Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

12Mai/092

PIRATEN ohne Schiff

Geschrieben von Teo

Das Logo der PiratenparteiHeute habe ich erneut eine enorme Wissenslücke bei mir entdeckt und gestopft. Von der ominösen Piratenpartei hatte ich schon gehört, aufgrund des Namens diese aber nicht ernst genommen. Ein Fehler, wie sich nun herausstellte. Durch den Wahl-O-Mat zur Europawahl von der bpb bin ich erst ernsthaft auf die Partei aufmerksam geworden.

Laut Parteiprogramm stehen, die im Jahre 2006 nach schwedischem Vorbild gegründeten PIRATEN, vor Allem für verbesserten Datenschutz und Freiheit des Wissens ein. Sie reagieren damit auf die Entwicklungen, die vor allem durch das Internet und andere neue Technologien, zu einem Wandel hin zur Informationsgesellschaft führen. Sie scheinen die Risiken dieses Prozesses, wie z.B. den gläsernen Bürger, im Blick zu haben und wollen auf diese reagieren ohne Panik und Angst vor diesen, ohnehin unumstößlichen Tatsachen zu schüren. Stattdessen "versteht sich [die Piratenpartei] daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will".

Im Augenblick haben die Schwarzbeflaggten noch kein Vollprogramm und beschränken sich auf die Bereiche Urheberrecht, Privatsphäre, transparenter Staat und freien Zugang zu Informationen. Die Partei scheint sich vorerst auf diese Kerngebiete beschränken zu wollen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren und weil es innerparteilich weitaus differenziertere Meinungen zu Themen außerhalb des derzeitigen Programms gibt. Aus diesen Gründen, wollen sie sich auch nicht in das, ihrer Meinung nach veraltete, "Links - Mitte - Rechts" - Schema einordnen.

Sehr interessant finde ich auch die Möglichkeit des direkten Kommentierens fast jeder Unterseite auf der Partei-Homepage. Aus den Kommentaren von Parteimitgliedern und Besuchern lässt sich schon eine ganze Menge herauslesen. Weiterhin erkennt man hier die praktische Umsetzung der verbesserten Kommunikation zwischen Bürger und Politik und demonstriert dabei eine angemessene Reaktion auf das Informationszeitalter.

Neben der bereits geglückten Zulassung zur Landtagswahl in Hessen in den Jahren 2008 und 2009, sowie der diesjährigen Wahl des Europaparlaments versuchen die PIRATEN dieses Jahr auch an der Bundestagswahl teilnehmen zu dürfen und sammeln dafür Stimmen. Wie es mit der noch jungen Kleinpartei weitergehen wird, wird die Zeit zeigen, aber die Gründung einer Jugendorganisation, den Jungen Piraten (JuPi), und steigende Mitgliederzahlen deuten auf eine positive Zukunft hin.



Aus dem Archiv:

  1. Walfänger gekentert?
  2. Alle sind unwählbar – Und jetzt?
  3. Wa-Wa-Wahl: Schon wieder
  4. Der Europawal
  5. Der Countdown läuft

Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Den Parteiaus- und Eintritt von Tauss habe ich natürlich auch schon vernommen. Derzeit bin ich aber noch etwas skeptisch, ob sich da nicht jemand zum reinen Selbstzweck profilieren will. Auch die Klärung seiner “KiPo-Vergangenheit” durch die Staatsanwaltschaft würde ich gerne noch abwarten, bis ich mir ein abschließendes Urteil darüber erlaube.


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