Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

26Mai/10Off

Film: Prince of Persia: Der Sand der Zeit

Geschrieben von Teo

Mit der Fluch der Karibik-Reihe geht es zu Ende. Die beiden großen Namen Orlando Bloom und Keira Knightley werden auf den Filmplakaten zu Teil 4 fehlen und auch das Budget soll zusammengestrichen worden sein. Disney braucht also ein neues Zugpferd und versucht sich mit Prince of Persia an der Verfilmung eines Computerspiel-Klassikers.

Auf einem orientalischen Marktplatz kommt es zu einem unberechtigten Übergriff auf einen Jungen durch königliche Wachen. Dastan (Jake Gyllenhaal), ein weiterer Straßenjunge, beobachtet dies und versucht zu verhindern, dass dem vermeidlichen Täter die Hände abgehackt werden. Er kann den Jungen befreien und eine Verfolgungsjagd durch die Stadt beginnt. Als die Wachen Dastan schließlich doch zu fassen kriegen, soll auch er bestraft werden. Das ganze Schauspiel wurde allerdings durch den König von Persien (Ronald Pickup) und seinen Bruder (Ben Kingsley) beobachtet. Der König schreitet ein und nimmt den Waisenjungen Dastan als dritten Prinzen neben seinen beiden leiblichen Söhnen bei sich auf. 15 Jahre später stehen die 3 Prinzen mit ihren Heeren vor der Stadt Alamut. Diese steht im Verdacht Waffen an Persiens Feinde verkauft zu haben. Es wird darüber beratschlagt sie anzugreifen, obwohl sie als heilig gilt. Man entschließt sich für den Angriff, den Prinz Garsiv (Toby Kebbell) anführen soll. Dastan macht sich gegen seinen Befehl mit einer kleinen Truppe auf den Weg zu einem anderen Tor und öffnet es von Innen. So kann er größeres Blutvergießen verhindern und die Stadt im Eiltempo einnehmen. Bei einem Kampf mit einem Adligen gerät ein sehr fein gearbeiteter Dolch in seinen Besitz. Als der König eintrifft ist dieser wenig begeistert von der Eroberung der Stadt, lässt aber trotzdem ein Fest ausrichten. Prinz Tus (Richard Coyle) gibt Dastan einen Zeremonienumhang, den er dem König schenken soll. Als dieser den Mantel anzieht, stirbt er und Dastan wird verantwortlich gemacht. Er flieht und nimmt die einheimische Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) mit, die sich ihm aufdrängt. Wie sich herausstellt, ist sie nicht an Dastan, sondern an dem Dolch, den er trägt, interessiert.

Optisch ist Prince of Persia: Der Sand der Zeit ziemlich glatt geschliffen. Tatsächlich erinnert der Klischee-Reichtum, was Stadt-Design und Kleidung angeht, stark an das Niveau, das man aus Fluch der Karibik gewöhnt ist. Allerdings werden die schmutzigen und unschönen Seiten deutlich weniger beleuchtet. Die Kameraführung setzt immer darauf die Action so gut wie möglich in Szene zu setzen, was auch ziemlich gut gelingt. Es werden ausgiebig Slomotions und Bullet-Time-Effekte eingesetzt, was bei mir allerdings häufiger eher zu Schmunzeln, als zu einem besseren Film-Erlebnis führte.

Auf Seiten der Schauspieler fehlt es eindeutig an Charakterköpfen. Ben Kingsley ist das einzige Gesicht, dem man wirklich zutraut mehr zu vermitteln, als die reine Handlung, zumal auch die Figuren alle recht eindimensional sind. Jake Gyllenhaal macht seine Sache als Prinz und orientalischer Parkour-Hüpfer zwar gut, aber das ändert nichts an der platten Anlage des Prinz Dastan. Dieser ist zwar für durchgängige Actionszenen gut, die den gesamten Film ausstaffieren, trägt aber die Handlung als Hauptcharakter nicht stark genug. Da helfen auch die klassische Liebesgeschichte und die Intrigen im persischen Königshaus wenig. Vielleicht hält man sich hier auch zu nah am Computerspiel auf. Ein Jump'n'Run besteht nunmal auch hauptsächlich daraus, dass die Hauptfigur durch die Gegend rennt und hüpft, die eigentliche Handlung aber durch Andere vorgegeben ist.

Der Plot des Films ist nicht weiter kompliziert und ab einem gewissen Punkt doch sehr vorhersehbar. Es werden klassische Elemente, wie das Komplott gegen den König, die Machtergreifung und die Zerstörung der Welt für die Haupthandlung verbraten. Dazu kommt ein kleiner Umbruch, an dem auch jeder im Kino-Saal begriffen hat, wer der Böse ist. Eine Liebesgeschichte und einen eher semi-lustigen Sidekick dazu, einmal umrühren, eine Prise Schicksals-Geschwafel hinzugeben und fertig ist die Sand-Suppe. Gut, es handelt sich hier um Popcorn-Kino, man sollte nicht zu hohe Ansprüche an die Handlung haben.

Insgesamt ist Prince of Persia: Der Sand der Zeit schon in Ordnung. Die Handlung ist sehr einfach gestrickt und man kennt sie bereits aus zahlreichen anderen Geschichten und Filmen. Die Action wird gut in Szene gesetzt, wenngleich man der Effekthascherei schnell überdrüssig wird. Was fehlt, sind Figuren und Schauspieler, die den lauen Plot ausgleichen könnten. Fluch der Karibik hat einen grandiosen Johnny Depp, ohne den der Film sicher kein so großer Erfolg geworden wäre. Weder Jake Gyllenhaal, noch einer der anderen Schauspieler könnten diese Rolle hier ausfüllen. Die Action ist schön im Film verteilt und man wird damit eigentlich durchgängig bespaßt. Wer also einen seichten Streifen mit viel Bewegung sehen will, ist hier an der richtigen Adresse.

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Kommentare (4) Trackbacks (0)
  1. Na dann bin ich nach diesem Review ja mal gespannt auf den Film und darauf, wie ich ihn finden werde.

    lg

  2. Alles gesagt, was gesagt werden muss. Gute Review, ich neige mein Haupt, oh Prinz Teo.

    Meinst du mit dem kleinen Umbruch, dass Kingsley der Bösewicht ist? Das war ja schon bei den ersten Teaserplakaten klar. Wenn er, Jake und Gemma auf den Plakaten sind, MUSS er ja fast der Bösewicht sein. Ich war daher auch ein klein wenig überrascht, dass sie das tatsächlich als Twist verkaufen wollten. :-)

  3. Ja, ich habe diesen Mini-Twist mal als solchen gekennzeichnet, weil meiner Freundin das z.B. nicht sofort klar war.

    Ich wünsche dir viel Spaß im Kino, tanine ;)

  4. Vollste Zustimmung, einfaches aber solides Popcornkino.. manchmal(!) muss das auch sein. :)

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