebeutelte und Unterdrückte Bewohner des Erdkönigreichs tragen geradezu strahlende Kleidung, Kämpfe mit Feuer und Schwertern können Aangs gelber Kutte nichts anhaben und Feuer schleudernde Soldaten kennen keinen Russ, so wie Wasserbändiger nie auch nur einen Tropfen Wasser abbekommen. Die Effekte beim Bändigen fand ich hingegen gut gelungen. Ich wüsste nicht, wie man das sonst umsetzen sollte. Den 3D-Aufschlag hätte ich mir natürlich sparen können. Man hatte einfach nichts davon und erneut stachen mir die verwaschenen und schwindelerregenden Konsequenzen dieser offenbar unausgereiften Technik ins Auge.
Ein noch schwerwiegenderes Problem findet man, wenn man den Plot von Anime und Film vergleicht. Es wirkt, als habe Shamalayan Versatzstücke der Serie fast wahllos aneinander gefügt ohne aus dem episodischen Schema der Serie auszubrechen. Einige Begebenheiten tauchen nahezu identisch in beiden Umsetzungen auf, andere wurden im Film vermischt oder weggelassen. Man hat z.B. den Besuch auf der Insel Kioshi und die Kriegerinnen von Kioshi weggelassen. Stattdessen wurde Aangs Bekanntschaft mit seiner formaligen Reinkarnation, Avatar Kioshi, mit der Folge zusammengelegt, in der die Internierungslager der Feuernation gezeigt werden. Diese sind in der Serie auf dem Meer und bestehen aus metallenen Plattformen ohne eine Spur von Erde, die von den Gefangenen zum Bändigen eingesetzt werden könnte. Im Film ist so ein Lager nur durch einen dünnen Palisadenzaun vom Rest des Dorfes getrennt, als wären die Feuerbändiger Dummköpfe. Auch die Kriegerinnen von Kioshi werden im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen. Wie Shamalayan das schlüssig umsetzen will, ist mir vollkommen unklar. Insgesamt wirkt alles sehr komprimiert, was natürlich verständlich ist, wenn man 20x20 Minuten Serienplot in weniger als 100 Filmminuten vorgesetzt bekommt.
Unter dieser Hasst leidet Die Legende von Aang am meisten, glaube ich. Es bleibt kaum Zeit die Figuren ordentlich auszugestalten, weil die äussere Geschichte schon recht komplex ist. Es wird daher auch ständig mit irgendwelchen Etiketten gearbeitet. Statt Aangs unterschwelliger Liebe zu Katara, drückt ein platter, wenige Worte langer Satz die Sehnsucht des kindlichen Avatar nach einer Familie aus. Im Film hat man kaum den Eindruck, dass die 3 Reisenden mehr als Freunde sind und wie eng diese Freundschaft in der Serie ist. Für die negativen Charaktereigenschaften aller 3 bleibt da gar kein Platz mehr. Aang ist in der Serie ein wichtiger Faktor für alberne Komik. Dieses Element wurde im Film komplett gestrichen, genau wie Appa, dem fliegenden Bison, kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Sokka ist sehr viel komischer in der Serie, wenn auch meist unfreiwillig. Um eine meiner Lieblingsfiguren des Anime tut es mir besonders leid: Onkel Iroh. In der Serie zeigt sich sein Sinn für Strategie und List nicht nur in irgendwelchen Erzählungen vom Schlachtfeld, sondern auch in seinem Verhalten gegenüber Zuko. Diesen hält er für fehlgeleitet und möchte ihn von seinem Pfad der Gewalt abbringen. Iroh weiss aber ganz genau, dass die flachen Sprüche, die er im Film auf Zuko loslässt, überhaupt nichts bringen würden. Dementsprechend subtil geht er in der Serie vor. Ausserdem verlangt er im Film nur ein einziges mal nach Tee.
Nicht gefallen hat mir auch, dass Shamalayan Fakten umstellt. In der Serie sind Feuerbändiger sehr wohl in der Lage selbst Feuer zu entfachen, im Film nicht. Die oberen Stufen des Feuerbändigens umfassen nicht, sich den Finger ohne externe Flamme anzuzünden, sondern Blitze und besonders heisse Flammen zu erzeugen. Weitere Veränderungen fanden am Stellenwert der Geisterwelt und dem Avatar-State statt.
Der Reiz des Anime ist der Spagat zwischen augenscheinlich alberner Kinderserie und der hintergründigen Geschichte, aus der, mithilfe von politischen Wirrungen und Spiritualismus ausgefeilte Charaktere hervorgehen. Beides bietet der Film von Paramount leider nicht. Die Figuren bleiben flach und ihre Beziehungen zueinander unklar. Der alberne Witz ist so gut wie ausgelöscht worden, was in Anbetracht der Zielgruppe durchaus bemerkenswert ist. Übrig bleibt nur die Haut einer guten Geschichte, so oberflächlich und lieblos erzählt, dass sie beim ersten Anstupsen zu Staub zerfällt. Schaut euch lieber die TV-Serie an.
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Film: 9
Geschrieben von TeoDieser schöne Animationsfilm ist wirklich schwer einzuordnen. Ist er nun für Kinder oder doch für Erwachsene gedacht? Einerseits ist er postapokalyptisch, andererseits sind Stoffpuppen die Hauptfiguren und zeitweise wird es leicht spirituell. Macht euch am besten euer eigenes Bild.
Die Geschichte beginnt in einem total zerstörten Haus. Ein alter Mann in weißem Kittel liegt auf dem Boden. Er ist tot. Der Protagonist des Films erwacht auf einem Tisch. Sein Reißverschluss ist offen und er kann nicht sprechen. In der Nähe findet 9, so lautet die Rückennummer der soeben erwachten Sackpuppe, einen Talisman mit seltsamen Symbolen darauf. Er packt ihn ein und verlässt das Haus. Draußen sieht es nicht besser aus. Die gesamte Umgebung ist verwüstet. Stacheldraht, aufgeplatzter Asphalt und die Hinterlassenschaften der Menschheit prägen das Panorama. Plötzlich trifft 9 auf 2, eine weitere Puppe. Dieser ist völlig ausser sich vor Freude, dass er auf einen weiteren Artgenossen gestoßen ist. 2 schafft es mit ein paar Ersatzteilen 9 die Stimme wiederzugeben. Dann werden sie von dem Biest attackiert, seltsame Maschine mit rot-glühenden Augen und animalischen Bewegungsabläufen. Das Biest schnappt sich 2 und den Talisman. 9 kann sich durch das selbstlose Opfer von 2 gerade noch retten. Kurz darauf trifft 9 auf eine weitere Stoffpuppe, die, genau wie 2 zu einer Gruppe gehört. Sie verstecken sich in einer alten Kirche und werden von 1 angeführt. Als 9 versucht die Gruppe dazu zu überreden auf die Suche nach 2 zu gehen, setzt 1 mithilfe des geistig umnachteten, aber physisch bevorteilten 8 durch, dass 2 als verloren betrachtet wird und alle an Ort und stelle bleiben. 9 will sich damit nicht abfinden und schafft es schließlich doch einige der anderen zu überzeugen. Bei dem Rettungsversuch macht 9 einen folgenschweren Fehler, der das Leben aller gefährdet, ausserdem kommen immer mehr Dinge ans Tageslicht, die sowohl den Untergang der Menschheit, als auch die Herkunft der Puppen erklären.
Regisseur Shane Acker hatte 9 bereits 2005 als Kurzfilm veröffentlicht, für den er einen Oscar erhielt. Daraufhin klinkte sich unter anderem Tim Burton ein, der half aus den 10 Minuten 80 zu machen. Dadurch erklärt sich wohl auch, wieso der Film seine düstere Note noch weitaus intensiver aus der Leinwand heraus bringt, als es bereits der Kurzfilm tat. Im Original sind dann als Sprecher bekannte Stimmen wie Christopher Plummer, John C. Reilly oder Jennifer Connely mit von der Partie. 9 wird gesprochen von Elijah Wood, den Acker bereits von seiner Special-Effects-Arbeit an Der Herr der Ringe gekannt haben dürfte.
Ich muss gestehen, ich bin ein Fan von Postapokalypsen und entwickle automatisch ein Interesse, wenn es um unkonventionelle Darstellungsformen geht. Das Ende der Menschheit aus der Sicht von kleinen Jute-Männchen zu zeigen fällt da auf jeden Fall drunter. 9 ist für einen Animationsfilm ungewöhnlich düster, weshalb ich ihn nicht unbedingt für kleinere Kinder empfehlen würde. Horror ist es zwar noch nicht, aber gegruselt und erschrocken habe ich mich dennoch. Ich schätze hier liegt auch ein Problem, das sich an den Kinokassen bemerkbar gemacht hat: Erwachsene erwarten bei einem Animationsfilm oft eben nur Kinderprogramm. Wenn die Protagonisten Puppen sind, nur umso mehr. Die Zielgruppe schrumpft also auf diejenigen zusammen, die für solche Projekte offen sind und die sich auch Actionhelden in 20cm Größe vorstellen können. Dabei ist die Hintergrundgeschichte vom Untergang der Menschen gar nicht so aussergewöhnlich und sollte bereits aus zahlreichen anderen Streifen bekannt sein. Der Umgang damit ist eben ein gänzlich anderer. Hier gibt es wirklich keinen lebenden Menschen mehr. Das Post-Humane-Zeitalter hat begonnen und die Erde sagt sich "Das Leben geht weiter". Diese Vorstellung finde ich ziemlich interessant, weil es über das hinausgeht, was man normalerweise im Kino geboten bekommt.
Auch wenn 9 gerade gegen Ende etwas theatralisch und spirituell daherkommt, hatte ich sehr große Freude an diesem Film. Er lässt Perpektivwechsel und Zukunftsvisionen zu und offenbart, dass mit dem Ende der Menschheit nicht das Leben auf der Erde enden muss. Wer auf Postapokalypsen steht und die Sockenpuppen nicht stören, sollte sich 9 wirklich ansehen.
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Film: Eclipse: Bis(s) zum Abendrot
Geschrieben von TeoIch habe es wieder getan: Nach 7 Monaten Schonzeit betrat ich am Freitag einen Kinosaal, in dem wenig später Eclipse, der 3. Teil der Twilight-Saga gezeigt worden war. Wie schon bei meinem letzten mutigen Akt der Selbstgeißelung waren es hier wieder die Fans, die einem den Kinobesuch interessant gemacht haben. Highlight war eine etwa Vierzigjährige, beleibte Frau mit osteuropäischem Akzent, die in einer recht ruhigen, intensiven Szene aufsprang und rief: "Jetzt beiß sie endlich!" Die jüngeren Zuschauer dankten ihr dies mit einer Salve Popcorn, woraufhin die Dame mitten im Film über den Wert von Nahrungsmitteln diskutieren wollte.
Die folgende Rezension enthält auf jeden Fall Spoiler.
In The Twilight Saga: Eclipse geht es weder um die Dämmerung, noch um eine Sonnenfinsternis. Victoria (diesmal gespielt von Bryce Dallas Howard) taucht wieder auf und bastelt sich mithilfe eines Jungen, den sie zum Vampir gemacht hat, eine Armee zusammen. Damit will sie den Zukunftsvisionen von Alice (Ashley Greene) aus dem Weg gehen. Die Armee besteht aus Neugeborenen, die unkontrollierter und stärker sind, als erfahrene Vampire. Sie soll später gegen die Cullans antreten, um Victorias Gefährten James zu rächen, der in Twilight den Tod durch Edward (Robert Pattinson) fand. Parallel dazu wird selbstverständlich die Liebesgeschichte zwischen Bella (Kristen Stewart) und Edward weiter erzählt. Er macht ihr einen Heiratsantrag, sie küsst Jacob (Taylor Lautner) und die beiden Typen streiten sich um sie.
Die Geschichte des Films macht, habe ich mir sagen lassen, einen ziemlichen Bruch mit dem Roman. So wird zu Gunsten des Schnulzanteils, der Krieg zwischen Victoria und den Cullans zur B-Seite degradiert. Wie verschwenderisch man mit Schmalz umgegangen ist, zeigt sich schon an einer der ersten Szenen: Bella und Edward sitzen auf einer Waldlichtung in einer Blumenwiese. Sie liest Gedichte, er glitzert und kann seinen Blick nicht von ihr abwenden. Auch der Machtkampf um Bellas Gunst zwischen Jacob und Edward ist wohl aus den Träumen kleiner Mädchen gesponnen worden, die sich Hochzeitskleider anziehen und vor dem Spiegel posieren. Die beiden Typen reiben sich immer wieder aneinander, der eine, der wohl ganz hübsch ist und der andere, der nicht nur einen Waschbrettbauch, sondern auch kein Geld für T-Shirts hat. Sie wollen alle nur Bella, die nicht besonders viel Ausstrahlung vor die Kamera bringt, obwohl sie den Autisten-Blick perfekt beherrscht. Ihr merkt sicher schon, worauf das hinausläuft. Insgesamt sind beide Ebenen der Story doch arg dünn und schaffen es kaum die fast eineinhalb Stunden Film sinnvoll auszukleiden. Darüber täuschen auch die plumpen Tricks nicht hinweg, mit der die Story gelenkt wird. Darunter fallen unter anderem Rückblenden aus dem Leben der Cullans, die zufälligerweise Situationen schildern, die später fast identisch auf Bella zukommen.
Zu Beginn des Films machte ich mir einige Hoffnungen auf ein schönes Gemetzel abseits des Kitsch. Meine Freundin hatte mich bereits vor den ersten beiden Teilen mit dem Inhalt aller 4(+1) Bücher gebrieft, sodass ich bereits wusste, dass es in Teil 3 zum Krieg kommen sollte. Leider hat man hier zugunsten der jungen Fanschaft beschlossen sämtliches Blut aus den Kampfszenen zu entfernen, sodass Gegner im fertigen Film wie Kandis-Zucker zerbrechen, statt Verletzungen zu haben. Das ist nicht nur vollkommen unlogisch, da man in der Vergangenheit bereits gesehen hat, wie Twilight-Vampire bluten, sondern auch total irritierend. Ich bin gespannt, wie man in Teil 4 die doch recht blutige Geburt des Dämonenbabys auf die Reihe bekommen will.
Die Personalpolitik des Films ist ebenfalls etwas seltsam. In den ersten beiden Teilen spielte Rachelle Lefevre die Victoria. Als dann Pattinson, Lautner und Stewart eine Gehaltserhöhung bekamen und Lefevre ebenfalls eine wollte, wurde sie kurzerhand durch Bryce Dallas Howard ersetzt. Das erzeugt nicht nur einen wenig leckeren Beigeschmack, sondern störte mich auch im Film etwas.
Insgesamt war Eclipse: Bis(s) zum Abendrot also wenig überraschend. Ein Film, dessen Atmosphäre angefüllt ist von Kitsch-Plattitüden und den feuchten Träumen kleiner Mädchen, welcher offensichtlich aus den Geldbeuteln derjenigen schöpfen soll, die von den Büchern begeistert waren. Ich schäme mich ein bisschen für die 10€, die ich dem Kino für die Eintrittskarte überlassen habe, aber die Nachos waren lecker.
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Filmisches, das keiner braucht
Geschrieben von TeoIn den letzten Jahren geht wieder der Remake- und Reboot-Wahn um. Die Projekte, die alten Stoff recyclen sprießen nur so aus dem Boden. Aber mal ganz ehrlich: Wer braucht diesen Schrott? Die allermeisten Remakes taugen später höchstens als Glasuntersetzer, wenn die DVD dann im Laden steht. Gerade im Bereich der Kinderunterhaltung gibt es dann noch so einige Filme, die wirklich nur als Sondermüll durchgehen. Ich schreibe hier einfach mal auf, was die Filmwelt, meiner Ansicht nach, absolut und vollkommen überhaupt gar nicht braucht.
Der weiße Hai 3D
Der weiße Hai ist ein Gesamtkunstwerk. Jenes lebt aber auch vom filmischen Charme seiner Entstehungszeit. Was soll man damit nun in einer neuen Version anfangen? Die schönen Übertreibungen und Verteufelungen werden in einer modernen Version nicht nur nicht funktionieren, sie sind sogar ein Anachronismus. Heute weiss eigentlich jeder, dass der Hai kein ur-böses Ungetüm ist, sondern genauso viel Böses in sich trägt, wie Spatzen und Lämmer.
Die Schlümpfe
Das ist wiedermal so ein Projekt, bei dem sich die Einfallslosigkeit der Filmbranche deutlich zeigt. Die Kinderserie aus Belgien war damals spaßig, später etwas langweilig, aber sie war klassisch. Die ersten Bilder aus der Produktion des Animations-Realfilm-Mix lassen auf einen Streifen à la Garfield oder Die Chipmunks schließen. Da frage ich einfach mal: Wieso?! Wieso muss man die Schlümpfe aus dem Mittelalter in unsere Zeit versetzen? Was sollen die blauen Kerle in New York? Muss man denn alles kaputt-remaken?
Avatar Redux
So lautet der Name der verlängerten Avatar-Fassung, die am 2. September in die Kinos kommen soll. Ganze 8 Minuten mehr werden dem Kinobesucher für den vollen 3D-Preis geboten. Es gibt vermutlich 3 Gründe, wieso man die ohnehin schon erfolgreichste Gelddruckmaschine der Filmbranche nochmal ins Kino bringt: Rubel, Euro und Dollar. Der Mehrwert durch die zusätzlichen Filmsequenzen wird sich jedenfalls in Grenzen halten. Dafür wird der Film diesmal ausschließlich in 3D gezeigt, damit man den 3D-Hype weiter antreiben kann.
Titanic 3D
Noch so ein Cameron-FAIL. Nicht nur, dass man uns mit dieser Schnulze seit Jahren auf den Sack geht, wenn sie mal wieder im Fernsehen läuft, nein, jetzt soll sie die Leute auch wieder aus den Kinosesseln vertreiben. Diesmal natürlich in 3D. 2012 soll die alte Fassung mit Leo und Käte in einer 3D-Nachbearbeitung erscheinen. Dabei wissen wir spätestens seit Clash of the Titans, dass diese Nachbearbeitungen meistens ziemlich scheiße aussehen.
Vampires suck
Ja, ich mag Twilight auch nicht, aber die besten Verarschen des Vampir-Stoffs findet man doch eh im Netz. Wieso also einen Film daraus machen? Gut, hier sind wieder die Flachwitz-Maschinengewehre von Date Movie, Scary Movie und Fantastic Movie am Werk, daher brauchen wir uns um die Gründe keine weiteren Gedanken mehr machen. Haben sie sich schließlich auch nicht.
Spiderman Reboot
Damals, als der erste Film mit Tobey Maguire ins Kino kam, war ich skeptisch, aber schließlich doch zufrieden gestellt. Weshalb genau muss man die durchaus gelungene Comicverfilmung von 2002 mit einem Teenie-Schauspieler nochmal auflegen? Zwar gefielen mir die folgenden Teile nicht mehr so gut, wie der erste und der Tod zahlreicher Gegner und Mitstreiter im letzten Film war etwas übertrieben, aber muss man jetzt High School Musical daraus machen?
James Bond Teil 587
Letzte Woche gab es Gerüchte darüber, dass sich die Produzenten den nächsten James Bond-Film komplett aus dem Kopf geschlagen hätten. Leider lagen die Gerüchteköche falsch, denn die Verzögerung liegt lediglich an der Pleite von MGM. Jetzt, da es keine unverfilmten Bücher mehr von Charlie Higson gibt, hoffte ich eigentlich, dass man den Agenten endlich in Frieden ruhen lässt. Wie oft will man denn noch immer und immer wieder den gleichen Lückentext zum Drehbuch umschreiben?
Resident Evil: Afterlife
Oh bitte, ich will mehr Mad Max-Elemente in einem Zombie-Erschießungs-Film sehen. Um jeden Preis auch in 3D. Weil 3D so cool ist. Damit kann man so toll die Zuschauer erschrecken. Bitte, bitte - nicht.
