Bundesweite Streiks im öffentlichen Dienst
Geschrieben von TeoPünktlich zur Klausurenphase der NRW-Unis kündigt die Ver.di Warnstreiks an. Heute werden bereits Krankenhäuser und Kitas bestreikt. Morgen soll dann vor Allem der öffentliche Personen-Nahverkehr dazu kommen. Das Epizentrum der Streiks in NRW soll Dortmund werden. Dort sollen von 3 Uhr morgens 24 Stunden lang Busse und Bahnen still stehen. Viele Mitarbeiter aus kleineren Kommunen um Dortmund schließen sich offenbar den Streiks an. Damit fällt auch in entlegeneren Gemeinden der Busverkehr flach, wodurch viele Anwohner ohne eigenes Auto nicht zur Schule oder Arbeit kommen werden. Um 11:30 soll morgen in Dortmund eine große Kundgebung stattfinden.
Ich werde unter denjenigen sein, die massive Probleme bekommen werden. Am Donnerstagmorgen schreibe ich eine Klausur, zu der es dieses Semester keine Nachklausur geben wird. Wenn ich nicht erscheine falle ich automatisch durch und muss ein ganzes Semester warten um mir den Schein zu verdienen. Durch die aktuelle Wetterlage wollte ich ohnehin früher zur Uni fahren, aber wenn es zu einem Totalausfall der Bahn kommt, nützt das auch nichts mehr. Gleichzeitig werden die Straßen in NRW morgen absolut überlastet sein. Dabei rechnet man morgens ohnehin mit Staus dort.
Wenn Menschen für ihr gutes Recht eintreten und gegen zu geringe Löhne auf die Straße gehen, ist das für mich in Ordnung. Die Gewerkschaft fordert allerdings satte 5% Lohnerhöhung für 2 Millionen Beschäftigte. Diese Mitarbeiter werden von Kommunen bezahlt, die selbst pleite sind. Wie realistisch ist so eine Forderung vor diesem Hintergrund?
Aus dem Archiv:

Februar 3rd, 2010 - 13:21
Mir persönlich kommt das “auf die Straße gehen” auch grundsätzlich schon komisch vor.
Wer zu wenig Geld bekommt, muss – gerne auch gewerkschaftlich organisisiert – mit seinem Arbeitgeber ein besseres Gehalt aushandeln oder sich eine andere Stelle suchen. Wenn er keine besser bezahlte findet, bekommt er wohl nicht zu wenig Geld.
Den Arbeitgebern würden wir es ja auch nicht durchgehen lassen, wenn sie plötzlich beschlössen, dass sie die Gehälter zu hoch finden, deshalb eine Demonstration abhielten und aufhörten, Lohn zu zahlen.
Aber ich bin ja auch ein Neoliberaler…
Februar 4th, 2010 - 10:07
Ich habe vollstes Verständnis für die aktuellen Streiks.
Besonders bei den Öffentlichen. Die Fahrkartenpreise gehen jedes Jahr mehrmals in die Höhe, die Ausfälle häufen sich.
Außer, dass man mal hier und da einen 1€-Jobber (Find ich gut!) als Begleiter sieht, tut sich in Sachen Service nichts.
Das traurigste daran ist eigentlich, dass es immer erst wieder zu Streiks kommen muss. Ob Metallverarbeitung, Ärzte,
oder nun der Öffentliche Dienst. Es ist doch immer das Gleiche: Bevor nicht mindestens 1 Warnstreik war, passiert nie was.
Es ist ja auch nicht so, dass innerhalb der nächsten 5 Minuten besprochen wird “Och, lass doch mal streiken”.
Sowas ist ja lange angekündigt und alle die betroffen sind, können sich lange genug auf sowas vorbereiten.
anstatt sich zu beschweren, sollte man sowas unterstützen. Wer weiß, ob man nicht selbst der Nächste ist, der von Lohnkürzungen o. Ä. betroffen ist?
Gruß
Wolf
Februar 4th, 2010 - 14:14
Zunächst mal muss ich sagen, dass es weniger schlimm als erwartet war bisher. Die deutsche Bahn fuhr ja recht regelmäßig. Die U- und Straßenbahn fiel allerdings trotzdem komplett flach.
Ich finde, wie gesagt, Streiks in Ordnung. Sie sind ein legitimes Mittel um seinen Unmut zu äußern und Druck auf die “Machthaber” auszuüben. In diesem Fall sehe ich aber einfach nicht, wo denn die 5% Erhöhung herkommen sollen. Da müsste erstmal der Bund die Länder und Kommunen entlasten, bevor da mehr Geld fließen könnte. Die Städte sind einfach pleite. Hätten sie 1% oder 2% gefordert und nicht bekommen, wäre ich der Letzte, der was gegen den Streik sagt, aber 5%?