Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

25Jul/107

Film: 9

Geschrieben von Teo

Dieser schöne Animationsfilm ist wirklich schwer einzuordnen. Ist er nun für Kinder oder doch für Erwachsene gedacht? Einerseits ist er postapokalyptisch, andererseits sind Stoffpuppen die Hauptfiguren und zeitweise wird es leicht spirituell. Macht euch am besten euer eigenes Bild.

Die Geschichte beginnt in einem total zerstörten Haus. Ein alter Mann in weißem Kittel liegt auf dem Boden. Er ist tot. Der Protagonist des Films erwacht auf einem Tisch. Sein Reißverschluss ist offen und er kann nicht sprechen. In der Nähe findet 9, so lautet die Rückennummer der soeben erwachten Sackpuppe, einen Talisman mit seltsamen Symbolen darauf. Er packt ihn ein und verlässt das Haus. Draußen sieht es nicht besser aus. Die gesamte Umgebung ist verwüstet. Stacheldraht, aufgeplatzter Asphalt und die Hinterlassenschaften der Menschheit prägen das Panorama. Plötzlich trifft 9 auf 2, eine weitere Puppe. Dieser ist völlig ausser sich vor Freude, dass er auf einen weiteren Artgenossen gestoßen ist. 2 schafft es mit ein paar Ersatzteilen 9 die Stimme wiederzugeben. Dann werden sie von dem Biest attackiert, seltsame Maschine mit rot-glühenden Augen und animalischen Bewegungsabläufen. Das Biest schnappt sich 2 und den Talisman. 9 kann sich durch das selbstlose Opfer von 2 gerade noch retten. Kurz darauf trifft 9 auf eine weitere Stoffpuppe, die, genau wie 2 zu einer Gruppe gehört. Sie verstecken sich in einer alten Kirche und werden von 1 angeführt. Als 9 versucht die Gruppe dazu zu überreden auf die Suche nach 2 zu gehen, setzt 1 mithilfe des geistig umnachteten, aber physisch bevorteilten 8 durch, dass 2 als verloren betrachtet wird und alle an Ort und stelle bleiben. 9 will sich damit nicht abfinden und schafft es schließlich doch einige der anderen zu überzeugen. Bei dem Rettungsversuch macht 9 einen folgenschweren Fehler, der das Leben aller gefährdet, ausserdem kommen immer mehr Dinge ans Tageslicht, die sowohl den Untergang der Menschheit, als auch die Herkunft der Puppen erklären.

Regisseur Shane Acker hatte 9 bereits 2005 als Kurzfilm veröffentlicht, für den er einen Oscar erhielt. Daraufhin klinkte sich unter anderem Tim Burton ein, der half aus den 10 Minuten 80 zu machen. Dadurch erklärt sich wohl auch, wieso der Film seine düstere Note noch weitaus intensiver aus der Leinwand heraus bringt, als es bereits der Kurzfilm tat. Im Original sind dann als Sprecher bekannte Stimmen wie Christopher Plummer, John C. Reilly oder Jennifer Connely mit von der Partie. 9 wird gesprochen von Elijah Wood, den Acker bereits von seiner Special-Effects-Arbeit an Der Herr der Ringe gekannt haben dürfte.

Ich muss gestehen, ich bin ein Fan von Postapokalypsen und entwickle automatisch ein Interesse, wenn es um unkonventionelle Darstellungsformen geht. Das Ende der Menschheit aus der Sicht von kleinen  Jute-Männchen zu zeigen fällt da auf jeden Fall drunter. 9 ist für einen Animationsfilm ungewöhnlich düster, weshalb ich ihn nicht unbedingt für kleinere Kinder empfehlen würde. Horror ist es zwar noch nicht, aber gegruselt und erschrocken habe ich mich dennoch. Ich schätze hier liegt auch ein Problem, das sich an den Kinokassen bemerkbar gemacht hat: Erwachsene erwarten bei einem Animationsfilm oft eben nur Kinderprogramm. Wenn die Protagonisten Puppen sind, nur umso mehr. Die Zielgruppe schrumpft also auf diejenigen zusammen, die für solche Projekte offen sind und die sich auch Actionhelden in 20cm Größe vorstellen können. Dabei ist die Hintergrundgeschichte vom Untergang der Menschen gar nicht so aussergewöhnlich und sollte bereits aus zahlreichen anderen Streifen bekannt sein. Der Umgang damit ist eben ein gänzlich anderer. Hier gibt es wirklich keinen lebenden Menschen mehr. Das Post-Humane-Zeitalter hat begonnen und die Erde sagt sich "Das Leben geht weiter". Diese Vorstellung finde ich ziemlich interessant, weil es über das hinausgeht, was man normalerweise im Kino geboten bekommt.

Auch wenn 9 gerade gegen Ende etwas theatralisch und spirituell daherkommt, hatte ich sehr große Freude an diesem Film. Er lässt Perpektivwechsel und Zukunftsvisionen zu und offenbart, dass mit dem Ende der Menschheit nicht das Leben auf der Erde enden muss. Wer auf Postapokalypsen steht und die Sockenpuppen nicht stören, sollte sich 9 wirklich ansehen.

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24Jun/101

Film: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Geschrieben von Teo

Da ich den Titel dieses Streifens so schön schwachsinnig fand, habe ich mir die DVD mal bei meinem Verleiher besorgt. Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist mal wieder ein Animationsfilm, der nicht aus dem Hause Pixar stammt, sondern auf dem Mist von Sony gewachsen ist.

In Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen geht es um den Erfinder Flint Lockwood. Er lebt mit seinem grobschlächtigen Vater auf der Affenfels-Insel und erfindet ständig total praktische Sachen. Auf seiner Patentliste stehen unter anderem Schuhe zum Aufsprühen (die er seit seiner Kindheit nicht mehr ausziehen konnte), Rattenvögel (die sich überall breit machen) und ein Gerät, dass die Gedanken seines Hausaffens Steve übersetzt. Seine Mutter, die ihn stets motiviert hat, weitere Erfindungen zu machen, ist bereits gestorben. Flints Vater Tim kann dem Erfinderdasein seines Sohnes nichts abgewinnen und würde ihn lieber in in seinem Angelbedarfs-Laden arbeiten sehen. Dem geht es wirtschaftlich wie dem Rest der Stadt: Mies. Einst war die Insel das Mekka für Sardellen-Fans, aber dann wurde bekannt, dass Sardellen scheiße schmecken. Die Sardellenfabrik ging vor die Hunde und der Tourismus blieb aus. Flint erfindet unermüdlich in seinem hochtechnisierten Baumhaus weiter und hofft eine Entdeckung zu machen, die die ganze Insel vor dem Bankrott rettet. Schließlich bastelt er ein Gerät, dass Wasser in Nahrungsmittel verwandeln kann. Noch schnell Pirelli-Streifen draufgemalt und schon beginnt der erste Test - der fehlschlägt. Weil er eine größere Menge Strom benötigt, als aus seinen Steckdosen kommt, schließt er die Maschine namens FLZDFR (sprich Flitzndeför) direkt an das Elektrizitätswerk an. Die Maschine dreht daraufhin vollkommen durch und schießt sich selbst in den Himmel, wo sie bleibt. Daraufhin kommt eine riesige, orangene Wolke auf die Stadt zu, aus der es Burger regnet. An diesem Tag ist zufällig die Meteorologie-Praktikantin eines Fernsehsenders auf der Insel. Sie heisst Sam und berichtet sofort von dem Burger-Regen. Der Bürgermeister von Affen-Fels ernennt Flint zum Helden. Dieser baut ein Gerät, mit dem er per Funk neue Mahlzeiten in den Wolken bestellen kann. Das macht er auch täglich und die Touristen strömen nur so in die Stadt. Schließlich benennt man die Insel in Schlaraffen-Fels um und legt einen Vergnügungspark aus Essensresten an. Drei Mahlzeiten täglich und immer ausgefallenere Menüwünsche überfordern die Maschine allerdings irgendwann und es kommt zur üblichen Katastrophe.

Optisch wirkt Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen wie viele andere Animationsfilme dieser Tage. Die Geschichte, die auf einem englischen Kinderbuch basiert, finde ich dennoch recht bemerkenswert. Oberflächlich geht es zwar um Flint und seinen Traum vom Erfinderdasein, aber viele andere Aspekte bilden massive Gesellschaftskritik. Nachdem die ganze Stadt regelmäßig mit kostenlosem Essen versorgt wird, werden immer mehr Leute fett - allen voran der Bürgermeister, der sich bald nur noch mit einem elektrischen Wägelchen fortbewegt. Zu dieser angedeuteten Konsumkritik kommt die dekadente Verschwendung des Essens, das auf eine Halde ausserhalb der Stadt verfrachtet wird. Dabei wird satirisch ein schönes "vermutlich" eingestreut, während der Damm, der die Stadt vor einer Essens-Lawine beschützen soll, als "unzerstörbar" bezeichnet wird. Schön sind auch diverse Anspielungen auf Science-Fiction-Filme, die ich aber wegen der Lacher nicht direkt vorweg nehmen möchte. Schließlich kommen noch die Beziehungsprobleme von Flint und seinem Vater , sowie eine kleine, nette Liebes- und Lebensgeschichte um Sam Sparks, die rasende Reporterin hinzu. Bei all den Ebenen steht aber immer die Fantasie und Komik im Vordergrund, weshalb kein mahnender Zeigefinger oder andere verschreckende Dinge entstehen. Vermisst habe ich allerdings einen Hinweis auf den Welthunger. Schließlich böte sich das bei einer Maschine, die quasi unendlich viel Essen produzieren kann, stark an. In den Konzept-Szenen der DVD-Extras gibt es sogar einige Passagen, die sich damit beschäftigen, im fertigen Film ist davon leider nichts mehr zu sehen. Einige Gags sind insgesamt etwas albern, was ich als Flachlandkomödiant aber nicht weiter schlimm finde.

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen schafft es, Konsumkritik kindgerecht zu verpacken. Der Spaß steht dabei aber immer im Vordergrund. Die meisten Gags kennt man so noch nicht und gerade Erwachsene können an den Anspielungen auf andere Filme vermutlich noch mehr lachen, als Kinder. Ich war positiv überrascht von dem Film und kann ihn allen Leuten weiterempfehlen, die sich gern mal einen Animationsfilm anschauen. Kinder werden ohnehin ihre Freude haben.

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1Jun/100

Film: Tortuga

Geschrieben von Teo

Heute mal ein Film für die Naturfreunde unter uns. Im Angesicht des BP-Desasters habe ich mich dazu entschlossen dieses Review doch noch zu schreiben, auch wenn die DVD zu diesem Schildkröten-Film schon einige Wochen in den Regalen steht. Hier geht es nicht um die geplante Neuverfilmung der Teenage Mutant Ninja Turtles, sondern um eine Dokumentation, die den Lebensweg einer Meeresschildkröte beschreibt.

Die Geschichte von Tortuga beginnt dort, wo die Geschichten alter Klischee-Amerikaner enden: In Florida. Dort werden tausende Schildkröten geboren und müssen sich ihren gefährlichen Weg vom Strand ins Meer bahnen. Nur wenige überleben die ersten Stunden ihres Lebens. Die Glücklichen retten sich schließlich in den Golfstrom und wandern mit ihm bis in die Arktis. Nach ihrer Reise einmal um den gesamten Nordatlantik, treffen die wenigen Überlebenden wieder am Heimatstrand ein und legen erneut ihre Eier ab. Ihre Reise dauert 25 Jahre, in denen die geschützten Tiere etwa 10.000 Kilometer zurücklegen. Die Dokumentation begleitet eine dieser Schildkröten auf ihrem Weg und fasst ihre Geschichte in etwa 80 Minuten zusammen.

Tatsächlich handelt es sich wohl um verschiedene Exemplare, da die Dreharbeiten zum Film wesentlich kürzer waren als ein Viertel Jahrhundert, dennoch freundet sich der Zuschauer mit dem gezeigten Tier gewissermaßen an. Als Erzählerin fungiert in der deutschen Version Hannelore Elsner, deren Stimme die Geschichte der Schildkröte butterweich in die Gehörgänge tröpfelt. Dabei bleibt Tortuga die ganze Zeit über ziemlich entspannt und hält sich nicht mit Details auf. Umweltverschmutzung ist natürlich auch ein Thema, aber eben nur eines von vielen, was ich persönlich gut finde. So erspart uns die Doku den sonst üblichen mahnenden Zeigefinger, der häufig vor allem bei Kindern nicht besonders gut ankommt. Gerade für diese ist der Film meines Erachtens besonders gut geeignet (getestet mit einem 11 Jährigen). Die gezeigten unechten Karettschildkröten werden zur Hauptfigur einer richtigen Geschichte gemacht. Dadurch können Kinder den wirklich schönen Bildern besser folgen und sich emotional auf den Film einlassen. Die Erzählstimme aus dem Off trägt ebenfalls dazu bei.

Optisch gibt die Produktion aus Österreich, Großbritannien und Deutschland eine Menge her. Die Österreicher haben sich Regisseur, Produzenten und den Kameramann bei BBC ausgeliehen. Das sieht man auch. Die Aufnahmen sind äußerst beeindruckend und blieben mir im Gedächtnis. Zahlreiche Tierschutz-Organisationen, wie der WWF oder Save our Seas beteiligten sich ebenso an dem Film.

Tortuga ist ein Dokumentarfilm, der eigentlich doch keiner ist. Vielmehr vereint der Film eine Art Real-Märchenerzählung mit beeindruckenden Naturaufnahmen. Der Film ist sehr gut für Kinder geeignet, schafft es aber auch Erwachsene vor die Glotze zu locken. An manchen Stellen ist er etwas langatmig und theatralisch, aber dafür entschädigen die großartigen Bilder.

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18Mai/104

Film: Topjob – Showdown im Supermarkt

Geschrieben von Teo

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das ist immer so, vor allem im Berufsleben. Topjob ist die Geschichte zweier Männer, die nichts weiter wollen, als ein gutes Leben. Dafür arbeiten sie sich in einem Supermarkt die Karriereleiter hinauf und kommen sich schließlich in die Quere. Der lachende Dritte ist die Geschäftsleitung, der ihr Personal eigentlich ziemlich egal ist.

Doug Stauber (Sean William Scott) ist ein junger Angestellter im Supermarkt Donaldson's. Er hat sich zum stellvertretenden Filialleiter raufgearbeitet und möchte sich um die Stelle des Filialleiters in einem neuen Laden bewerben, der in Kürze gebaut werden soll. Dann würde er genug verdienen, um mit seiner Freundin aus ihrer Bruchbude auszuziehen, deren Wände so dünn sind, dass das nächtliche Ukulelespiel der Nachbarn sie vom Schlafen abhält. Die Sache scheint ein sicheres Ding zu werden, denn es gibt nur einen Mitbewerber, der noch nicht lange im Unternehmen ist. Doch dann dann taucht Richard Wehlner (John C. Reilly) auf. Er kommt aus Kanada und will mit seiner Familie in den Staaten einen Neuanfang machen. In seiner Heimat hat er bei einer Tochterfirma von Donaldson's gearbeitet und steigt deshalb direkt auf dem gleichen Niveau wie Doug ein. Auch Richard bewirbt sich als Filialleiter beim neuen Supermarkt und so entsteht eine fiese Konkurrenzsituation zwischen den beiden.

Beide Kontrahenten haben große persönliche Probleme. Richard war Drogensüchtig und ist dem Alkohol zugeneigt. Doug hat seiner Freundin bereits zugesagt den neuen Job bekommen zu haben und kauft ein Haus, das er sich gar nicht leisten kann. Sie sind gleichermaßen engagiert und machen ihre Arbeit gut. Der Druck wegen der neuen Stelle wächst langsam und verschärft das Konkurrenzdenken. Sie versuchen den Konflikt schließlich mit mehr oder weniger fairen Mitteln für sich zu entscheiden. Die Geschäftsleitung betrachtet die beiden Bewerber dabei ziemlich willkürlich und kurzfristig. Als Doug gegen die Gang angeht, die auf dem Parkplatz herumlungert und über die sich regelmäßig Kunden beschweren, wird ihm das negativ ausgelegt, weil einer der Jungs an diesem Tag einen Fruchtriegel gekauft hat und damit selbst als Kunde gilt. Im Grunde sind beide nur arme Schweine, die sich ein besseres Leben wünschen und gleichzeitig zeigt ihnen ihr Boss, dass jeder noch so uncouragierte und gelangweilte Typ den Job machen könnte, den sie haben wollen.

Die Komik des Films ist eher hintergründig und trocken. Neben den tragisch-komischen Eskapaden von Doug und Richard gibt es noch den alltäglichen Wahnsinn drumherum. Ein Vertreter für ein automatisches Bremssystem an Einkaufswagen demoliert sein Auto bei jeder Vorführung der Bremsen. Der Vorstand gibt sich so ignorant und unmenschlich wie nur irgend möglich und trotzdem reißen sich die beiden Hauptfiguren des Films ein Bein aus um ihnen zu gefallen. Damit regt Topjob den Zuschauer zum Nachdenken an und wird gesellschaftskritisch. Denn genau dieses Verhalten dürften viele Menschen von ihren eigenen Vorgesetzten kennen. Die Konkurrenz der beiden Bewerber bringt dabei im Grunde niemandem einen Vorteil. Regisseur Steve Conrad, der schon in Das Streben nach Glück skizzierte, durch welche Untiefen manche Menschen gehen müssen um ein annehmbares Leben zu haben, setzt hier die Konkurrenz der beiden Unglückspilze ein, um dem Zuschauer zu zeigen, wie er sich selbst vom System erniedrigen lässt. Im Film geht es um einen miesen Job, für den die beiden Bewerber immerhin lügen und sich gegenseitig in die Pfanne hauen, obwohl sie wissen, dass sie in einem Boot sitzen.

Wer bei Topjob eine lockere Sean William Scott-Komödie wie American Pie erwartet, hat bereits verloren. Leider impliziert genau das die Beschreibung auf der DVD-Hülle. Ich stelle deshalb nochmals klar: Topjob ist keine Slapstick-Komödie, sondern lebt von hintergründigem, trockenem Humor. Es fehlt dem Streifen etwas an Spritzigkeit. Manche Stellen gehen doch arg in die Länge und der Film wird dadurch träge. Dafür eröffnet er einem neue Perspektiven darauf, wie man mit Konkurrenten und seinen Vorgesetzten umgeht.

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5Mai/100

Film: Bitch Slap

Geschrieben von Teo

Trash ist nicht gleich Trash. Der "Actionfilm" (Zitat Wikipedia) Bitch Slap zeigt das deutlich. Ein aufreizendes Cover, einen ansprechenden Trailer, 6 Titten und ein paar Cameo-Auftritte reichen nunmal nicht, um sich auf dem schmalen Grad des Geschmacks auf der Seite des guten Trashs zu positionieren. Gefunden habe ich dieses Schätzchen übrigens bei Match-Cut.

Die 3 Brust-OP-Abonentinnen Camero (Americo Olivo), Trixie (Julia Voth) und Hel (Erin Cummings) sind irgendwo in der Wüste auf der Suche nach einem vergrabenen Gegenstand. Was genau das ist, erfährt man erst im Laufe des Films durch zahlreiche Rückblenden. An dem Ort der Suche befindet sich nur ein Wohnwagen und ein bisschen Schrott. Im Kofferraum ihres Autos verstauen sie ausserdem den Unterweltboss Gage (Michael Hurst), der allerdings bald darauf während eines Verhörs von der psychopathischen Camero erschossen wird, als Gage sie des Verrats bezichtigt. Während die Leiche noch so vor sich hin blutet bekommen die leicht bekleideten Mädchen Besuch von einem Deputy namens Fuchs. Das Gebiet in dem sie sich befinden wurde wohl mal als Atomwaffen-Testgelände verwendet, der Aufenthalt hier ist streng verboten. Es sieht zunächst so aus, als schöpfe der Polizist keinen Verdacht und verschwindet wieder. Die 3 Busenwunder zanken und graben nun vor sich hin, schütten sich minutenlang in Slowmotion Wasser über die Oberkörper und finden nichts ausser dem toten Boss von Hel, Phoenix (Kevin Sorbo). Als Trixie anfängt zu flennen und sich in den Wohnwagen verkriecht, folgt Hel ihr und es kommt zu einer Kopulations-Szene. Nachdem die beiden von Camero gestört werden und sich diese wieder verzogen hat, findet Hel eine super-mega-affengeile, streng geheime Waffe unter den Dielen. Draußen wurde Camero indes von dem Punk Hotwire (William Gregory Lee) und seiner asiatischen Freundin Kinki (Minae Noji) niedergeschlagen. Die beiden wollen die Beute für sich. Trixie und Hel müssen also weitergraben und Camero wird zum Reitpferd umfunktioniert. Als die grabenden Mopsbesitzerinnen auf eine Tresortür stoßen, deren Zahlenkombination Hel aus irgendeinem Grund kennt, tritt Deputy Fuchs erneut auf den Plan. Am Ende kommt es zu zahlreichen Explosionen und der Enttarnung des Unterweltoberbosses überhaupt.

Bitch Slap besticht durch ausgefeilte Sprüche wie "Ich bin so verletzlich und schwach" oder "Jongliert mit Muschis in einem pornographischen Zirkus", 3 Frauen in ziemlich unbequem aussehender Freizeitkleidung und einer Optik, wie sie billiger nicht sein könnte. Die 6 3 Hauptdarstellerinnen leisten großartige Arbeit. Das Auf- und Abschwingen, Nasswerden und im Staub wälzen haben sie drauf. Wir feiern hier ausserdem eine Reunion der Griechenland-Helden-Saga-Clique aus den 90ern. Neben Kevin Sorbo (Hercules) und Michael Hurst (dessen Gehilfe) sind auch noch Lucy Lawless (Xena) und René O'Connor (deren Gehilfin) in kleineren Auftritten zu sehen.

Das war's dann eigentlich auch schon mit dem Positiven. Der Aufbau des Films ist ermüdend. Die Mops-Sequenzen sind schon früh recht langweilig. Der Trashfaktor erhöht sich zwar dadurch, dass manche Szenen nur Hintergründe aus dem Computer haben und dies deutlich sichtbar ist, kann aber nicht über die lahme Story und die sehr zurückhaltende Ironie hinwegtäuschen.

Bitch Slap zeigt wie man es nicht machen sollte. Trash kann gut sein, muss aber nicht. In diesem Fall ist er es definitiv nicht. Ziemlich lieblos zusammengeschusterter Mist auf unterstem Niveau.

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