Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

8Jan/103

Mein bestes Foto 2009

Geschrieben von Teo

Nachdem wir nun unsere eigene Blogparade ins Leben gerufen haben, muss ich endlich auch mal an einer teilnehmen. Martin von visuelleGedanken hat die Blogger dazu aufgerufen ihre schönsten Fotos aus dem Jahr 2009 herauszusuchen und den Favoriten im Blog zu präsentieren. Nun sehe ich mich fotografisch zwar immer noch als blutigen Anfänger und über eine Spiegelreflex-Kamera verfüge ich auch nicht, aber dennoch habe ich mich in meiner Bilder-Bibliothek auf die Suche nach meinem besten Foto gemacht.

Das war gar nicht so einfach. Was sind die Kriterien für ein gutes Foto? Es sollte nicht allzu verwackelt oder an den falschen Stellen unscharf sein. Ausserdem darf das Bildrauschen nicht alles verderben. Soweit klar. Aber was ist mit dem Motiv? Wie hat man es in Szene gesetzt? Sind im Studio gestellte Bilder besser, als spontane? Mal abgesehen davon, dass ich, soweit ich weiss, nicht ein gestelltes Bild in meiner Sammlung und gar kein Studio habe, finden sich doch schnell mehrere Kandidaten für das schönste Motiv. Und dann ist da natürlich noch diese rechtliche Angelegenheit. Bei meiner letzten Fototour im Schnee habe ich zwei Bekannte genau im richtigen Moment erwischt. Ihr Schlitten schwebt einige Zentimeter über dem Boden. Die beiden Fahrer liegen übereinander gestapelt darauf. Die Gesichtsausdrücke gleichzeitig von Freude und (vor allem beim Unteren) Schmerz gezeichnet. Dazu ist das Bild nichtmal sonderlich unscharf und mit ein paar Korrekturen sind die Farben auch wieder kräftig. Dieses Bild würde ich als meinen Favoriten bezeichnen. Leider wurde mir die Veröffentlichung von den Beiden nicht gestattet und mit schwarzen Balken sähe das Bild doch ziemlich blöd aus. Also wieder die Maus auf's iPhoto-Icon und weitergesucht. Als Ergebnis dieser Suche präsentiere ich euch hier meine 3 (zweit)liebsten Fotos, die alle mit einer Fuji Finepix S2000HD gemacht worden sind:

Ich bin mir nicht ganz sicher was dieses Foto hat, aber ich bin bei der Durchsicht immer wieder daran hängen geblieben. Vermutlich sind es die mächtigen Wolken, die sich unaufhaltbar über das Land schieben und das idyllische Blau vertreiben. Die Landschaft wirkt machtlos dagegen und wartet auf den Regen. An diesem Tag im November hat es kurz darauf tatsächlich angefangen zu schütten - Und das, während ich noch mitten im Feld stand.

Eine Stufe nach unten auf der Einstellungs-Skala, aber keine auf dem Kitsch-Thermometer. Dieses Foto entstand im Juli an einem streng geheimen Ort. Es ist eines meiner frühen Fotos, die ich brauchbar fand. Das Motiv drückt für mich Bahnhofsromantik und Einsamkeit aus. Ich bin froh, dass diese Bank vor einer der wenigen Mauern ohne Graffiti steht. Der Schriftzug, der hier leider leicht verwischt wirkt, scheint auf den Schildern übrigens wirklich linksbündig, statt zentriert zu sein.

Jetzt sind wir fast im Makrobereich angekommen. Es handelt sich hier um eines meiner Urlaubsfotos von Ende Juli. Solche Detail- oder richtige Makroaufnahmen fand ich vor allem am Anfang hochinteressant. Die filigranen Strukturen eines Motivs ohne größere Anstrengung betrachten zu können und einen Perspektivwechsel von 1,70m Augenhöhe auf wenige Zentimeter zu vollziehen, finde ich spannend. Das Foto ähnelt farblich stark der Schwebfliege, die ich euch Anfang Juli schon präsentiert hatte und tatsächlich steht dieses Foto nur nicht hier, weil ihr es bereits kennt.


5Jan/100

Artikel und Hintergründe zum Bildungsstreik (8)

Geschrieben von Teo

Kräfte sammeln und Vernetzen (sueddeutsche.de)
"«Es darf natürlich nicht so werden wie bei einer schlechten Film-Fortsetzung», sagt Rostek. Dass erneut Hörsäle besetzt werden, ist eher unwahrscheinlich; diese Form des Protests hat sich allmählich erschöpft. Der Unmut der Studenten richtet sich außerdem immer stärker auf die Finanzminister, die deutlich mehr Geld für eine bessere Betreuungssituation an den Hochschulen lockermachen müssten."

Die Nadelprobe (Spiegel-Online) (leider etwas spät)
"Rudi Dutschkes Erben des Jahres 2009 wollen nun sogar über die Feiertage Hörsäle besetzt halten; manche haben schon Schichtpläne erstellt, um Dauerpräsenz zu garantieren. Aber werden die Aktivisten durchhalten? In grauer Hörsaaltristesse statt daheim unterm Tannenbaum? Es ist die Nadelprobe für die gesamte Protestbewegung."

Die Chefsache als Verhandlungsmasse (Telepolis)
"Wenn der Erfolg einer Bildungsreform auch davon abhängt, ob sich die Protagonisten auf gemeinsame Zielvorstellungen verständigen können, ist das bisherige Scheitern fast aller Umstrukturierungsversuche keine große Überraschung. Denn die Frage, welchem Bildungsbegriff die Reformen folgen sollen, wird hierzulande selten gestellt und auf der Ebene der Entscheidungsträger kaum diskutiert. Dabei sind die Rollen vor allem in der Diskussion um die künftigen Aufgaben von Universitäten und Fachhochschulen klar verteilt. Während die einen die Hochschulen zu Unternehmen und die Studenten zu Kunden umfunktionieren möchten, um die gesamte Hochschullandschaft windschnittig an die herrschenden Marktmechanismen anzupassen, plädieren die anderen für einen Bildungsbegriff, der sich an der Persönlichkeitsentwicklung orientiert, immer wieder zu Wilhelm von Humboldt zurückführt, aber auch noch im dtv-Lexikon von 1997 nachgelesen werden kann."

Erst die Bildung macht uns wirklich reich (FAZ.net)
"Diese Entwicklung setzte erst ein, als sich die Gesellschaft einen neuen Blick auf das Studium zulegte: Sie sah die Universitäts-Ausbildung nicht mehr in erster Linie als Chance zur Verbesserung des Humankapitals und damit der gesamtwirtschaftlichen Produktionsfunktion. Sondern sie sah Bildung als Vehikel, um Herkunftsunterschiede einzuebnen."


31Dez/090

Das war ein Jahr Teo-Net

Geschrieben von Teo

Am 5. Januar diesen Jahres gab es den ersten, kurzen Artikel auf diesem Blog. Nun gibt es zum ersten mal ein paar Zahlen und ich möchte die Gelegenheit nutzen ein wenig über das Bloggen und das Blog zu philosophieren. Ausserdem bekommt ihr einen kleinen Ausblick, auf die Veränderungen, die in den letzten Tagen bereits begonnen haben und sich im neuen Jahr fortsetzen werden.

Dies ist nicht nur der letzte Artikel im Jahr 2009, sondern auch exakt Artikel Nummer 200. Vor einigen Tagen konnte ich dank meiner treuen Leser bereits den 300. Kommentar verzeichnen. Jan vom Zementblog hat ihn zu meinem Artikel "Das digitale Ich und das Analoge Ableben" geschrieben. Ich freue mich immer über Kommentare zu Artikeln, denn nur so kann man sicher sein, dass das eigene Getexte überhaupt gelesen wird. Zu den genauen Leserzahlen habe ich bisher nie viel gesagt. Laut FeedStats-Plugin erfolgen täglich etwa 60 Zugriffe auf die Feeds. Rund 2.000 Besuche finden im Monat auf die Seiten des Blogs statt. So sind seit dem Start über 21.000 Zugriffe zusammengekommen. Ich glaube, das ist nicht unbedingt viel, aber Teo-Net ist auch nur ein kleines Blog.

Wenn ich mir die ersten Artikel anschaue, sind viele dabei, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Einfach ein YouTube-Video einzubinden stellt eben keinen Inhalt da, der Leser lange bei der Stange hält. Solche Dinge verbreiten sich heute eher über Twitter. In Blogs sollte es da schon etwas ausführlicher zugehen. Auch Nachrichten zu manchen Dingen, verbreiten sich über andere Kanäle sehr viel schneller. In einem privaten Blog Objektivität zu heucheln funktioniert ohnehin nur selten. Wenn man also irgendwelche Technik-News oder Weltgeschehen auf dem Blog präsentiert, hat das nur einen Wert, wenn man dazu auch Stellung nimmt. Nichtsdestotrotz gibt es auch ältere Artikel, die ich immer noch empfehlen kann.

Einer meiner frühen Artikel, der auch wirklich etwas Eigenständiges darstellt, war mein Beitrag gegen Vorurteile zu Apple-Computern. Technik-Artikel gibt es bis heute bei Teo-Net. Einer, auf den ich bemerkenswert finde, ist mein Test der Feedreader für Mac OS X. Den Test werde ich sicher wiederholen. Artikel zu Filmen gibt es hier auch bereits seit Februar. Der erste seiner Art war meine Rezension von "Der seltsame Fall des Benjamin Button". Seit dem haben sich über 20 Reviews zu Filmen angehäuft. Auch die kleine Serie "Gelbe Nebendarsteller" umfasst bereits 10 Teile. Einer anderen erging es da nicht so gut: Die Reihe "10 Worte" habe ich nach 10 Teilen eingestellt. Bei der Verteilung monatlicher Linkliebe bin ich mir noch nicht recht sicher, ob ich die Serie fortsetzen werde. Auch zu ernsteren Themen habe ich hier Stellung genommen. Erinnert ihr euch noch an den 11. März? Und natürlich war hier die leidliche Debatte um das Zugangserschwerungsgesetz ein Thema. Ich werde mich darum bemühen in nächster Zeit wieder einige politische Artikel zu veröffentlichen, was in den letzten Wochen etwas ins Hintertreffen geraten ist. Sicherlich haben aber auch meine kleinen Ratgeber zu Sitzplätzen in Zügen und der Rechtschreibung dem ein oder anderen Leser gefallen.

Das war also das Jahr 2009 für Teo-Net. Was wird 2010 bringen? Einige Neuerungen habt ihr sicher schon bemerkt. Das Theme des Blog wurde verändert und die Blogsoftware auf einen aktuellen Stand gebracht. Ganz zufrieden bin ich mit der neuen Optik noch nicht, also wird es weitere, kleine Anpassungen geben. Auch inhaltlich wird das Blog im nächsten Jahr eine Menge zu bieten haben. Derzeit bereite ich eine Serie mit 20 Teilen vor, bei der es um Filme gehen wird und auch Fotografie wird sicher eine größere Rolle spielen. In Zukunft würde ich ausserdem gern die Kosten für den Webspace wieder herein holen. Dazu werde ich vermutlich Partner-Links nutzen, die in meinen Augen eine ziemlich dezente Form der Werbung darstellen. Die Links werden selbstverständlich markiert. Genaueres dazu gibt es aber, sobald etwas konkretes umgesetzt wird. Bezahlte Artikel wird es hier definitiv nicht geben. Wer das Blog aufmerksam verfolgt und vielleicht noch meine Twitter-Nachrichten liest, hat eventuell mitbekommen, dass es hier im nächsten Jahr einen weiteren Autoren geben wird. Ihr konntet bereits sein Review des Films "Soul Kitchen" hier lesen. In den nächsten Tagen wird er sich noch selbst bei euch vorstellen. Es geht hier also spannend weiter.

Für das nächste Jahr wünsche ich mir viele interessante Kommentare und weiterhin treue Leser. Denen wiederum wünsche ich ein erfolgreiches und gutes neues Jahr 2010!


23Dez/093

Artikel und Hintergründe zum Bildungsstreik (7)

Geschrieben von Teo

Sabotage: sogenanntes "Internationales Vernetzungstreffen" (unserehu.de)
"In letzter Zeit hat Ferhat Ataman, der bereits aus mehreren Besetzungskollektiven aufgrund seines Verhaltens ausgeschlossen wurde, auch von dem bundesweiten Vernetzungstreffen am letzten Wochenende in Potsdam, zahlreiche Pressemitteilungen in unserem Namen oder im Namen der "Bildungsstreik Berlin Presse AG" veröffentlicht, [...] die in keinster Weise von uns vertreten werden. Auf eine Anfrage unsererseits diese Tätigkeiten zu unterbinden, antwortete er destruktiv und kündete die weitere Verbreitung an."

Bolognagipfel in Wien (unsereunis.de)
"Am 11./12. März 2010 wollen die BildungsministerInnen der EU-Staaten das zehnjährige Bologna-Prozess-Jubiläum in Wien und Budapest feiern. Anlässlich dieses Termins haben die AktivistInnen in Wien angefangen einen Gegengipfel auf die Beine zu stellen."

Keine Professoren und Geld auf der hohen Kante (Zeit.de)
"Die Studierenden wüssten zudem oft nicht, wofür die Gebühren ausgegeben werden. Das gelte vor allem für Maßnahmen, über die Unileitungen zentral entscheiden. Studenten hätten oft kein Mitspracherecht. Unis müssten genauer angeben, wie viel Geld die Maßnahmen kosten würden."

Bolognese mit studentischem Hackfleisch (Spiegelfechter.com)
"Der gute alte Dipl. Ing., um den die ganze Welt das deutsche Bildungssystem beneidete, wurde durch den wohlklingenden Bachelor of Engineering ersetzt. Während der gute alte Hausmeister heute zwar auch Facility-Manager heißt, sonst aber genauso gut oder schlecht ausgebildet ist, sind die jungen Bakkalaurei, die heute die Universitäten verlassen, leicht verdauliches, aber wenig gehaltvolles studentisches Hackfleisch, das durch den universitären Wolf gedreht und zu einer Bolognese verarbeitet wurde, die vor allem den Wirtschaftsverbänden mundet."


18Dez/090

Artikel und Hintergründe zum Bildungsstreik (6)

Geschrieben von Teo

Augenwischerei beim Bildungsgipfel? (heute.de)
"Vom Treffen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin erwartet der Bildungsforscher dagegen vor allem Rechenkünste und Beruhigungsstrategien. Die geplante Erhöhung des Bafög geht aus seiner Sicht an den tatsächlichen Problemen vorbei. "Die Politiker müssten über ein ganz neues Finanzierungssystem nachdenken", sagt er. "Die Studenten sollten nicht mehr wie die Kinder des Sozialstaats, sondern wie Azubis der Nation behandelt werden."

"Der Bildungsgipfel droht zum Basar zu verkommen" (tagesschau.de)
" Statt festzulegen, wie die Länder 25 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen sollen, wird getrickst und getäuscht. Auf einmal wird nur noch über 13 Milliarden geredet, die Pensionen für das Lehrpersonal werden plötzlich zur zusätzlichen Bildungsinvestition. Als ob damit zusätzlich Lehrer finanziert werden könnten. Aber es kommt noch besser: Nun sollen auch die Schulen und Hochschulen selbst als zusätzliche Bildungsinvestitionen gewertet werden. Glaubt denn wirklich jemand, dass das den Studierenden hilft, die mit 100 oder 200 Kommilitonen in einer Veranstaltung sitzen? Wenn so das Ergebnis des Bildungsgipfels aussieht, dann wird das eine Show-Veranstaltung, bei der nur heiße Luft produziert wird."

Umstrittene Rankings, verpatzte Bologna-Reform (Telepolis)
"Im Juli beschloss der Konvent der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sich nicht mehr an Hochschulrankings durch kommerzielle Unternehmen "oder wirtschaftsnahe Einrichtungen wie etwa dem Centrum für Hochschulentwicklung" zu beteiligen. Unter dem Titel "Keine Teilnahme an kommerziellen Rankings!" veröffentliche Dekan Lutz Kipp einen offenen Brief, in dem er insbesondere den Bewertungen des CHE "gravierende methodische Mängel" und eine mangelnde Aussagekraft attestierte."

Wie man die Bildungsausgaben erhöht, ohne mehr zahlen zu müssen (Telepolis)
"Ein wesentlicher Trick könnte darin bestehen, den Umfang der Bildungsausgaben einfach zu erweitern, indem andere Posten, die bislang dort nicht einberechnet wurden, nun als genuine Bildungs- und Forschungsausgaben geltenden gemacht werden. So muss man für das Bildungsbeschleunigungsgesetz nicht mehr ausgeben und kann Erfolg melden. Die Bürger sind allerdings die Getäuschten und langfristig auch die Gesellschaft."

Bund und Länder zanken weiter um Bildungsmilliarden (Spiegel-Online)
"Auf der anschließenden Pressekonferenz im Kanzleramt wurde schnell klar: Die konkrete Ausgestaltung der Finanzierung bleibt offen. So sollen die Finanzminister des Bundes und der Länder bis zum 10. Juni einen Vorschlag machen. Dann tagen Kanzlerin und Ministerpräsidenten erneut. Im gemeinsamen Beschluss heißt es nun, Kanzlerin und Ministerpräsidenten erwarteten, dass die "zusätzlichen" Bildungsaufgaben mit "zusätzlichen Umsatzsteuermitteln" unterstützt würden. "