Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

12Jun/096

Wie verbessert man seine Rechtschreibung?

Geschrieben von Teo

Die Deutsche Rechtschreibung ist eines der Themen im Web 2.0, die viele, vor allem junge Nutzer gerne ignorieren. Auch ich hatte noch vor ein paar Jahren arge Probleme, zumal ich in der Grundschule noch die "alte" Rechtschreibung beigebracht bekommen habe. Bis in höhere Stufen hinein, wurden meine Noten immer wieder durch massig Fehler heruntergezogen. Heute sieht das etwas anders aus. Ich schreibe nun relativ sicher und korrekt. Dabei hat mir auch eine starke Internetnutzung geholfen. Gerade kaue ich das Thema auch im Zuge meines Praktikums mit einer 7. Klasse durch und rufe mir daher die Mittel und Wege wieder ins Gedächtnis, die mich selbst aus dem Rechtschreibloch geholt haben. Für euch fasse ich nun einige Tipps hier zusammen.

  1. Lesen bildet
    Nicht nur Sachinformationen lassen sich aus Texten ziehen. Häufig haben Menschen, die regelmäßig und viel lesen auch kleinere Probleme beim Rechtschreiben. Mir persönlich hat das damals kaum etwas gebracht und auch in besagter Klasse erlebe ich das Gegenteil. Dennoch ist dieser Tipp einen Blick wert und das ein oder andere Buch zu lesen - dabei ist es eher unwichtig ob Roman, Sachbuch oder Comic - schadet den Wenigsten.
  2. Wer schreibt der bleibt
    Do it yourself ist auch bei der Rechtschreibung einer der wichtigsten Punkte. Was man selbst schreibt und welche Fehler man alleine findet, bleibt am besten im Gedächtnis. Natürlich hätten die Wenigsten wirkliche Probleme mit Rechtschreibung, wenn sie nach dem zweiten Lesen jeden Fehler fänden, daher ist es wichtig ein
  3. Auge für Fehler zu entwickeln
    Etwas greifbarer ist es da schon, wenn man begreift, dass man häufig immer die gleichen Fehler macht und nicht auf den ersten Blick sieht, dass man etwas falsch schreibt. Um sich selbst darauf aufmerksam zu machen, dass man einen Fehler gemacht hat, ist es natürlich unpraktisch jedes einzelne Wort im Duden nachzuschlagen. Hier kommt nun das Internet ins Spiel: Für fast alle Browser gibt es Rechtschreibhilfen, die einem falsche Worte direkt markieren. Wenn man nun noch das Wort per Hand korrigiert, statt dies das Plugin automatisch machen zu lassen, verinnerlicht man die richtigen Schreibweisen sehr schnell und findet Fehler auch auf Papier. So kann man ganz nebenbei beim Chatten oder Schreiben von Foreneinträgen seine Schreibe verbessern. Auch für diverse Messenger gibt es solche Plugins und unter OS X hilft die globale Rechtschreibprüfung in fast jedem Programm weiter. Wenn man also auch auf Social-Communites und in Messenger auf seine Rechtschreibung achtet, hilft man nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Lesern (siehe 1.).
  4. Man muss nicht alles wissen
    Niemand ist perfekt und niemand kennt wahrscheinlich alle Worte des Deutschen und deren Schreibweise. Es ist aber hilfreich zu wissen, wo man Worte nachschlagen kann. Das einfachste, und in meinen Augen auch schnellste, Mittel ist immer noch der klassische Duden aus Papier. Hier kann man mit der ungefähren Kenntnis über die Schreibweise eines Wortes schnell zum Ziel kommen und die gesuchte Schreibweise finden. Die Online-Suche bei Duden.de ist dagegen nicht zu empfehlen, da viele Worte einfach nicht gefunden werden. Insgesamt haben die Online-Wörterbücher das Problem, dass man bei der Suche bereits das Wort korrekt eingeben muss, damit man ein ordentliches Ergebnis bekommt. So ist es auch bei dem Portal, in dem man wahrscheinlich die meisten Informationen zu einzelnen Wörtern bekommt: Canoo.net. Hier wird nicht nur die Schreibweise erläutert, sondern auch auf Wortbildung, Wortart und die Bedeutung eingegangen. Beispiele und Synonyme runden das ganze ab. Zusätzlich bekommt man auch allgemeine Informationen zu Grammatik und Rechtschreibung und kann sich bei Problemen bei Dr. Bopp (Ab heute wieder aus dem Urlaub zurück) melden. Ein weiteres Online-Wörterbuch, welches sich besser zum Suchen einzelner Worte eignet, ist Wiktionary.org. Auch wenn der Deutsche Ableger des Wikimedia-Wörterbuchs vergleichsweise klein ist, bekommt man bei der falschen Eingabe eines Wortes gewöhnlich als Gegenvorschlag das Wort, welches man tatsächlich sucht. So kommt man schneller zum Ergebnis als bei Canoo, was vielleicht eher für Linguisten interessant ist.
  5. Satzgrammatik deutlich machen
    Wenn man sich nicht sicher ist, wie man ein Wort flektieren, also ändern bzw. anpassen, muss, damit ein Satz korrekt ist, sollte man sich klar machen wie der Satz aufgebaut ist. Wem klar ist, wie sich die einzelnen Worte aufeinander beziehen und welche Worte Subjekt, Prädikat und Objekt sind, der findet in der Regel auch die richtige Flexion.
  6. Übungen im Netz
    Wer seinen Freund mit G oder B bemüht, findet zu einzelnen Themen eine Menge Aufgaben, die man machen kann, um seine Rechtschreibung zu verbessern. Oft sind sie für Kinder zugeschnitten und bieten gute Erklärungen, die jeder verstehen sollte. Wenn man seine Schwächen kennt, sind solche Übungen ein guter Weg um sich selbst zu kontrollieren. Eine gute Sammlung für viele solcher Übungen ist Heisse Kartoffeln.
  7. Auf dem Laufenden bleiben
    Wer Diskussionen um neue Rechtschreibregeln oder Leitlinien verfolgt, bekommt schnell mit, welche Logik hinter der Rechtschreibung steckt. In der Regel ist es ja so, dass man sich Dinge eher merken kann, wenn man sie auch versteht. Besonders interessant wird es außerdem, wenn Regeln verändert werden, die wie in Stein gemeißelt scheinen. Aktuell erstaunte mich beispielsweise, was ich bei Federwerk.de gelesen habe:  Auch Zahlen, die kleiner sind als 13 dürfen ohne Reue als Ziffern geschrieben und müssen nicht ausgeschrieben werden. Wenn man mit dieser Schreibweise auch hier und da anecken sollte, kennt man, sofern man auf dem neuesten Stand ist, auch die Erklärung für diese Regeländerung und kann sich entsprechend erklären. Es ist natürlich auch eine gewisse Genugtuung, wenn man einem Dozenten mal voraus ist und man ihn schließlich über Belege von der Richtigkeit einer Schreibweise überzeugen kann.

Ich hoffe ich konnte hier einigen die Scheu vor der Beschäftigung mit dem Thema Rechtschreibung nehmen. Ordentliches Schreiben lohnt sich in jedem Fall.



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  4. Der Europawal
  5. Gedankenpizza

Kommentare (6) Trackbacks (0)
  1. Sehr schöner Beitrag. Ein bisschen Senf möchte ich noch beitragen:

    Unter 4. sagen Sie: »Das einfachste und in meinen Augen auch schnellste Mittel ist immer noch der klassische Duden aus Papier. Hier kann man mit der ungefähren Kenntnis über die Schreibweise eines Wortes schnell zum Ziel kommen und die gesuchte Schreibweise finden.«

    Bei duden-suche.de und in der Office-Bibliothek (der CD-Version) wird doch fehlertolerant gesucht. Das heißt, man bekommt bei einer falschen Schreibung die Nachricht, dass nichts gefunden wurde. Dann folgt aber der Vorschlag »Oder meinten Sie …«. Bei beliebten Falschschreibungen (z.B. Rythmus, Standart, Wiederspiegelung) kam immer der richtige Vorschlag. Das wird im Papierduden schwieriger, besonders wenn der Fehler am Wortanfang steht.

    Viele Grüße aus dem Federwerk
    MK

  2. Klase Beitrag und für mich genau das Rchtige. Ich habe auch so meine Probleme mit der Rechtschreibung… War in Deutsch schon immer schelcht ;-)

  3. Hm zu Punkt 1 ist zu sagen, dass Lesen tatsächlich was bringt. Ob unbedingt bei der Rechtschreibung, kann ich nicht sagen (ich hatte nie ein Problem mit Rechtschreibung), aber auf jeden Fall konnte ich dadurch schon recht früh einen guten Schreibstil entwickeln.

  4. @Marik: Die Office Bibliothek ist wirklich sehr hilfreich, zumal man den Laptop ohnehin oft dabei hat, ganz im Gegensatz zum dicken Universal-Wörterbuch. Hier funktioniert die Suche auch sehr gut. Bei der Online-Suche von Duden bin ich in der Vergangenheit aber eher selten zum Ziel gekommen.

    @Rubén: Wie gesagt: Mir persönlich hat es eher wenig geholfen, bezüglich der Rechtschreibung, aber meinen Stil wird es mit Sicherheit auch beeinflusst haben.

    Tatsächlich haben mir wohl am Meisten die Rechtschreibhilfen im Browser geholfen mich zu verbessern.

  5. Hm, wieso so abwegig denken, wenn das Offensichtliche bereits vorhanden ist? Ich empfehle reinen Gewissens die einfache Google (oder wahlweise andere Suchmaschinen) -Suche. Bei falscher Eingabe wird ebenso fehlertolerant ein ‘Meinten Sie..’ angezeigt sowie bei sehr grenzwertigen Fällen kann man auch direkt die ersten Treffer begutachten.
    Wichtig für mich dabei ist, dass man ruhig auch einmal Redewendungen oder Teilsätze eintragen kann und nach wie vor sinnvolle Resultate in Bezug auf die Schreibweise oder Kommasetzung erhält.

  6. Das ist natürlich wahr. Google hilft besonders gut bei Redewendungen und recht feststehenden Wortzusammenhängen. Allerdings ist Google eher eine Art demokratisches Wörterbuch. Wenn also “alle” etwas falsch schreiben, zeigt Google einem auch gern diese falsche Schreibweise an.


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