Teo-Net Doppelt gestreift hält besser

3Sep/100

Film: Die Legende von Aang

Geschrieben von Teo

Die Legende von Aang basiert auf dem Anime Avatar - Der Herr der Elemente. Ich habe die Serie vor einigen Jahren im O-Ton geschaut. Eine Folge nach der anderen. Ich war begeistert. Weniger begeistert bin ich nun leider vom Realfilm, der sich in die mittlerweile lange Reihe der Misserfolge des M. Night Shyamalan einreihen darf.

Der Film spielt in einer Welt mit ehemals 4 Nationen, deren Angehörige teilweise die Fähigkeit besitzen Elemente zu kontrollieren. Nach diesen Elementen sind die Nationen aufgeteilt. Die Feuernation, eigentlich ein eher kleines Inselreich, hat den Luftnomaden, den verbündeten Wasserstämmen und dem Erdkönigreich den Krieg erklärt. Dieser wütet nun schon 100 Jahre. Die beiden Geschwister Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) vom südlichen Wasserstamm entdecken auf der Jagd eine Sphäre im Eis. Als sie darauf einschlagen, öffnet sie sich und entlässt einen Lichtstrahl in den Himmel. In der Kugel befinden sich ein Junge mit seltsamen Tätowierungen und ein sechsbeiniges Bison. Wie sich herausstellt, ist der Junge namens Aang (Noah Ringer) ein Luftbändiger. Das ist erstaunlich, weil die Feuernation gleich nach Ausbruch des Krieges alle Luftbändiger hat töten lassen. Aus ihrem Volk sollte der nächste Avatar stammen, ein Bändiger, der alle 4 Elemente beherrscht und für deren Gleichgewicht sorgen sollte. Für die Feuernation und ihre Anstrengungen zur Weltherrschaft, wäre ein starker Avatar also ein großes Problem. Der Lichtstrahl aus Aangs Sphäre wurde unterdessen auch von Zuko (Dev Patel), dem Prinzen der Feuernation gesehen, der im Exil nach dem Avatar sucht, um seine Ehre zurück zu gewinnen. Mit seinem Kriegsschiff taucht er kurz darauf im Dorf des Wasserstammes auf. Aang ergibt sich, um die Dörfler zu schützen. Sokka und Katara folgen dem Schiff daraufhin, um Aang zu retten.

Dem Anime folgend, werden in diesem Film die Ereignisse des ersten Buchs, wie die Staffeln der Serie heissen, erzählt. Insgesamt gibt es 3 Bücher, die nach den Elementen Wasser, Erde und Feuer benannt sind. Ausser der Geschichte ist leider nicht viel vom Anime übrig geblieben. Beginnen wir bei der bereits viel kritisierten Besetzung. Alle Mitglieder der kriegstreibenden Feuernation sind von arabisch-ostasiatischem Aussehen. Davon ist im Anime nichts zu sehen, dort haben alle mehr oder weniger die gleiche Hautfarbe. Ich hatte die Feuernation ausserdem immer wegen ihrer geographischen Lage und Beschaffenheit mit Japan verglichen. Aber OK, das ist noch künstlerische Freiheit. Das Erdkönigreich ist mit chinesisch anmutenden Menschen gut getroffen, da hat er kostüm- und frisurentechnisch genau den richtigen Ton getroffen. Was mich wirklich am Cast stört, ist die Inkonsequenz, mit der die Charaktere besetzt wurden. Sokka und Katara sind eindeutig europäischer Herkunft, ihr gesamter Stamm allerdings, erinnert eher an Inuit. Ich schätze so etwas kommt dabei raus, wenn Hauptfiguren und Statisten getrennt gecastet werden. Ich vermute hier keinen Rassismus, immerhin ist Shayamalan selbst Inder, aber filmisch lässt diese Besetzung auf Unachtsamkeit oder sogar Ignoranz schließen. Dem Vorwurf, der Anime sei asiatisch und die Figuren hätten daher auch asiatisch auszusehen, kann ich allerdings entgegen halten, dass Avatar - Der Herr der Elemente von Amerikanern stammt. Dahingegen darf die deutsche Synchronisation getrost als schlecht bezeichnet werden. Allein schon Zukos Stimme will so gar nicht zur Optik des kindlichen Schauspielers passen.

Optisch fallen auch die immer sauberen Kostüme auf, die immer genau die gleichen Farbtöne haben. Hier zeigt sich wohl ein besonderes Problem, wenn man versucht etwas Gezeichnetes in die reale Welt zu holen. Im Anime funktionieren die gedeckten, planen Farben. Etwas Schmutz wird mit wenigen Strichen angedeutet. In einem Realfilm wirkt das leider künstlich und wenig Glaubhaft. Gebeutelte und Unterdrückte Bewohner des Erdkönigreichs tragen geradezu strahlende Kleidung, Kämpfe mit Feuer und Schwertern können Aangs gelber Kutte nichts anhaben und Feuer schleudernde Soldaten kennen keinen Russ, so wie Wasserbändiger nie auch nur einen Tropfen Wasser abbekommen. Die Effekte beim Bändigen fand ich hingegen gut gelungen. Ich wüsste nicht, wie man das sonst umsetzen sollte. Den 3D-Aufschlag hätte ich mir natürlich sparen können. Man hatte einfach nichts davon und erneut stachen mir die verwaschenen und schwindelerregenden Konsequenzen dieser offenbar unausgereiften Technik ins Auge.

Ein noch schwerwiegenderes Problem findet man, wenn man den Plot von Anime und Film vergleicht. Es wirkt, als habe Shamalayan Versatzstücke der Serie fast wahllos aneinander gefügt ohne aus dem episodischen Schema der Serie auszubrechen. Einige Begebenheiten tauchen nahezu identisch in beiden Umsetzungen auf, andere wurden im Film vermischt oder weggelassen. Man hat z.B. den Besuch auf der Insel Kioshi und die Kriegerinnen von Kioshi weggelassen. Stattdessen wurde Aangs Bekanntschaft mit seiner formaligen Reinkarnation, Avatar Kioshi, mit der Folge zusammengelegt, in der die Internierungslager der Feuernation gezeigt werden. Diese sind in der Serie auf dem Meer und bestehen aus metallenen Plattformen ohne eine Spur von Erde, die von den Gefangenen zum Bändigen eingesetzt werden könnte. Im Film ist so ein Lager nur durch einen dünnen Palisadenzaun vom Rest des Dorfes getrennt, als wären die Feuerbändiger Dummköpfe. Auch die Kriegerinnen von Kioshi werden im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen. Wie Shamalayan das schlüssig umsetzen will, ist mir vollkommen unklar. Insgesamt wirkt alles sehr komprimiert, was natürlich verständlich ist, wenn man 20x20 Minuten Serienplot in weniger als 100 Filmminuten vorgesetzt bekommt.

Unter dieser Hasst leidet Die Legende von Aang am meisten, glaube ich. Es bleibt kaum Zeit die Figuren ordentlich auszugestalten, weil die äussere Geschichte schon recht komplex ist. Es wird daher auch ständig mit irgendwelchen Etiketten gearbeitet. Statt Aangs unterschwelliger Liebe zu Katara, drückt ein platter, wenige Worte langer Satz die Sehnsucht des kindlichen Avatar nach einer Familie aus. Im Film hat man kaum den Eindruck, dass die 3 Reisenden mehr als Freunde sind und wie eng diese Freundschaft in der Serie ist. Für die negativen Charaktereigenschaften aller 3 bleibt da gar kein Platz mehr. Aang ist in der Serie ein wichtiger Faktor für alberne Komik. Dieses Element wurde im Film komplett gestrichen, genau wie Appa, dem fliegenden Bison, kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Sokka ist sehr viel komischer in der Serie, wenn auch meist unfreiwillig. Um eine meiner Lieblingsfiguren des Anime tut es mir besonders leid: Onkel Iroh. In der Serie zeigt sich sein Sinn für Strategie und List nicht nur in irgendwelchen Erzählungen vom Schlachtfeld, sondern auch in seinem Verhalten gegenüber Zuko. Diesen hält er für fehlgeleitet und möchte ihn von seinem Pfad der Gewalt abbringen. Iroh weiss aber ganz genau, dass die flachen Sprüche, die er im Film auf Zuko loslässt, überhaupt nichts bringen würden. Dementsprechend subtil geht er in der Serie vor. Ausserdem verlangt er im Film nur ein einziges mal nach Tee.

Nicht gefallen hat mir auch, dass Shamalayan Fakten umstellt. In der Serie sind Feuerbändiger sehr wohl in der Lage selbst Feuer zu entfachen, im Film nicht. Die oberen Stufen des Feuerbändigens umfassen nicht, sich den Finger ohne externe Flamme anzuzünden, sondern Blitze und besonders heisse Flammen zu erzeugen. Weitere Veränderungen fanden am Stellenwert der Geisterwelt und dem Avatar-State statt.

Der Reiz des Anime ist der Spagat zwischen augenscheinlich alberner Kinderserie und der hintergründigen Geschichte, aus der, mithilfe von politischen Wirrungen und Spiritualismus ausgefeilte Charaktere hervorgehen. Beides bietet der Film von Paramount leider nicht. Die Figuren bleiben flach und ihre Beziehungen zueinander unklar. Der alberne Witz ist so gut wie ausgelöscht worden, was in Anbetracht der Zielgruppe durchaus bemerkenswert ist. Übrig bleibt nur die Haut einer guten Geschichte, so oberflächlich und lieblos erzählt, dass sie beim ersten Anstupsen zu Staub zerfällt. Schaut euch lieber die TV-Serie an.

Links zum Film


1Sep/102

Zurück unter den Schreibenden

Geschrieben von Teo

Ein ganzer Monat ohne Blogeintrag. Das ist ziemlich erholsam. Jetzt bin ich aber wieder da und beende meine Sommerpause genau, wie ich sie begonnen habe: Mit einem Hund. Dieses Bild habe ich in meinem diesjährigen Urlaub aufgenommen. Keine Ahnung, ob das Imperium wirklich so hundefreundlich ist, aber die Gesichter der Leute gehen natürlich keinen was an.

Der Urlaub war zwar verregnet, aber dennoch ganz schön. Es gibt doch nichts über Chemie-WC-Saubermachen, fliegende Ameisen und Tauben, die einem beim Essen auf den Tisch kacken. Wenn man dann noch seine iPod-Kopfhörer gleich bei der Anreise zu Tode quetscht, wird's erst richtig lustig. Spaß beiseite, der Urlaub war entspannend, so ganz ohne E-Mail, Twitter, Blog und Digital-Surfen.

Das Design des Blogs ist noch das alte, wie ihr seht. Ich bin nicht fertig geworden mit dem neuen und wollte das lieber ordentlich machen, statt übereilt etwas unfertiges zu zeigen. In den letzten Tagen habe ich noch einige Artikel vorbereitet, die mich in der Anfangsphase etwas entlasten, bis ich wieder meinen Rhythmus gefunden habe. Es wäre auch möglich, dass ich die Artikel-Frequenz etwas verringere. Den Beginn macht übermorgen meine Filmkritik zum leider grottigen Die Legende von Aang. Weiter geht es dann mit einem Hass-Beitrag auf Blizzard und um die negative Stimmung etwas auszugleichen, habe ich einen Lobgesang auf weibliche Action-Helden vorbereitet. Danach lasse ich mich von der Strömung treiben und sehe erstmal, was da kommt.

Die Kommentare sind nun natürlich auch wieder geöffnet.


30Jul/102

Sommerpause

Geschrieben von Teo

Teo-Net macht Urlaub. Ab dem 2. August bin ich nicht nur physisch, sondern auch netztechnisch nicht zu erreichen. Ich verbringe 2 oder 3 hoffentlich sehr gute Urlaubswochen. Und wehe einer bestellt in der Zeit gutes Wetter für sich selbst, sodass für meinen Badeurlaub nicht mehr genug da ist! Jedenfalls habe ich es bisher immer so gehandhabt, dass ich während meines Urlaubs auch aufs Internet verzichte. Man kann dann beweisen, dass man noch nicht süchtig ist und die Entspannung ist ohne den Drang auf Mails antworten zu müssen umso größer. Nach meinem Urlaub werde ich mich dann um ein neues Design für das Blog kümmern. Ideen sind da und zwar schon recht konkret. Die Frage ist eben, wie und was ich davon umsetzen kann. Geplant ist dann, den regulären Betrieb wieder ab dem 1. September aufzunehmen. Ihr müsst also einen ganzen Monat ohne mich aushalten, was euch sicher extrem schwer fallen wird.

Ihr dürft euch dann auf ein neues Design, (vielleicht) eine ziemlich lang geplante Artikelreihe zu Filmen und (vielleicht) ein paar andere interessante Beiträge freuen. Ausserdem steht meine 50. Filmkritik an und da tatsächlich einige von meinen treuen Lesern etwas über den Amazon-Partnerlink auf der Über-Seite bestellt haben, kann ich dann wohl auch mal ein kleines Gewinnspiel springen lassen.

Apropos Gewinnspiel: Morgen endet die Verlosung der Ebbinghaus-Lizenz, also nehmt noch teil, falls ihr das Programm gebrauchen könnt. Der Gewinner wird am 1. August noch in den Kommentaren gekürt werden.

Aufgrund massiven Spam-Aufkommens durch irgendwelche verspackten SEO-Futzis in letzter Zeit, werde ich die Kommentare während meiner Abwesenheit dicht machen. Solange die keiner von Hand prüft, ist es rechtlich ja eh bedenklich, manche Kommentare wochenlang stehen zu lassen.

Ich schätze mal, ihr werdet die Auszeit überleben. Genau wie ich. Viel Spaß in eurem Urlaub, falls ihr wegfahrt oder wegfliegt, weglauft, Wege beschreibt oder zuhause bleibt. Wir sehen uns im September hier wieder. Bei Twitter oder per Mail werde ich wohl schon eher wieder erreichbar sein.


28Jul/104

Windows-Programme unter Mac OS und Linux mit Wine

Geschrieben von Teo

Viele Mac-Nutzer werden CrossOver kennen. Die Software ermöglicht es, Software für Windows auf Unix-Betriebsystemen laufen zu lassen. Was wohl weniger Nutzer wissen werden, ist, dass das kostenpflichtige CrossOver auf Wine basiert. Wine hingegen ist Open Source und kostenlos zu haben. Weil mir fast 40€ für CrossOver zu viel sind, habe ich mich mal mit Wine auseinandergesetzt und kann meine einigermaßen positiven Erfahrungen nun hier teilen.

Zunächst zum Anwendungsbereich: Ich bin gut mit allgemeiner Software eingedeckt. Für alle meine Anforderungen gibt es entweder eine Mac-Version des Windows-Programms oder Alternativ-Software. Es ging mir beim Test mit Wine also nicht um irgendwelche produktiven Dinge. Etwas dünner ist allerdings die Abdeckung mit Spielen am Mac. Manchmal braucht man etwas Zerstreuung und möchte sich die dann auch holen. Das erste Problem dabei ist, dass nicht von jedem Spiel eine Mac-Version erscheint. Mittlerweile sind die großen Publisher auch bemüht sich darum zu kümmern (wenn es dann auch bei relativ schlechten Cider-Ports bleibt), aber für viele ältere Titel macht das oft keinen Unterschied. Das zweite Problem sind die Preise. Wo das 5 Jahre alte Civilization IV für PC mit 2 Add-Ons für 10€ in der Software-Pyramide liegt, kostet die Mac-Version beim günstigsten Anbieter (mit allen Add-Ons), saftige 39,99€.

Spiele sind natürlich ein heikles Thema für Code-Übersetzer wie Wine. Man darf von der Performance nicht zu viel erwarten und neuere Titel wird man vermutlich nicht spielen können. Mein erster Test fand mit dem oben genannten Civilization IV statt. Zunächst mal muss man sich Wine besorgen. Es gibt oder gab offenbar mehrere Versuche die unter Linux entwickelte Software mit einem Frontend zu versehen und auf dem Mac verfügbar zu machen. Die aktuellste und empfohlene ist meist WineBottler. Im Paket enthalten ist sowohl Wine, als auch die Applikation WineBottler. Letzteres ermöglicht es, .exe-Dateien automatisch mit Wine starten zu lassen und aus installierten Programmen kompakte .app-Dateien zu erstellen, die dann sogar getauscht werden können. Anschließend sollte man die App-Datenbank von WineHQ ansurfen und dort nach der Software suchen, die man installieren will. Dort findet man dann z.B. heraus, dass eine Installation von Civ IV unter Mac OS X nicht mit der aktuellsten Version von Wine funktioniert und dass man diverse Winetricks nachinstallieren muss, damit der Kram läuft. Winetricks sind kleine Zusatzpakete, die man bequem per Menüleisten-Icon von Wine laden und installieren lassen kann. Durch Berichte anderer Nutzer, kann man dort auch auskundschaften, ob und wie gut die Software mit Wine läuft.

Sind alle Klarheiten erstmal beseitigt, startet man den Installer, der jetzt das WineBottler-Icon besitzt, einfach per Doppelklick von der Disc. Civilization IV hat bei WineHQ den Gold-Status, was bedeutet, dass man nur wenige Anpassungen vornehmen muss, damit das Programm läuft. Besser ist nur Platinum, bei dem alles out-of-the-box funktionieren soll. Wine ist übrigens eine X11-Applikation, was bedeutet, dass ihr diese Fenster-Umgebung, falls noch nicht für Programme wie GIMP, o.ä. geschehen, nachinstallieren müsst, bevor ihr Wine nutzen könnt.

Im Vollbildmodus sieht das dann erstmal ein bisschen beschissen aus. Das Dock wird noch angezeigt und die Menüleiste ebenso. Um das Dock auszublenden, drückt auf der Tastatur einfach ALT, CMD und D gleichzeitig. Um Menüleiste und Dock beim Starten von Civilization automatisch ausblenden zu lassen, sind ein paar Modifikationen an X11 notwendig. Dann wird die Menüleiste allerdings bei jedem Start von X11 ausgeblendet, auch wenn man damit eine andere Software betreibt. Um das Ausblenden zu realisieren, kann man entweder zu Tools wie MagicMenu oder einer Änderung der info.plist greifen. Da die Leiste in X11 ohnehin so gut wie funktionslos ist, habe ich das einfach mal gemacht. Ich habe mich für die .plist-Variante entschieden, weil MagicMenu im Grunde das gleiche macht und doch etwas verstaubt aussieht.

Ihr lasst euch also den Paketinhalt von X11 anzeigen, öffnet die info.plist in TextEdit und fügt folgende Zeilen ein:

<key>LSUIPresentationMode</key>
<real>4</real>

(Ich übernehme natürlich keine Gewähr für etwaige Schäden. Macht auf jeden Fall ein Back-Up der Datei vor der Änderung.)

Eventuell müsst ihr noch die Nutzerrechte für X11 anpassen, bevor Änderungen zugelassen werden. Anschließend sollten sich Dock und Menüleiste bei jedem Start von X11 selbstständig ausblenden. Am oberen Bildschirmrand hinterlässt die Menüleiste dann allerdings eine Lücke, die man mit einem schwarzen Wallpaper kaschieren kann.

Für meinen Geschmack lässt sich Civilization IV gut genug spielen um 30€ zu sparen. Ich habe das Ganze auf meinem MacBook mit 2,0GHz, (damals noch) 2GB RAM und Geforce 9400M getestet. Dafür lief das Spiel erstaunlich gut. Als Civilization bei Steam im Angebot war, habe ich mir die Mac-Version davon gekauft und war dort von der Performance leicht enttäuscht. Die ist nämlich nur geringfügig besser, als sie unter Wine war. Im direkten, subjektiven Vergleich sind die Unterschiede marginal.

Bevor man also zu teurer Software wie CrossOver oder den überteuerten Mac-Versionen von Spielen greift, sollte man die Chance nutzen, die Wine bietet und erstmal testen, wie es damit läuft. Das WineHQ bietet dabei eine kompetente Anlaufstelle um herauszufinden, ob man Chancen hat, seine Windows-Programme am Mac zum Laufen zu bringen.

Hattet ihr überhaupt schonmal das Bedürfnis Windows-Software auf den Mac aufzuspielen? Nutzt ihr dazu lieber Bootcamp oder eine Virtualisierung oder kennt ihr Wine und nutzt es bereits?


25Jul/107

Film: 9

Geschrieben von Teo

Dieser schöne Animationsfilm ist wirklich schwer einzuordnen. Ist er nun für Kinder oder doch für Erwachsene gedacht? Einerseits ist er postapokalyptisch, andererseits sind Stoffpuppen die Hauptfiguren und zeitweise wird es leicht spirituell. Macht euch am besten euer eigenes Bild.

Die Geschichte beginnt in einem total zerstörten Haus. Ein alter Mann in weißem Kittel liegt auf dem Boden. Er ist tot. Der Protagonist des Films erwacht auf einem Tisch. Sein Reißverschluss ist offen und er kann nicht sprechen. In der Nähe findet 9, so lautet die Rückennummer der soeben erwachten Sackpuppe, einen Talisman mit seltsamen Symbolen darauf. Er packt ihn ein und verlässt das Haus. Draußen sieht es nicht besser aus. Die gesamte Umgebung ist verwüstet. Stacheldraht, aufgeplatzter Asphalt und die Hinterlassenschaften der Menschheit prägen das Panorama. Plötzlich trifft 9 auf 2, eine weitere Puppe. Dieser ist völlig ausser sich vor Freude, dass er auf einen weiteren Artgenossen gestoßen ist. 2 schafft es mit ein paar Ersatzteilen 9 die Stimme wiederzugeben. Dann werden sie von dem Biest attackiert, seltsame Maschine mit rot-glühenden Augen und animalischen Bewegungsabläufen. Das Biest schnappt sich 2 und den Talisman. 9 kann sich durch das selbstlose Opfer von 2 gerade noch retten. Kurz darauf trifft 9 auf eine weitere Stoffpuppe, die, genau wie 2 zu einer Gruppe gehört. Sie verstecken sich in einer alten Kirche und werden von 1 angeführt. Als 9 versucht die Gruppe dazu zu überreden auf die Suche nach 2 zu gehen, setzt 1 mithilfe des geistig umnachteten, aber physisch bevorteilten 8 durch, dass 2 als verloren betrachtet wird und alle an Ort und stelle bleiben. 9 will sich damit nicht abfinden und schafft es schließlich doch einige der anderen zu überzeugen. Bei dem Rettungsversuch macht 9 einen folgenschweren Fehler, der das Leben aller gefährdet, ausserdem kommen immer mehr Dinge ans Tageslicht, die sowohl den Untergang der Menschheit, als auch die Herkunft der Puppen erklären.

Regisseur Shane Acker hatte 9 bereits 2005 als Kurzfilm veröffentlicht, für den er einen Oscar erhielt. Daraufhin klinkte sich unter anderem Tim Burton ein, der half aus den 10 Minuten 80 zu machen. Dadurch erklärt sich wohl auch, wieso der Film seine düstere Note noch weitaus intensiver aus der Leinwand heraus bringt, als es bereits der Kurzfilm tat. Im Original sind dann als Sprecher bekannte Stimmen wie Christopher Plummer, John C. Reilly oder Jennifer Connely mit von der Partie. 9 wird gesprochen von Elijah Wood, den Acker bereits von seiner Special-Effects-Arbeit an Der Herr der Ringe gekannt haben dürfte.

Ich muss gestehen, ich bin ein Fan von Postapokalypsen und entwickle automatisch ein Interesse, wenn es um unkonventionelle Darstellungsformen geht. Das Ende der Menschheit aus der Sicht von kleinen  Jute-Männchen zu zeigen fällt da auf jeden Fall drunter. 9 ist für einen Animationsfilm ungewöhnlich düster, weshalb ich ihn nicht unbedingt für kleinere Kinder empfehlen würde. Horror ist es zwar noch nicht, aber gegruselt und erschrocken habe ich mich dennoch. Ich schätze hier liegt auch ein Problem, das sich an den Kinokassen bemerkbar gemacht hat: Erwachsene erwarten bei einem Animationsfilm oft eben nur Kinderprogramm. Wenn die Protagonisten Puppen sind, nur umso mehr. Die Zielgruppe schrumpft also auf diejenigen zusammen, die für solche Projekte offen sind und die sich auch Actionhelden in 20cm Größe vorstellen können. Dabei ist die Hintergrundgeschichte vom Untergang der Menschen gar nicht so aussergewöhnlich und sollte bereits aus zahlreichen anderen Streifen bekannt sein. Der Umgang damit ist eben ein gänzlich anderer. Hier gibt es wirklich keinen lebenden Menschen mehr. Das Post-Humane-Zeitalter hat begonnen und die Erde sagt sich "Das Leben geht weiter". Diese Vorstellung finde ich ziemlich interessant, weil es über das hinausgeht, was man normalerweise im Kino geboten bekommt.

Auch wenn 9 gerade gegen Ende etwas theatralisch und spirituell daherkommt, hatte ich sehr große Freude an diesem Film. Er lässt Perpektivwechsel und Zukunftsvisionen zu und offenbart, dass mit dem Ende der Menschheit nicht das Leben auf der Erde enden muss. Wer auf Postapokalypsen steht und die Sockenpuppen nicht stören, sollte sich 9 wirklich ansehen.

Links zum Film