Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

25Mrz/12Off

Film: Die Tribute von Panem – The Hunger Games

Geschrieben von Teo

Ein Film mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren, zu einem Buch, das davon erzählt, wie 24 Kinder in eine Arena geschickt werden um sich gegenseitig zu töten. So ziemlich alles, was ich über den Film wusste, bevor ich mein Stammkino aufsuchte, habe ich im vorherigen Satz zusammengefasst und war dementsprechend skeptisch.

The Hunger Games spielt in einer fiktiven Zukunft, in der Amerika in 13 Distrikte aufgeteilt wurde. Dabei gibt es ein extremes soziales und wirtschaftliches Gefälle zwischen den inneren und äusseren Distrikten. Während einer Rebellion vor über 70 Jahren wurde der 13. Distrikt vollkommen zerstört. Als Erinnerung daran, wer im Staat das Sagen hat, rief das Capitol damals die ersten Hungerspiele aus. Dabei werden aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen ausgelost um sich mit den anderen Teilnehmern so lange zu bekämpfen, bis nur noch einer übrig bleibt. Die s.g. Ernte steht nun zum 74. mal an. Als die zwölfjährige Primrose Everdeen (Willow Shields) als Teilnehmerin für Distrikt 12 aus dem Lostopf gezogen wird, meldet sich deren ältere Schwester Katniss (Jennifer Lawrence) freiwillig. Als männlicher Teilnehmer wird der Bäckerjunge Peeta Mellark (Josh Hutcherson) gezogen. Es folgen Training, Luxusunterbringung und ein Medienspektakel. Als Mentor steht den beiden der Sieger der 50. Hungerspiele zur Seite: Haymitch Abernathy (Woody Harrelson), der seine Erinnerungen an seine eigenen Spiele im Alkohol ertränken will.

Man sieht hier, denke ich, dass ein Vergleich mit Twilight, so wie er in den letzten Wochen in den Medien stattfand, ziemlich unangebracht ist. Zwar gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, aber die steht zumindest in der filmischen Umsetzung ziemlich im Hintergrund. Der Plot erinnert mich eher an The Running Man, eine Stephen King-Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger von 1987. Hier wurde vor allem eine lupenreine Dystopie mit einer dafür eher ungewöhnlichen Zielgruppe verfilmt. Das ist auch die Hauptsache, die den Film für mich überhaupt interessant machte.

Der Fokus des Films liegt natürlich auf den Erlebnisse der Tributin Katniss Everdeen, aber zeigt vor allem auch die Rolle der Medien und die Dekadenz der Oberschicht von Panem. Unter dieser fast schon exzessiven Darstellung gesellschaftlicher Dimensionen leidet allerdings die Charakterentwicklung, was sich z.B. dann rächt, wenn Katniss und Rue (Amandla Stenberg), die Tributin von Distrikt 11 aufeinandertreffen. An besagtem Moment war mir dann doch recht langweilig, weil mir die Figur schlicht egal war. Dabei läuft der Film bereits 142 Minuten und hat damit in den meisten Kinos Überlänge. Leider liegt das auch daran, dass ein übergroßer Anteil der Laufzeit aus Exposition besteht, was irgendwann ziemlich ermüdend wird. Ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich gehofft, dass das Gemetzel nun endlich beginnen würde, weil ich mit der Medien- und Gesellschaftskritik längst abgeschlossen hatte, der Film aber leider noch nicht. An Blut und Gewalt mangelt es übrigens trotz meiner Skepsis in diesem Punkt nicht. Für einen Film mit einer Freigabe ab 12 Jahren ist er sogar relativ drastisch in seiner Gewaltdarstellung.

Die Tribute von Panem - The Hunger Games ist alles in allem ein Film, den man sich durchaus anschauen kann. Einige Abweichungen vom Buch könnten altgediegene Fans des Stoffs etwas verärgern, fallen dem Zuschauer ohne textliche Vorbildung aber eigentlich nicht auf. Leider gibt es einige Längen und Probleme bei der Präsentation bestimmter Figuren. Auch kommt die Liebesgeschichte erst recht spät zum Tragen und dann eben mit dem Holzhammer.


13Mrz/12Off

Film: John Carter – Zwischen zwei Welten

Geschrieben von Teo

Disney hat wieder mal versucht einen Fluch der Karibik-Nachfolger zu etablieren. Wie schon bei Prince of Persia ist dies offensichtlich auch mit John Carter nicht ganz so gelaufen, wie man sich das vorgestellt hat. Dennoch ist John Carter in meinen Augen der Rede wert, weil er aus manchen Richtungen vielleicht doch zu hart angegangen wird.

John Carter (Taylor Kitsch) ist ehemaliger Soldat des amerikanischen Bürgerkriegs. Heute ist er ein verbitterter Goldsucher, dessen Dienste von der Armee der vereinigten Staaten im Kampf gegen die Apachen nachgefragt werden. Am Ende einer Verfolgungsjagd zu Pferde an der sowohl Vertreter der Amerikaner, eine Gruppe Apachen, sowie John Carter teilnehmen, landen Carter und Powell (Brian Cranston), der Befehlshaber der Amerikaner, in einer mysteriösen Höhle voller Gold. Als einige Apachen dort auftauchen, weichen sie vor einem Zeichen an der Höhlenwand zurück. Dann taucht ein glatzköpfiger, blasser Typ in einer blauen, fremdartigen Robe in der Höhle auf, der Carter angreift. Eine Kugel aus Carters Pistole löst die Situation auf. Als Carter dem toten Fremdling ein Amulett aus den Händen nimmt, findet er sich kurz darauf in einer vollkommen anderen Umgebung wieder. Mitten in einer Wüste voller Staub und Felsen macht er seine ersten Gehversuche. Die geringe Schwerkraft macht ihm zunächst zu schaffen, beschert ihm aber letztlich einige Vorteile, weil er dadurch gefühlte 3km weit springen kann. Nur durch diesen Umstand wird er schließlich auch von einer Rasse vierarmiger Grünlinge namens Tarks verschont. Der Anführer der Tarks (Willem Dafoe) scheint einige Sympathien für Carter zu hegen und verteidigt ihn vor anderen Stammesmitgliedern. Parallel zu den Tarks leben ausserdem Menschen auf dem Planeten. Die sind in zwei Gesellschaften in den Städten Helium und Zodanga organisiert, die sich in einem tausendjährigen Krieg miteinander befinden. Vertreter der glatzköpfigen Fremden aus der Goldhöhle haben den Anführer von Zodanga (Dominic West) mit einer seltsamen Waffe ausgerüstet, die kriegsentscheidend zu sein scheint. Durch große Verluste wird der Jeddak bzw. König von Helium dazu gezwungen seine Tochter Dejah (Lynn Collins) mit dem Anführer von Zodanga zu verheiraten. Diese flieht jedoch und landet nun in einem Luftkampf direkt über dem Dorf der Tarks. Dort greift Carter in den Kampf ein und wird schließlich von den Tarks messianisch verehrt. Was hinter den Glatzköpfen mit den blauen Roben steckt und was sie beabsichtigen, weiss der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

John Carter basiert auf einer 15 Bände umfassenden Serie vom Tarzan-Autor Edgar Rice Burroughs, die 1917 zum ersten mal veröffentlicht wurde. Gerade deshalb muss Kritik zurückgewiesen werden, die vor allem darauf abzielt, dem Film Nachahmung im Rahmen der Geschichte vorzuwerfen. Es scheint eher so zu sein, dass heutige Klassiker wie Dune oder Star Wars sich reichlich bei den Romanen bedient hätten. Die Story sehe ich daher auch als relativ runde Sache. Sie wird im Film recht verständlich präsentiert, ist zwar nicht übermäßig komplex und interessant, aber durchaus schlüssig und könnte halbwegs spannend sein. Könnte, weil vor allem bei der Rolle der Glatzköpfe eine Menge Potential in den Wüstensand geblasen wurde. Der Rest der Geschichte ist für heutige Kinogänger dann doch leider trivial und vorhersehbar.

Die schauspielerischen Leistungen sind wohl eher durchschnittlich, aber für mich schwierig zu bewerten. Das liegt vor allem daran, dass die Dialoge an Monumentalfilme wie Ben Hur oder Kampf der Titanen erinnern. Sie sind aufgeblasen und finden großteils in einer recht käsigen Bombast-Sprache statt. Hier liegt wohl auch ein großes Manko von John Carter, denn die Romanvorlage gilt als Pulp- bzw. Schundliteratur und wird von Regisseur Andrew Stanton bierernst genommen. Dadurch entstanden bei mir persönlich einige Facialpalmierungen und vom Regisseur wohl unbeabsichtigte Lacher. Lynn Collins ist dabei leider so offensichtlich nur aufgrund ihrer Optik gecastet worden, dass es fast wehtut.

Indiskutabel gut sind dagegen die Spezialeffekte, mit denen offenbar auch das 250 Millionen-Dollar-Budget gerechtfertigt wurde. Dafür verantwortlich zeichnen sich die bewährten Pixelschubsen von Pixar, die den Film im Abspann übrigens Firmengründer Steve Jobs gewidmet haben. In diesem Fall fand ich Motion Capturing und Figurenanimation sogar glaubwürdiger als noch im letzten Jahr den grandiosen Caesar (Andy Serkis) aus Planet der Affen: Prevolution. Dabei dachte ich vor dem Film noch, Willem Dafoe leihe seine Lippen diesem possierlichen Breitmaulhund.

Ich würde sagen der Film ist OK, auch wenn man sich für 250 Millionen Dollar sicher bessere Geschichten und Schauspieler hätte kaufen können. Ich würde ihn etwas oberhalb von Prince of Persia einordnen, weil die Hintergrundgeschichte doch etwas mehr Substanz hat. Insgesamt also anschaubar, aber kein wirkliches Highlight.


1Mrz/12Off

Ein Programm sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Geschrieben von Teo

Ich bin im Augenblick auf der Suche. Ich suche 2 Programme, die mir meine Wünsche in Sachen RSS und Twitter besser erfüllen, als meine bisherigen Clients dafür. Was ich möchte ist eigentlich gar nichts Exotisches und doch scheint es so, als könnte keine aktuelle Mac-Software meine Nachfrage befriedigen. Zunächst zum Twitter-Client, bei dem ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, bald eine Lösung zu finden:

Der Client sollte sich designtechnisch an den offiziellen Twitter-Client annähern. Ich schätze dessen kompakte, aber nicht überladene Optik. Ich hätte auch weiterhin gerne einen Client mit nur einem Fenster. Die Verwaltung mehrere Accounts sollte in diesem einem Fenster möglich sein. Gleichzeitig sollte mir der Client aber alle wichtigen Features bieten, die den Weg teilweise noch nicht in den (mies gepflegten) offiziellen Twitterclient gefunden haben: Timeline Streaming und alle Anzeigen unabhängig von der Twitter-Website sind hier meine Hauptpunkte. Es ist mir einfach unbegreiflich, wieso mich der offizielle Client zum Begutachten anderer Leute Follower wieder auf Twitter.com schickt, statt das direkt im Client anzuzeigen. Weiterhin sollte er TweetMarker und Twitters eigenen Bilderupload unterstützen, Bilder direkt in der Timeline einbinden, diverse Filter mitbringen und in Verhalten (z.B. im Zusammenhang mit Growl) und Optik konfigurierbar sein. Für so einen Client würde ich sogar ein paar Euro auf den Tisch legen. Die Software, die wohl am ehesten an diese Anforderungen heran kommt, scheint aktuell Osfoora zu sein. Daran stören mich aber viele Kleinigkeiten, wie die breite Seitenleiste, die Nutzung mehrerer Fenster und das fehlende Streaming. Ich warte also darauf, dass die Entwickler hier nachliefern, in diesem Fall würde ich den Client kaufen.

Kommen wir zu meinem anderen, wohl etwas schwerer zu befriedigenden Bedürfnis: Ein neuer RSS-Reader. Aktuell benutze ich das Open Source-Programm Vienna. Das ist funktional und lässt sich ganz gut bedienen, aber auch schrecklich langsam und eine Weiterentwicklung ist quasi nicht vorhanden. Alternativen dazu wären vielleicht noch NetNewsWire oder Newsfire. Ich habe mir da vor einigen Jahren mal ein breiteres Bild gemacht. So richtig vom Hocker haut mich von diesen Readern aber keiner. Ich bin sogar schon so weit, dass ich mir Lösungen mit Google Reader Backend anschaue, obwohl das für mich eigentlich keinen Sinn macht. Caffeinated und Cappuccino habe ich da bereits getestet. Beide scheinen eher etwas für Leute mit einigen wenigen RSS-Abos zu sein und laufen instabil. Cappuccino lässt sich nichtmal mit der Tastatur bedienen. Meine Anforderungen im einzelnen: Ich suche einen RSS-Reader als Standalone-Lösung oder von mir aus auch mit Google Reader-Integration. Er soll die Feeds möglichst flott und in frei konfigurierbaren Intervallen aktualisieren. Er soll Growl unterstützen und dort nicht jeden Artikel einzeln, sondern lediglich eine zusammenfassende Nachricht ausgeben (z.B. wie bei Vienna lediglich die Anzahl neuer Artikel). Feeds und Ordner sollten genauso wie Tags unterstützt werden und frei sortierbar sein. Ob man nun das Reeder-typische 3-Spalten-Layout oder eine eher an Mail.app angelehnte Raumaufteilung nutzen möchte, sollte die Software dem Nutzer überlassen. Der Lion-Vollbildmodus sollte integriert sein und sich merken, in welchem Zustand ich das Programm beendet habe. Das Ganze sollte natürlich so wenig Prozessorlast und RAM-Aufkommen wie möglich erzeugen und optisch halbwegs ansprechend sein, sich bei seinem Design grundsätzlich aber an die Mac OS X-Standards halten. Als kleines i-Tüpfelchen könnte sich der Reader sogar per Alfred durchsuchen lassen. In diesem Fall scheint Reeder schon recht nah an das zu kommen, was ich mir vorstelle, aber die Rezensionen im App Store und die dortige Feature-Liste deuten an, dass mancher Wunsch auch damit unerfüllt bleiben wird und da es keine Testversion gibt, werde ich vorerst keine 8€ dafür auf den Tisch legen.

Ich wollte diese Wünsche einfach mal ausformulieren und vielleicht landet dieser Blogeintrag ja auf dem Tisch eines Programmierers, der nach Feature-Wünschen für seinen nächsten eierlegenden wollmilch- und schinkenspendenden Twitter- bzw. RSS-Client Ausschau hält. Unter Umständen hat auch einer meine 3 Leser noch einen Software-Tipp für mich.