Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

17Mai/098

Kurz gebasht: Star Trek & Illuminati

Geschrieben von Teo

Schon länger gab es kein Filmreview mehr von mir. Hauptsächlich weil ich es in letzter Zeit seltener ins Kino geschafft habe. Hier präsentiere ich euch nun zwei Kurzbewertungen des neuen "Star Trek" Films und von "Illuminati".

Zunächst zum Science Fiction Klassiker-Prequel "Star Trek". Hier muss man alles vergessen, was man bisher über das Star Trek Universum geglaubt hat zu wissen, denn der Film spielt in einer parallelen Realität, die nichts mit der Geschichte zu tun hat, die in den bisherigen zehn Filmen erzählt worden ist. Kirk kennt seinen Vater nicht, da dieser am Tag seiner Geburt von einem Mysteriösen Raumschiff angegriffen und getötet wird. Er wird kein begnadeter Kadett, der seinen Vater stolz machen will und wird am Ende nur auf Umwegen zum Captain der Enterprise. Spock scheint weit mehr Gefühle zu besitzen, als man gewöhnt ist, denn er hat diverse Liebesszenen mit Lieutenant  Uhura. Scotty hingegen vergammelt auf einem Außenposten der Föderation, wo ihn später Kirk eher zufällig trifft. Pille ist natürlich auch mit von der Partie. Insgesamt ist die Story ganz OK, aber kein Brüller. Am meisten stört mich die Beliebigkeit mit der der alte Stoff verwurstet wird. Es wirkt fast so, als wolle man die Tür für weitere Filme mit der "jungen" Crew offen lassen, koste es was es wolle. Besagte Crewmitglieder bekleckern sich auch nicht gerade mit Ruhm. Der Darsteller von Spock, Zachary Quinto, den ich bei Heroes eigentlich recht gut fand, scheint die vollkommen falsche Besetzung zu sein. Nicht nur, dass er den trockenen Humor von Leonord Nemoy nicht im Geringsten rüberbringen kann, er hat auch Probleme mit elementaren, optischen Charakterzügen von Spock, wie z.B. dem Augenbrauenhochziehen. Das junge Ego des Captain Kirk wird hingegen auf die Aufsässigkeit und den Versuch spritziger Dialoge reduziert. Pille und Scotty erkennt man lediglich an plakativ zur Schau gestellten Charaktereigenschaften, wie Pessimissmus und ständigem Hunger. Optisch ist Karl Urban, der Darsteller von Pille, allerdings sehr gut besetzt. Simon Pegg macht aus Scotty hingegen eine Art aufgekratzten Klabauter. Insgesamt reicht der Film leider nicht an die Klassiker heran und ist in meinen Augen eine dieser lieblosen Kommerz-Prequels.

Kommen wir zu Robert Langdon und seinem zweiten Kino-Auftritt. Diesmal ruft der Vatikan den Symbolisten zu Hilfe. Kurz vor Beginn eines Konklave zur Wahl eines neuen Papstes werden die vier Preferiti, die Favoriten auf den Job des heiligen Vaters, entführt. Anschließend taucht ein Ambigramm mit dem Schriftzug "Illuminati" auf. Langdon soll Licht ins Dunkel bringen und die vier Bischöfe retten. In der Zentrale der Schweizergarde angekommen, erfährt er von einer zusätzlichen Bedrohung, die von den Entführern ausgeht: Sie haben einen Behälter mit Antimaterie aus dem CERN entführt und wollen damit ganz Vatikanstadt zerstören. Mit Hilfe der Kenntnis um die Mythen, die sich um die Illuminati ranken, versucht Langdon nun das Leben der Preferiti und tausender Gläubiger zu retten. Auch hier habe ich einiges zu meckern. Der Film geht ganze 138 Minuten, man wäre aber wohl auch mit 70 ausgekommen. Die Geschichte zieht sich hin wie ein Kaugummi und wenn man denkt es sei endlich vorbei, wird man leider enttäuscht. Das Ende ist durchaus überraschend, leider fehlt dem Zuschauer die Möglichkeit das Rätsel um die Täter selbst zu lösen. Dazu mangelt es an Informationen. So wirklich spannend empfand ich den Film an kaum einer Stelle, obwohl viele Szenen das Potential dazu hätten. Als größten Unterschied zu "Sakrileg" kann man wohl nennen, dass ein konkretes Feindbild mit spezifischen Merkmalen vollkommen fehlt. Und das, obwohl es einen Gegenspieler zu Langdon und seiner beinahe schon stummen Gefährtin gibt, der immer wieder auftaucht. Dieser wird aber nicht so in Szene gesetzt, wie der Albino-Ninja Silas aus "Sakrileg". Der Film scheint vom Hype des Vorgängers und der Romanreihe von Dan Brown getragen zu werden, schafft es aber selbst nicht zu überzeugen.

Vielleicht hatte ich auch eine Art umgekehrte, rosa-rote Brille auf, als ich mir die beiden Filme angesehen habe, aber meine Begleiter hatten kurz nach den Kinobesuchen meist eine ganz ähnliche Meinung.



Aus dem Archiv:

  1. Review: Küss den Frosch
  2. Review: Fanboys
  3. Review: Das Kabinett des Dr. Parnassus
  4. Knowing
  5. Twilight: Biss zum Morgengrauen & New Moon: Biss zur Mittagsstunde

Kommentare (8) Trackbacks (1)
  1. Illuminati habe ich noch nicht gesehen.
    Aber Star Trek fand ich ziemlich gut, und kann deine Kritik eigentlich in keinem Punkt nachvollziehen. In meinen Augen ist der Film genau das richtige, um Star Trek am Leben zu erhalten. Die Besetzung finde ich auch ziemlich passend.
    Am ehesten kann man noch kritisieren, dass eine alternative Zeitlinie geschaffen wurde, in der der Film bleibt, anstatt am Ende wieder in die “klassische” Zeitlinie zurückzugehen. Aber so wirklich schlimm finde ich das nicht, und das, was Star Trek ausmacht, wurde größtenteils gut mit eingebracht.

  2. Ich fand am Schlimmsten, dass grundsätzliche Dinge, wie eben jenes Augenbrauenhochziehen eher aussahen, als säße Spock gerade auf dem Klo. Das kann ich ja besser…
    Die neue Zeitlinie halte ich für eine möglichst billige Lösung um den Star Trek Stoff weiter melken zu können. So muss man sich nicht um Fehler bei der Präsentation der Charaktere oder in der Story kümmern und investiert lieber in Special Effects. Gott sei Dank ersetzen diese aber immer noch keine guten Schauspieler und eine packende Story.

  3. Na endlich mal jemand der nicht nur schreibt “Wow der beste Star Trek aller Zeiten.” Ich hab viel drüber gelesen um zu entscheiden ob ich ins Kino gehe oder nicht. Ich meine ich bin kein Hardcore-Treker, finde aber man solle an einigen “Werten” der Serie festhalten.

    Ich werd Pfingsten mit Frauchen und ihrem Bruder ins Kino tingeln. Bin eben am Ende doch zu großer Fan :)

  4. Ich hab mir auch mal den neuen Star Trek angesehen und muss sagen, ganz O.K. aber nicht der Brüller. Nette Idee, aber ein paar Storyfehler machen es eben nicht zu DEM Star trek Film aller Zeiten.

    Die Idee mit der Parallelwelt usw. ist zwar in ordnung und baut auf den anderen Filmen auf, aber ein wenig übertrieben haben sie es damit schon, oder?

  5. Ich fand es war tatsächlich der beste Star Trek Film. Besonders beeindruckt hat mich wie “schmutzig” und “realistisch” ales dargestellt wurde. In manchen Sczenen habe ich mich fast wie in Star Wars gefühlt! Klasse Film!

  6. Ich fand den neuen Star Trek total schlecht. Der kommt an die Originale bzw. Vorgänger in keinster Weise ran. Hätte man sich sparen können.

  7. Der neue Star Trek war sper genial! Ich fand besonders den Russen Pavel Chekov besonders gut besetzt!

  8. @Gerd ja der neue Star Trek war recht geil – besonders Schrotti hat mich vom Hocker gehauen! Der kam so plötzlich und was perfekt besetzt!


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