Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

29Jan/10Off

Mein Lieblingsfilm: Kings of Rock – Tenacious D

Geschrieben von Teo

Das ist er nun, mein Lieblingsfilm. Für manche Leser ist es vielleicht überraschend, dass es sich um einen Musikfilm und nicht um Die Simpsons - Der Film handelt. Nein, es ist Kings of Rock - Tenacious D mit Kyle Gass und Jack Black. Das männlichste Film-Musical der letzten Jahre. Es handelt sich hier keinesfalls um den besten Film, den ich je gesehen habe, aber um einen, der mir immer wieder richtig viel Spaß bereitet. Die folgende Rezension ist deshalb auch absolut subjektiv.

Die Geschichte des Films dreht sich um JB, der aus seinem christlichen Elternhaus ausbricht um Rockstar zu werden. Ein Poster von Ronnie James Dio teilt ihm mit, er würde in Hollywood einen ebenso begnadeten Musiker finden und mit ihm die beste Band der Welt gründen. Als er nach zahlreichen Fehlversuchen in Hollywood L.A. landet, trifft JB am Muscle Beach auf KG, der dort Gitarre spielt und zunächst sehr abweisend ist. JB macht allerdings insgeheim durch sein Gesangstalent Eindruck auf ihn. In der folgenden Nacht wird der einsam auf einer Parkbank schlafende JB von einer Gang heimgesucht. KG beobachtet das Spiel und behauptet hinterher ihn gerettet zu haben. Aus Mitleid und Einsamkeit nimmt KG Jables mit in seine Wohnung. Er behauptet eine große Nummer im Showgeschäft zu sein und beginnt damit JB zu trainieren. Mithilfe des Gig-Simulators, Fernseh-Fernbedienungs-Wettkampf und Ständer-Stützen wird Jables auf das Leben eines Rockstar vorbereitet. Als klar wird, dass Kage gar keine Kontakte zur Branche hat und vom Geld seiner Eltern lebt, die ihm jetzt den Hahn zudrehen, geraten die beiden in Streit. Da KG von den letzten Ersparnissen nicht die Miete, sondern eine Gitarre für JB bezahlt hat, raufen sie sich wieder zusammen und wollen durch einen Bandwettbewerb ihre Finanzen aufbessern. Weil sie dort abstinken versuchen sie das Geheimnis großer Rockstars zu ergründen und stoßen dabei auf das Plektron des Schicksals.

Für mich hat dieser Film alles, was man zum Spaßhaben braucht: Gute Musik mit teils sehr kranken texten, albern-pubertärer Humor, das epische vom Kampf Gut gegen Böse und unzählige Anspielungen auf andere Bands, Filme und Fernsehserien. Die Gastauftritte von Meat Loaf, Dio und Dave Grohl verpassen dem Streifen dann noch den letzten Schliff. Man merkt den Gesangseinlagen und den Texten die Liebe von Jack Black und Kyle Gas zum Rock'n'Roll an. Ihre selbstgeschriebenen Lieder, die häufig Zitate bekannter Rocksongs enthalten oder aber ziemlich skurrile Themen behandeln, nehmen dabei immer wieder die alten Klassiker auf's Korn. Das setzt sich in den Dialogen des Films fort. Zitiert werden Clockwork Orange, Matrix oder Star Wars. Nicht umsonst spielt ein Teil des Films im Rock and Roll-History Museum. Tenacious D wollen mit Kings of Rock ihren Vorbildern, den großen Rockern, huldigen.

Auch in School of Rock findet man diese Liebkosungen. Und auch, wenn der kommerzielle Erfolg dieses Films in Deutschland größer und die Produktion etwas professioneller war, ist Kings of Rock mein Favorit. Der Film hat Herz und ist durch die ständige Selbstironie authentisch.

(Wenn ihr in einem bekannten Videoportal nach einem deutschen Trailer zum Film sucht, lasst euch nicht von der Synchronstimme von Kyle Gass oder dem deutschen Gesang von Jack Black abschrecken. Im Film werden alle Songs in der englischen Originalfassung wiedergegeben und Kages Stimme ist wesentlich besser, als im Trailer.)

Wie bei jeder neueren Filmkritik auf Teo-Net auch hier die

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18Jan/10Off

Review: King of B-Movies

Geschrieben von Teo

Titten, Ärsche und Bomben sind die Zutaten von B-Movies. Filme, die gemacht werden, obwohl sie niemand sehen will. King of B-Movies (APL) nimmt das Filmgeschäft und seine Low-Budget-Produktionen auf die Schippe.

Morty Fineman, verkörpert durch Jerry Stiller, ist unabhängiger Produzent, Regisseur und Drehbuchautor von aussagekräftigen Filmen, wie Zwölf Geschworene und ein Baby oder Kahle Gerechtigkeit. Insgesamt gehen 427 Filme auf seine Kappe. Morty ist Künstler und hebt die Botschaft in seinen Filmen hervor, die leider kaum jemand zu sehen scheint. Die Menschen sollen begreifen, dass Jesus auch Anwalt bei Gericht sein könnte, wo er die Taten seiner Mandanten durch Handauflegen ungeschehen machen kann. Er tritt gegen Sexismus in Filmen ein und warnt U.S.-Soldaten vor Herpes. Auch für den Frieden setzt er sich gern ein. In der Vergangenheit waren Mortys Filme durchaus erfolgreich. Er konnte mehrere Millionen Dollar erwirtschaften und steckte alles in ein episches Projekt: Einen Film namens Die ganze Geschichte Amerikas. Damit der Film so gut wie möglich werden konnte, nahm er zusätzlich einen millionenschweren Kredit auf. Leider flopt der Streifen, in dem Morty selbst die Hauptrolle übernahm. Nun ist er mittellos und seine Ehe geht in die Brüche. Was bleibt sind die Schulden. Er versucht sich noch an Heimvideos, aber auch das geht schief. Kurz bevor die Bank Mortys Filmsammlung beschlagnahmen will, tritt seine Tochter Paloma, gespielt von Janeane Gerofalo, zurück in sein Leben und versucht ihm aus der Patsche zu helfen.

King of B-Movies ist als fiktiver Dokumentarfilm angelegt. Bekannte Größen im Filmgeschäft, wie Ron Howard, steuerten Interviews dazu bei. Um die Authentizität zu steigern wurden tatsächlich 427 abstruse Namen für Filme erfunden, die es so hoffentlich nie geben wird. Ausserdem hat man die Ausschnitte einiger dieser Filme, die auch in King of B-Movies gezeigt werden, als Faketrailer veröffentlicht. Hier sind wir auch beim Kern der Komik. Die absolut trashigen Filme des Monty Fineman sind grausam abgedreht und gleichzeitig gar nicht mal so abwegig. Wenn man real existierenden Schwachsinn wie Snakes on a Plane betrachtet, wirken Mortys Produktionen längst nicht mehr so unrealistisch.

Der Plot von King of B-Movies ist nicht gerade komplex oder regt einen großartig zum Denken an. Es handelt sich um eine Homage an die Filmindustrie und den täglichen Unsinn, der aus ihr heraussprudelt. Der Trash-Faktor der fiktiven Fineman-Filme macht den Humor aus. Ausserhalb der eingespielten Ausschnitte gibt es nur wenige richtige Lacher. Der Doku-Stil wird nicht stringent durchgehalten und wirkt deshalb etwas unausgegoren. Morty verhält sich dabei genauso überheblich und senil, wie Arthur Spooner, Stillers Paraderolle aus King of Queens. Leider ist King of B-Movies im Großen und Ganzen wohl selber nur ein B-Movie. Wer sich die 90 Minuten Zeit nehmen möchte, sollte das tun. Für viele andere werden sicher auch die Faketrailer aus dem Film reichen, die ich bei YouTube mal in einer Playlist gesammelt habe.

Links zum Film


1Jun/09Off

Nachts im Museum 2

Geschrieben von Teo

Ich war schon wieder im Kino und habe diesmal den zweiten Teil von "Nachts im Museum" in Augenschein genommen.

Inhaltlich wird die Geschichte um Larry Daley (Ben Stiller), den Nachtwächter wider Willen logisch weiter geführt. Larry ist mittlerweile nicht mehr beim Museum angesetllt, sondern hat eine eigene Firma gegründet mit Hilfe derer er seine kleinen Erfindungen vermarktet, die nicht nur zufällig von seinem ehemaligen Nachtwächter-Job inspiriert sind. So sind seine fluoriszierende Taschenlampe oder sein unverlierbarer Schlüsselring Verkaufsschlager geworden. Larry ist ein gemachter Mann, hat aber immer weniger Zeit für seinen Sohn und Besuche im Museum. Leider bekommt er deshalb auch nicht mit, dass die Ausstellungsstücke im Museum durch hologrammartige, elektronische Exponate ausgetauscht und Larrys alte Freunde im Keller des Smithsonian Museums in Washington eingelagert werden sollen. Die altägyptische Tafel, die des Nachts alles im Museum zum Leben erweckt, soll mit einigen, wenigen Museumsstücken zurück bleiben. Larry ist das nicht unbedingt egal, aber er handelt zunächst nicht. Erst als er einen panischen Anruf von Jedediah Smith (Owen Wilson) aus dem Smithsonian bekommt, macht er sich auf den Weg nach Washington. Dort angekommen sieht er sich damit konfrontiert, dass Dexter, der kleine Kapuzieneraffe die Tafel hat mitgehen lassen und, dass der Pharao Kahmunrah (Hank Azaria) Anspruch darauf erhebt um eine tödliche Armee aus dem Jenseits zu rufen. Larry muss nun seine Freunde und die Welt retten.

"Nachts im Museum 2" wirkt nicht mehr ganz so frisch, wie der erste Teil, führt aber eine Menge neuer Charaktere ein, die dem Ganzen neuen Schwung geben. Eine der wichtigsten dieser neuen Figuren ist Amilia Earhart (Amy Adams), die Larry nicht mehr von der Seite weicht. Sogar die überlebensgroße Statue von Abe Lincoln (Hank Azaria), Einstein und General Custer (Bill Hader) kommen Larry zu Hilfe. Al Capone (John Bernthal), Napoleon (Alain Chabat) und Ivan der Schreckliche (Christopher Guest) werden zur Verstärkung der Fieslinge herangezogen - Darth Vader (Thomas Morley) und Oscar aus der Tonne hingegen lehnt Kahmunrah als Mitglieder der Bande ab. Diesmal erwachen auch Kunstwerke zum Leben, wie ein Brunnen, dessen drei singende Putten ihre Stimmen von den Jonas Brothers bekommen, oder auch ein Schwarz-Weiß-Foto, in dem Larry sein Handy verliert, was ziemlich gravierende Auswirkungen haben wird, wie man im Abspann feststellen kann.

Insgesamt sprüht "Nachts im Museum 2" wie auch der Vorgänger von amerikanischem Patriotismus und bringt Teile der US-amerikanischen Geschichte tatsächlich über die Leinwand hinaus. Der Focus liegt bei diesem Film auf den unterschiedlichen Figuren-Konstellationen und den vielen lustigen Stellen, die ich aufgrund der Anspielungen auf reale Personen und Ereignise oder Filme, wirklich gelungen finde. Wenn Octavius (Steve Coogan) theatralisch auf einem Eichhörnchen zur Rettung reitet, kann sich so gut wie niemand das Lachen verkneifen. Stellenweise fallen natürlich Ungereimtheiten auf, wie z.B. die doch sehr sehr moderne Technik, die die Exponate im Museum ersetzen soll, oder auch der Schluss, den ich etwas einfach finde. Auch das Verhalten, welches Larry am Ende gegenüber Amelia Earhart zeigt, vermittelt in meinen Augen einen Hauch von "Ach, nehm' ich eben die". In Anbetracht dessen, dass der Film aber hauptsächlich für Kinder ist, lassen sich solche Dinge verschmerzen.